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»Trotz guter Leistungen noch Luft nach oben«

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Er erlebte eine insgesamt erfolgreiche Saison seiner Schützlinge, sieht aber noch »Luft nach oben«: IBU-Cup-Trainer Remo Krug. (Foto: DSV)

Mit zwei Podestplätzen haben die deutschen Biathleten den IBU-Cup in Khanty-Mansijsk (Russland) beendet. Sowohl Karolin Horchler (WSV Clausthal-Zellerfeld) als auch Florian Graf (WSV Eppenschlag/beide Stützpunkt Ruhpolding) stürmten in den Verfolgungsläufen noch weit nach vorne und erkämpften jeweils den 3. Platz.


Besser noch: Karolin Horchler machte damit ihren Gesamtsieg im IBU-Cup perfekt. Mit 675 Punkten setzte sie sich vor Chloe Chevalier (Frankreich/613) sowie ihrer Schwester Nadine Horchler (SC Willingen/604) durch, Gesamtsechste wurde Luise Kummer (SV Frankenhain/609). Karolin Horchler gewann zudem die Sprint-Gesamtwertung des Cups.

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Lohn der guten Leistungen: Beide Horchler-Schwestern dürfen beim Weltcupfinale in Tjumen (Russland) antreten. »Sie sind gleich mit dem Bus von Khanty-Mansijsk nach Tjumen weitergefahren. Für die gut 800 Kilometer waren sie rund elf Stunden unterwegs«, so der für das IBU-Cup-Team zuständige Trainer Remo Krug.

Nach dem Sprint hatte es noch nicht so gut ausgesehen. Auf der 7,5-km-Strecke hatte sich die Österreicherin Julia Schwaiger aus Saalfelden (23:19,3 Minuten/0 Schießfehler) durchgesetzt, Horchlers härteste Konkurrentin Chevalier (+ 27,4/1) hatte Platz 4 verbucht. Beste Deutsche war Janina Hettich (SC Schönwald/+ 1:08,2/1) als Zehnte direkt vor Nadine Horchler (+ 1:16,7/2). Die weiteren Platzierungen: 14. Luise Kummer, SV Frankenhain + 1:31,1/1; 18. Karolin Horchler + 1:38,5/3; 29. Annika Knoll, SV Friedenweiler + 2:51,7/4.

In der Verfolgung zeigte Karolin Horchler eine Glanzleistung. Nur die Sprint-Dritte Irina Uslugina (31:19,2/1) und die Sprint-Zweite Anastasija Jegorowa (beide Russland/+ 11,2/4) lagen im Ziel nach 10 km noch vor der fehlerfrei schießenden 28-Jährigen (+ 28,9/0). Auch die anderen Deutschen rückten nach vorne: 6. Luise Kummer + 1:26,9/1; 7. Nadine Horchler + 1:28,3/3; 9. Janina Hettich + 1:54,3/3; 28. Anika Knoll, + 6:23,7/5.

Bei den Männern lag im Sprint Alexej Slepow vor Alexander Loginow (beide Russland/+ 6,5/1) sowie Vetle Sjastaad Christiansen (Norwegen/+ 53,8/0). Die deutschen Ergebnisse: 8. Philipp Nawrath (SK Nesselwang/Stützpunkt Ruhpolding/+ 1:27,3/2); 10. David Zobel, SC Partenkirchen + 1:35,5/2; 11. Florian Graf, WSV Eppenschlag + 1:36,6/3; 16. Marco Groß, SC Ruhpolding + 1:51,1/0; 24. Philipp Horn, SV Frankenhain + 2:18,0/3; 28. Dominic Reiter, SC Ruhpolding + 2:39,4/2.

Nach der 12,5 km langen Verfolgung lag Loginow vor Slepow (+ 53,0/1), Graf (+ 2:34,6/2) schob sich noch auf den 3. Platz vor. »Das hat er zum Abschluss nochmal richtig gut gemacht«, lobt Remo Krug. Die weiteren Ergebnisse: 10. David Zobel + 3:41,8/4; 15. Marco Groß + 4:04,4/3; 16. Philipp Nawrath + 4:05,7/7; 18. Philipp Horn + 4:09,9/4; 24. Dominic Reiter + 5:19,1/3.

In der Cup-Gesamtwertung setzte sich der Norweger Christiansen (721 Punkte) vor seinem Landsmann Fredrik Gjesbakk (587) sowie Petr Paschenko (Russland/571) durch. Florian Graf (441) schob sich noch auf den achten Platz vor. Auf Rang 11 landete Zobel (370) Rang 17 ging an Horn (292) vor Nawrath (289).

»Wir waren insgesamt schon ganz erfolgreich«, blickt Krug auf die Saison zurück. Doch es blieben auch einige Wünsche offen. Insbesondere bei der Europameisterschaft, wo die Frauen im Gegensatz zu den Männern (Bronze für Philipp Horn im Einzellauf) ohne Edelmetall geblieben waren. Dafür waren während der Saison vor allem die Männer »insgesamt besonders im Schießen zu instabil. Aber auch bei den Frauen ist noch Luft nach oben«, so der Inzeller. Denn trotz vieler Podestplätze »wäre noch mehr drin gewesen.«

Erfreulich sei aber gewesen, dass sich die Sportler »mannschaftlich meist geschlossen gut« präsentiert hätten. Die Damen wurden sogar im IBU-Cup im Nationencup hinter Russland (7698 Punkte) mit 7148 Zählern Gesamtzweite, die Männer erreichten hinter Norwegen (7582), Russland (7511) und Frankreich (6934) mit 6789 Punkten Rang 4. Eine gute Bilanz – doch in der nächsten Saison will man versuchen, diese noch zu verbessern ... who