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Trotzreaktion nach der Pause

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Reichenhalls Mittelfeldregisseur Florian Huber (links) krönte seine starke Vorstellung mit einem Doppelpack. Der Ruhpoldinger Angreifer Elvis Aydin hatte in dieser Szene das Nachsehen. (Foto: Bittner)

Der zweite Spieltag in der Fußball-Kreisklasse 4 ist weit auseinandergezogen. Während der TSV Bad Reichenhall gegen den SV Ruhpolding bereits am Dienstagabend (5:2) spielte, sind zwei Partien erst für Sonntag angesetzt. Die Begegnung des SV Laufen gegen den TSV Fridolfing ist sogar ganz verschoben worden und zwar auf Donnerstag, 19. September, 19 Uhr.

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TSV Bad Reichenhall - SV Ruhpolding 5:2

Eine gelungene Trotzreaktion nach der Pause bescherte dem TSV Bad Reichenhall den ersten Saisonsieg. 5:2 lautete das klare Ergebnis gegen Aufsteiger SV Ruhpolding, der den Kurstädtern in der ersten Hälfte aber große Probleme bereitet hatte. Die Gäste waren dem Wunsch der Gelb-Schwarzen nachgekommen, die Partie vom 2. Spieltag um vier Tage vorzuverlegen – einige Spieler reisten tags darauf zum viertägigen Musikfestival »FM4 Frequency« ins niederösterreichische St. Pölten.

Der TSV versuchte, das Geschehen sofort an sich zu reißen, doch zunächst gab Ruhpolding den Takt vor und bereitete der TSV-Abwehr arge Schwierigkeiten. Dennoch hätte ein Konter zur Gastgeber-Führung führen müssen, aber Stürmer Georg Hocheder legte sich die Kugel völlig frei vor SVR-Schlussmann Xaver Utzinger zu weit vor (3.). Fünf Minuten drauf stand‘s 0:1. Zwei Top-Paraden von Robert Töpel gegen Florian Schweiger nützten nichts, der dritte Versuch per Drehschuss saß, weil in der Reichenhaller Abwehr Verwirrung herrschte (8.). Fast vom Anstoß weg verpassten die Platzherren den prompten Ausgleich: Ioan Maris hatte aus spitzem Winkel zu scharf für Kollege Hocheder zur Mitte gespielt (10.).

Nachdem der Reichenhaller Julian Ohlhoff einen Ball auf die Lattenoberseite bugsiert hatte (17.), hielt Robert Töpel seine Farben mit einer Glanzparade gegen Felix Daburger im Spiel (21.). Florian Huber brachte die Kugel schließlich allein vor Utzinger nicht hinter die Linie, den Abpraller setzte Maris aus großer Entfernung ans Quergebälk (33.).

Knackpunkt für die Niederlage des Aufsteigers war das 1:1 kurz vor der Pause: Schiedsrichter Michael Alt ließ nach einem Foul an Elvis Aydin nahe des Mittelkreises weiterspielen, über Simon Kowarsch kam die Kugel zu Julian Ohlhoff, der sie rechts an Utzinger vorbei ins Netz bugsierte (43.).

Nach einer verkürzten Pause pfiff Alt vor rund 50 Zuschauern Durchgang zwei an, die Helligkeit ließ bereits bedrohlich nach. Und Reichenhall wendete das Blatt, schlug den souveränen Meister der A-Klasse 6 der Vorsaison jetzt mit seinen eigenen Waffen – was im Anschluss auch Gäste-Coach Tom Stutz bestätigte. Der TSV konterte jetzt selbst – und im Gegensatz zum Gegner höchst erfolgreich: Lediglich 70 Sekunden waren absolviert, als Ioan Maris einen Zuckerpass von Georg Hocheder aufnahm und Utzinger zum 2:1 (47.) überhob.

Der Fünfte der letzten Saison blieb nun dran und sorgte acht Minuten drauf für die Vorentscheidung: Torwart Utzinger konnte das nasse Leder nach einem Maris-Schuss nicht festhalten, die Kugel lag frei, gleich drei TSVler stürmten drauf zu und erreichten es knapp vor dem Schlussmann. Letztlich brachte Mittelfeld-Regisseur Florian Huber die Stiefelspitze hin und belohnte seinen schon in der ersten Hälfte starken Auftritt mit dem 3:1 (55.). Mit dem Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken entwickelten die Saalachstädter nun wahre Spielfreude und legten das 4:1 (67.) nach, Huber verwertete einen feinen Lochpass von Maris.

Ein Duell zweier heimischer Top-Tischtennisspieler – der eingewechselte Thomas Nawratil gegen Robert Töpel – entschied dann der Ruhpoldinger für sich, was den Reichenhaller ein wenig wurmte. Doch gleich nach diesem 4:2 (77.) stellte der TSV den alten Abstand wieder her: Ioan Maris überwand Utzinger an diesem Regen-Abend ein zweites Mal – 5:2 (78.). Am Ende vergaben Maris (82.) und Abwehrchef Marcus Mayr (83.) per Kopf weitere Großchancen für einen noch höheren Kantersieg.

In den letzten Minuten wurde es bereits sehr dunkel, gerade noch rechtzeitig vor irregulären Verhältnissen pfiff Alt ohne eine Sekunde Nachspielzeit ab. Einen klassischen Fehlstart konnten die Kurstädter mit diesem ersten Dreier erstmal abwenden, während beim Aufsteiger aus der Biathlon-Metropole nach zwei Spielen null Punkte und 4:13 Tore zu Buche stehen. bit

Beim SC Vachendorf war der Ärger nach dem 4:4 beim FC Bischofswiesen groß. Besonders die Rote Karte für Abwehrchef Michael Kirsch- ner gleich in der Anfangsphase der Partie erhitzte die Gemüter beim SCV. Und: Kirschner ist damit jetzt gesperrt, was die Sorgenfalten bei SCV-Trainer Martin Meier noch größer werden lässt. »Wir haben zudem ja schon sehr viele verletzte und kranke Spieler.«

Nichtsdestotrotz steht jetzt am Sonntag um 15 Uhr das erste Heimspiel der Saison auf dem Programm. Zu Gast ist der SC Anger, der zum Auftakt den SV Ruhpolding mit 8:2 überrollt hat.

»Mit Anger erwarten wir einen Top-Favoriten der Liga«, sagt Vachendorfs Trainer Martin Meier und ergänzt: »Anger ist eine kompakte, starke und ausgeglichene Mannschaft.« Er erinnert sich ungern an die vergangene Saison zurück: »Da haben wir zwei schmerzhafte Niederlagen einstecken müssen.« Diesmal will Vachendorf es besser machen. »Wir wollen Anger alles abverlangen«, kündigte Meier an.

Ebenfalls am Sonntag um 17 Uhr greift der TSV Tittmoning erstmals ins Geschehen ein. Am ersten Spieltag war der TSV gleich spielfrei. Jetzt ist der SV Linde Tacherting zu Gast, der zum Start 3:0 gegen den TSV Fridolfing gewonnen hat. SB

DJK Otting - SV Oberteisendorf 5:4 (3:1). Tore: 1:0 Matthias Zahnbrecher (6.), 2:0 Thomas Schweiger (23./Elfmeter), 3:0 Manuel Gaber (38.), 3:1 Peter Enzinger (45 + 1.), 3:2 Peter Enzinger (49./Elfmeter), 3:3 Andreas Willberger (54.), 4:3 Theo Lackenbauer (57.), 4:4 Markus Rechenauer (76.), 5:4 Markus Baumgartner (90. + 4/Elfmeter).

Heiligkreuz - FC Bischofswiesen 0:1 (0:1). Tor: 0:1 Fabian Motz (22.).