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TSV Kastl verteidigt den Hallenkreismeistertitel

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Sebastian Spinner (links) setzte sich mit dem TSV Kastl im Halbfinale erst im Sechsmeterschießen gegen Jens Eckl und den TuS Traunreut durch, am Ende holte sich Kastl den Titel. (Foto: Weitz)

Der TSV Kastl hat es wieder geschafft: Der ambitionierte Fußball-Landesligist hat in der TuS-Halle in Traunreut den Titel der Lotto-Bayern-Hallenmeisterschaft im Kreis Inn/Salzach verteidigt, der im Futsalmodus ausgetragen wurde. Im Finale bezwang die Truppe von Sven Vetter den TV Altötting souverän mit 5:1, beide lösten damit das Ticket für die »Oberbayerische«, die am kommenden Samstag, 14. Januar, in Manching stattfinden wird. Vetter freut sich schon darauf: »Das kennen wir vom letzten Jahr, es geht gegen Topteams, das Niveau wird dort sehr hoch sein«.


Für die Drittplatzierten der Landesliga war es allerdings kein Spaziergang, die Gegner des Turnierfavoriten legten sich richtig ins Zeug. Vor allem das Halbfinale gegen den TuS Traunreut war hitzig und umkämpft. »Es war das beste Spiel des Turniers«, erklärte Kreisspielleiter Bernd Schulz bei der Siegerehrung.

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Turnierstart mit einer Überraschung

Das Turnier hatte gleich mit einer Überraschung in Gruppe I begonnen: Im ersten Spiel kassierte der Gastgeber TuS Traunreut eine 2:3-Niederlage gegen den TV Altötting, die Schützlinge von Alex Harsch konnten ihre Überlegenheit zu Beginn des Spiels nicht umsetzen. Stattdessen scheiterte Edeltechniker Ersel Aydinalp zweimal am Pfosten. Die Kreisklassen-Kicker aus Altötting drehten die Traunreuter Führung und schafften nach dem 2:2 mit einem Treffer von der Zehn-Meter-Marke die Überraschung. Zunächst wehrte TuS-Schlussmann Daniel Lorenz den Strafstoß von Stanislaus Beckel ab, doch Egzon Xhemajlaj setzte entscheidend nach und versenkte 50 Sekunden vor dem Ende die Kugel zum 3:2.

Nicht minder spannend war das zweite Spiel des TuS gegen den Sportbund Rosenheim. Noch dazu wurde die Partie am Ende etwas hektisch, die Schiedsrichter hatten alle Hände voll zu tun, um die Streithähne zu trennen. Die Siemensstädter behielten mit 2:1 die Oberhand. Aydinalp und Jens Eckl – er sah kurz darauf die Ampelkarte – brachten den TuS in Front, Julian Boddeutsch schaffte den Anschlusstreffer, doch zu mehr reichte es nicht.

Damit musste die letzte Partie über den Halbfinaleinzug entscheiden. Altötting reichte dabei gegen den SBR ein 1:1, dass das Ende für den Sportbund bedeutete. Das brachte Trainer Harry Mayer auf die Palme: »Ich hatte erst am Dienstag erfahren, dass ich das Turnier machen muss.« Mit Spielern aus der Zweiten Mannschaft habe aber auch »die Einstellung gefehlt«. Immerhin blieb gegen den Kreisligisten SV Bruckmühl mit einem 5:4-Sieg der fünfte Platz, der Mayer aber keinesfalls zufriedenstellte. »So kannst du keine Kreismeisterschaft spielen«, ärgerte er sich.

In Gruppe II gab es ein Remis zum Start, Bruckmühl und Berchtesgaden trennten sich 1:1. Dabei gelang Tsvyatko Petkov für die Männer aus dem Wintersport-Mekka der Ausgleich in der letzten Minute. Beide Mannschaften mussten dann noch gegen den TSV Kastl ran. Zuerst war der TSV Berchtesgaden dran, der sich beim 3:6 wacker schlug. Zwischenzeitlich lag der Kreisklassist sogar mit 3:2 vorne. »Das war unser Highlight des Turniers«, sagte Betreuer Tobias Huber, der selbst mitkickte. »Und wir hatten mit Ibrahim Tas mit 46 Jahren den ältesten Spieler dabei«. Am Ende siegte der Turnierfavorit standesgemäß mit 6:3.

Gegen Bruckmühl siegte Kastl im Anschluss mit 4:1. Der vierte Treffer fiel kurz vor dem Ende und war deshalb wichtig, weil damit der SVB raus war und Berchtesgaden ins Halbfinale einzog. Georg Mühlhamer, der Bruckmühler Trainer war nicht begeistert: »Wir waren ersatzgeschwächt und konnten nicht mithalten, die Gegner waren stark, dennoch habe ich mir mehr erhofft.«

Zwei unterschiedliche Partien waren die beiden Halbfinale: Der TV Altötting dominierte das Spiel gegen Berchtesgaden und holte sich mit einem 2:0-Erfolg (Tore: Christoph Stadler und Dschaadan Lausat Aldschadaan) das Finalticket.

An Spannung kaum zu überbieten

Das zweite Spiel der Vorschlussrunde war an Spannung kaum zu überbieten: Kastl machte das Spiel, doch der TuS spielte geschickt aus der Deckung heraus und ging durch einen abgefälschten Schuss von Dominik da Silva-Göbl in Führung. Kastls Sebastian Spinner traf die Latte, Tobias Urban den Pfosten – das Bollwerk hielt bis 35 Sekunden vor Schluss, ehe TSV-Kapitän Dominik Grothe mit einem verdeckten Schuss zum 1:1 traf. Im Anschluss setzte sich Kastl im Sechsmeterschießen mit zwei Treffern von Dominik Grothe und Marcell Arnold durch. Torwart Egon Weber blieb gegen die beiden TuS-Schützen Michael Müller und Ersel Aydinalp Sieger. So blieb dem Gastgeber das kleine Finale gegen den TSV Berchtesgaden, das mit 3:0 an die Hausherren ging. Hier trafen da Silva-Göbl, Aydinalp und Oliver Wroblowski. Trainer Alex Harsch (TuS Traunreut): »Der Spaß sollte bei uns im Vordergrund stehen, wir haben uns keine großen Ziele gesetzt. Cool war aber das Halbfinale gegen Kastl.«

Im Endspiel war der TSV Kastl für den TV Altötting zwei Nummern zu groß, eine schnelle 2:0-Führung durch Tobias Urban und Sebastian Spinner stellten die Weichen auf Sieg, Marcel Arnold, Dominik Gro-the und Robert Groß erzielten die übrigen Treffer. Matthias Galler traf zwischenzeitlich zum 1:4. Der Landesligist hat seine Tore allesamt herausgespielt, nur das Tor gegen Traunreut fiel aus der Distanz – der Favorit präsentierte sich technisch einwandfrei. Nicht unzufrieden war Richard Siegert, der Trainer des unterlegenen Finalisten: »Wir wollten Erster werden, aber mit dem Erfolg und dem Ausgang des Turniers sind wir zufrieden.«

Kastl strich das Preisgeld in Höhe von 250 Euro ein, für den Finalverlierer blieben 150 Euro, die Halbfinalisten durften sich über 50 Euro freuen. Erfolgreichster Torschütze war Julian Boddeutsch (SB/DJK Rosenheim), der sechsmal traf, ein Viererpack gelang ihm dabei im Platzierungsspiel gegen Bruckmühl. td