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Trotz Handicaps auf Titelkurs

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Sie lieferten sich harte Positionskämpfe: Markus Reiterberger (vorn), Xavi Forés (Nr. 1) und Max Neukirchner.

Der Obinger Markus Reiterberger bleibt in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in der Klasse Superbike auf Erfolgskurs. Auch bei der dritten Veranstaltung der Saison – und damit bereits der zweiten am Lausitzring – zeigte der Pilot des Teams Van Zon-Remeha-BMW wieder eine starke Leistung. Im ersten Rennen holte er sich den zweiten Platz, im zweiten sogar den Sieg.


Zusatzgewicht gut auf das Motorrad verteilt

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Dabei musste er erstmals ein Handicap verkraften. Da er die bisherigen vier Saisonläufe allesamt gewonnen hatte, musste er mit vier Kilogramm Zusatzgewicht am Motorrad auf die Strecke gehen. »Wir haben die Gewichte möglichst gut am ganzen Motorrad verteilt, das hat gut geklappt«, freut sich der 21-Jährige. Er fuhr erstmals in dieser Saison in der Super Pole um den besten Startplatz die Bestzeit. Doch im ersten Lauf merkte er trotzdem leichte Unterschiede.

Durch das Zusatzgewicht »war die Maschine etwas schwerer zum Umlenken, und beim Beschleunigen aus der Kurve heraus hat das die Reifen stark beansprucht.« Letztlich »war Max Neukirchner einfach einen Tick schneller als ich«, lobt er den Yamaha-Piloten, der sich den Sieg vor »Reiti« und dem Ducati-Duo Xavier Forés (Spanien) und Lorenzo Lanzi (Italien) sicherte.

Für den zweiten Durchgang »haben wir etwas an der Gabel verändert und das Gewicht anders verbaut, so konnte ich etwas reifenschonender fahren und kam besser aus der Kurve heraus.« Trotzdem musste er zunächst hart kämpfen, um sich gegen Forés durchzusetzen. Hauptkonkurrent war anschließend aber wieder Ex-Superbike-WM-Pilot Max Neukirchner.

Spannende Zweikämpfe »komplett am Limit«

»Wir sind beide komplett am Limit gefahren, Max war immer knapp dran. Das war ein geiles Rennen«, zeigt sich der Obinger begeistert. Mit seinem Sieg vor Neukirchner, Forés und Lanzi baute er seine Führung in der Gesamtwertung aus. Hinter Reiterberger (145 Punkte) folgen Neukirchner (101), Forés (100) sowie Lanzi (83).

In der Superstock-Klasse baute Mathieu Gines (Frankreich/Yamaha mit einem Doppelsieg – jeweils vor Roman Stamm (Schweiz/Kawasaki) – seinen Vorsprung aus. Je einen dritten Platz erreichten der Salzburger Lukas Trautmann (Yamaha) und Lucy Glöckner (Nordhorn/BMW), Trautmann ist auch Gesamtdritter hinter Stamm. Ohne Punkte blieb diesmal der Pallinger Christian Schmid (BMW), der im zweiten Lauf aber immerhin den 16. Rang erreichte.

Insgesamt gesehen »bin ich erleichtert, dass es mit dem Zusatzgewicht so gut geklappt hat. Da hat das Team hervorragende Arbeit geleistet«, lobt Reiterberger. Noch mehr freuen durfte er sich aber darüber, dass die Veranstaltung wieder gemeinsam mit dem Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) ausgetragen wurde. So hatten die Zweiradartisten deutlich mehr Zuschauer als sonst, denn »ungefähr die Hälfte der 60 000 DTM-Zuschauer hat sich auch unsere Läufe angesehen.«

Und: Auch die Chefetage von BMW Motorsport war am Ring. Während es beim Autorennen diesmal weniger erfreulich lief, sahen die Verantwortlichen auch Reiterbergers starke Leistungen, »das ist schon richtig gut für uns«, freut er sich.

Vom Lausitzring ging es für ihn zunächst einmal dann zu Tests nach Misano (Italien). Dort testete Reiterberger für seinen ersten Superbike-WM-Einsatz per Wildcard. »Mein IDM-Motorrad ist ja eh schon das beste, das ich je gefahren bin. Aber das WM-Motorrad – es hat noch etwas bessere Bremsen und Federn und einen etwas stärkeren Motor – ist ja noch genialer«, zeigt er sich begeistert.

Vom Nürburgring geht's nach Misano

Und so kann er voller Vorfreude auf die nächsten Wettbewerbe vorausblicken: Am Wochenende 13./14. Juni findet der nächste IDM-Lauf am Nürburgring statt, eine Woche später geht es zum WM-Einsatz nach Misano. Auch dort möchte der junge Obinger gut mitmischen – denn das Ziel bleibt es, im nächsten Jahr die komplette WM-Saison bestreiten zu können. who