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Trotz gutem Einsatz hat es nicht gereicht

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Zog ein Feuerwerk an Griffkünsten ab: Traunsteins Artur Tatarinov (rotes Trikot) holte die Maximalzahl an Punkten, er konnte aber die knappe TVT-Niederlage nicht verhindern. (Foto: Wittenzellner)

Wie bereits befürchtet hat es nicht gereicht für die Traunsteiner Ringer. Die Truppe von Trainer Petar Stefanov musste sich in der Franz-Eyrich-Halle dem SC Oberölsbach mit 16:20 geschlagen geben. Mit 2:16 lag der TVT bereits zurück, ehe man zu einer eindrucksvollen Aufholjagd ansetzte. Am Ende reichte es vor 150 Zuschauer aber nicht für Punkte in der Bayernliga.


Los ging es mit einer Niederlage: Nachwuchsringer Tobias Einsiedler (57 kg, Freistil) stand gegen den bulgarischen Ex-Kaderringer Nikolay Dobrev trotz mutiger Gegenwehr auf verlorenem Posten und musste noch in der ersten Runde eine Niederlage mit Technischer Überlegenheit akzeptieren. 0:4.

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Nicht besser lief es für Andreas Boschko (130 kg, Greco) gegen den Sieger der panamerikanischen Wettkämpfe, Kevin Mejia. Der Spitzenathlet aus Honduras verließ die Matte als überlegener Sieger. 0:8.

Farhad Quaderi springt für Gökhan Tetik ein

Chancenreicher ging Luca Zeiser (61 kg, Greco) auf die Matte: Der deutlich ältere Christian Gregor stellte sich ihm entgegen, konnte das TVT-Talent geschickt blocken und machte die nötigen Punkte ebenfalls mit Technischer Überlegenheit (mindestens 15 Punkte Differenz). 0:12

Für den beruflich verhinderten Halbschwergewichtler Gökhan Tetik musste Farhad Quaderi auf die Matte. Gegen den versierten Oberölsbacher Patrick Fanderl kämpfte er auch gegen den Gewichtsnachteil in Höhe von über 20 Kilogramm – eine zu Beginn sehr hohe Hürde. Der schnelle Traunsteiner zeigte aber einige geschickte Aktionen und lag plötzlich bei Punktegleichheit vorne. Nach einem Konter verletzte sich der für den TVT ringende Afghane und wurde geschultert. 0:16.

Vier Kilogramm kochte Mahsun Ersayin unter der Woche wieder ab, um vor der Pause gegen Martin Kölbl im Freistil-Leichtgewicht (66 kg) Punkte zu holen. 6:3 stand es nach sechs Kampfminuten für den Traunsteiner Ringer. Mit einem hohen 2:16-Rückstand ging es damit in die Pause.

Stefanov hoffte auf Besserung in der zweiten Hälfte der zehn Kämpfe, die sich teilweise einstellte. Zeigte doch Alexej Patalaschko im Greco-Mittelgewicht (86 kg) gegen den früheren Militärweltmeister Peter Engelhardt eine ausgezeichnete Leistung. Der Gästeringer war permanent in der Defensive und musste zweimal aufgrund angezeigter Passivität in die Bodenlage. Patalaschko münzte seinen Vorteil in einen sicheren und nicht unbedingt erwarteten 7:0-Sieg. 4:16.

Artur Tatarinov (66 kg, Greco) bekam es wie erwartet mit Daniel Sittel zu tun. Wie schon im vergangenen Jahr war er wieder klar der Chef auf der Matte. Für die Traunsteiner Fans hatte der Kampf nur einen Schönheitsfehler: Er war zu kurz. Nach 1:55 Minuten verbuchte der Traunsteiner mit einem wahren Grifffeuerwerk 16 Punkte und siegte mit Technischer Überlegenheit. 8:16.

Um die Chance auf einen Sieg noch offen zu halten, durfte der mannschaftsdienlich eingesprungene Jugendtrainer André Singer keinen Sieg des früheren Bundesligaringers Norman Pickut zulassen. Dieser nutzte aber eine Unachtsamkeit und legte den Traunsteiner aufs Blatt. Damit waren die Oberpfälzer uneinholbar in Führung gegangen. 8.20.

Im vorletzten Kampf musste Eduard Tatarinov im Freistil-Weltergewicht (75 kg) gegen Robin Himmler seine feine Technik unter Beweis stellen, was ihm gut gelang. Mit Hochgeschwindigkeit schrieb der TVT-Ringer seine Punkte, nach gut zwei Minuten standen 16:0 Punkte angeschrieben. 12:20.

Plamen Petrov (75 kg, Greco) mühte sich redlich, den Kampf noch etwas zu verlängern. Nach 48 Sekunden stand aber der Schultersieg gegen Michael Sittel nach einer 14:0-Führung.

»Ich kann unserer Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat alles gegeben«, zog TVT-Chefcoach Petar Stefanov eine positive Bilanz. »Natürlich wollen wir weiter unsere eigenen Leute einbauen und ihnen weitere Kampferfahrung ermöglichen. Auf Einkaufstour zu gehen und Ringer für einen Kampf herzuholen, ist für uns keine Option«, zeigte er die Linie des TVT auf. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass die eine oder andere Lücke der Traunsteiner Punkte kostet – und wie im Kampf gegen Oberölsbach den Sieg. »Ich bin trotzdem zuversichtlich, dass wir uns in der Endabrechnung der Liga erfolgreich behaupten werden «, betonte Stefanov.

Ersatzgeschwächter Nachwuchs unterliegt Anger

Weitgehend die Erwartungen erfüllen konnten die Nachwuchsringer in der Grenzlandliga. Im Heimkampf gegen den SC Anger musste die Staffel um Jugendleiter André Singer aber eine 16:21-Heimniederlage einstecken. Geschwächt durch einige krankheitsbedingte Ausfälle konnte man nicht ganz an die guten Leistungen beim zuletzt gezeigten Sieg in Vigaun anknüpfen. Viele junge Ringer zeigten aber »Biss«, die Mannschaft hätte die Chance auf den Gesamtsieg gehabt.

Für den TVT waren Justin Flemmer (29 kg), Daniel Flemmer (34 kg), Leopold von Ellerts (38 kg) und Tobias Einsiedler (60 kg) erfolgreich. Weitere Ringer waren Sabina von Ellerts (31 kg), Leonard Rube (42 kg), Maximilian Bach (46 kg), Maximus Minchev (50 kg), Sanaullah Nasraty (55 kg) und Philipp Schrag (76 kg). awi