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TSV Ampfing entschied Derby für sich

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TSV Ampfing: Kern – Bauernschuster, Göldel, Eglhofer, Dobry (81. Sherifi) – Brindl, Deißenböck – Rodriguez, Salzger, Amadodin – Maric (66. Ultsch).


SV Kirchanschöring: Hoyer – Sturm, Willinger, Eder, Wasner – Koch (55. Schmidhuber), Hofmann – Heinrich, Köberich (72. Schild), Jäger – Leitmeier (66. Dengel). Trainer: Aschauer.

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Schiedsrichter: Kraus (Eching).

Zuschauer: 350.

Tore: 1:0 Mario Maric (33.), 2:0 Seyed-Suheil Amadodin (55.), 3:0 Philip Rodriguez (66.)

Rote Karte: Stephan Schmidhuber (SVK/57.) wegen einer Tätlichkeit. – Gelb-Rote Karten: keine.

Die Stimmung bei Fußball-Landesligist SV Kirchanschöring, der samt Fans mit der Südostbayern-Bahn zum Derby nach Ampfing angereist war, hätte nicht viel besser sein können. Die Gelb-Schwarzen gaben zunächst klar den Ton an, die Platzherren hatten wenig zu melden. Doch dann schlug Ampfing dreimal eiskalt zu und gewann vor 350 Zuschauern 3:0.

Durch den am Ende doch deutlichen Erfolg haben die »Schweppermänner« den SVK in der Tabelle überflügelt und liegen jetzt auf Platz zehn, während sich die Mannschaft von Trainer Sepp Aschauer, der diesmal die alleinige Verantwortung trug, zwei Plätze dahinter einreiht. »Wir haben eine sehr konzentrierte Mannschaftsleistung gezeigt«, meinte Ampfings Trainer Sven Vetter nach dem Abpfiff, wohl wissend, dass seine Truppe in der ersten halben Stunde einige brenzlige Situationen zu überstehen hatte.

Fast an allen gefährlichen Aktionen der »Anschöringer« war Torjäger Sebastian Leitmeier beteiligt, der durch eine Wadenverletzung gehandicapt war. Wer weiß, wie das Derby gelaufen wäre, wenn der Altenmarkter im Vollbesitz seiner Kräfte auf Torejagd hätte gehen können? Zusätzliches Problem der Gelb-Schwarzen: Auch Alexander Köberich konnte aufgrund einer Grippe nicht die gewohnten Akzente setzen und musste ebenfalls vorzeitig raus.

Den folgenschwersten Wechsel vollzog Aschauer aber in der 55. Minute, als er Stephan Schmidhuber für Andreas Koch brachte. Nur zwei Minuten nach seiner Einwechselung flog der Routinier nach einem Zweikampf mit Thomas Deißenböck mit Rot vom Feld, weil er gegen seinen, mit ihm am Boden liegenden Gegenspieler nachtrat.

»Bis zu dem Zeitpunkt hatten wir alle noch das Gefühl, dass wir das Blatt noch wenden können«, so SVK-Sprecher Sepp Thanbichler, der den Spielverlauf schnell analysierte: »Wir haben aus unserem klaren Chancenplus nichts gemacht, Ampfing hat dagegen aus vier Möglichkeiten drei Treffer erzielt. Das war hoch effizient. Der Genickbruch war ganz eindeutig die Rote Karte.«

Der SVK legte los wie die Feuerwehr und Leitmeier hatte in der 18. Minute das 1:0 auf dem Fuß, als er Max Göldel aussteigen ließ, aber knapp über den Kasten zielte. Nur einer echter Glanztat von Jens Kern war es zu verdanken, dass die Platzherren in der 28. Minute nicht in Rückstand gerieten, als Leitmeier nach Flanke von Sebastian Wasner einen wuchtigen Kopfball aus zehn Meter anbrachte, doch Kern den Ball mit den Fingerspitzen an die Oberkante der Latte lenkte. Eine Minute später war es wieder Leitmeier, der im Sechzehner knapp scheiterte, ehe er in der 34. Minute das Außennetz traf und Sekunden später eine Flanke von Christian Heinrich nicht richtig verarbeiten konnte.

Mit dem ersten vernünftigen Angriff erzielten die Ampfinger gleich den Führungstreffer. Markus Salzger schickte Sturmführer Mario Maric in die Gasse. Der Mittelstürmer blieb vor SVK-Schlussmann Lukas Hoyer abgeklärt genug, um den Ball einzuschieben.

Gleich nach Wiederbeginn bot sich eine dicke Chance für Tim Bauernschuster, die Hoyer vereitelte (47.), ehe Köberich mit einem Pfostentreffer Pech hatte. Kirchanschöring drückte, Ampfing konterte und nach einer tollen Kombination über Philip Rodriguez und Seyed-Suheil Amadodin war es Letzterer, der aus 17 Meter flach zum 2:0 ins Eck traf (55.).

Nach dem Stimmungsknick durch den zweiten Treffer und der Roten Karte war das Derby entschieden. Rodriguez machte in der 65. Minute mit einem feinen Lupfer nach Vorarbeit von Deißenböck und Salzger noch den Deckel drauf, als der Ball via Innenpfosten den Weg ins Tor fand (65.). »Danach hätten wir auch noch höher gewinnen können«, so Vetter, dem aber durchaus bewusst war, dass dies des Guten zu viel gewesen wäre. MB.