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Trostberg Derbysieger gegen Traunstein

5.0
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Kämpfe auf hohem Niveau brachte das Derby der Ringer-Bayernliga zwischen dem TV Traunstein und dem favorisierten TSV Trostberg. Die rund 300 Zuschauer – darunter auch viele Traunsteiner Fans – wurden nicht enttäuscht. Das Ergebnis mit 23:17 für die Gastgeber entsprach nicht ganz den Hoffnungen der Traunsteiner, aber: »Trostberg ist kaum zu schlagen. Die Mannschaft hat kaum Schwächen«, erkannte Traunsteins Cheftrainer Petar Stefanov an. Stefanov – der jahrelang selbst Trainer in Trostberg gewesen war – hatte seinen Teil dazu beigetragen, dass die Alzstädter nun auch die Früchte einer guten Arbeit ernten, die aber auch die Handschrift des derzeitigen Trostberger Trainers Alexander Schrader zeigt, der diesmal auch selbst auf die Matte ging.


Im Vorfeld der Begegnung lobte Trostbergs Abteilungsleiter, der ehemalige Traunsteiner Ringer Christian Philipp, dass man sich nach Jahren schwieriger Beziehungen nun wieder auf einem sportlich guten und fairen Nebeneinander bewege. Auf der Matte schenkten sich die beiden Mannschaften dann aber nichts, verbissen wurde um jeden Punkt gekämpft. Die Mattenduelle im Einzelnen:

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55 kg (Freistil): Zum zweiten Mal standen sich in der Eingangsklasse der 15-jährige Eduard Tatarinov und der erfahrene Ex-Oberligaringer Michael Nachreiner gegenüber. Ohne Scheu bot Tatarinov dem Trostberger Paroli und hätte mit etwas mehr Glück und Routine den Sieg einfahren können. So stand es nach einem engen Duell 3:0 für den Gastgeberringer.

120 kg (Greco): Hier bekam es Vitali Zeleznjak mit Gastgeber-Chef Christian Philipp zu tun. Gegen den kraftvollen Standkampf des TVT-Ringers fand Philipp kein Mittel, konnte Zeleznjak aber in der ersten Runde in der Schlusssekunde noch im Boden durchdrehen, was einen Rundengewinn für ihn bedeutete. Am Ende war es aber doch eine relativ sichere Angelegenheit für den TVT-Schwergewichtler, der in vier Runden siegte: Gesamtstand 3:4 aus TVT-Sicht.

60 kg (G): Stanislaw Dziopak (TVT) musste sich im Bantamgewicht guter Gegenwehr von Ersayin Mahsun stellen. In den entscheidenden Momenten behielt aber die Routine des Vachendorfers Dziopak die Oberhand, der in drei knappen Runden siegte: 6:4.

96 kg (F): Im Duell zwischen Michael Reiter und dem Trostberger Trainer Alex Schrader musste sich der Traunsteiner noch in der ersten Aktion geschlagen geben, verletzte sich dabei aber am Knie: 6:8.

66 kg A (F): Vor der Pause musste sich Ilja Vorobev gegen den favorisierten Trostberger Tobias Häusl beweisen. Traunsteins Trainer Stefanov hatte seinem Schützling schon im Abschlusstraining klar gemacht: »Du kannst den Häusl packen.« Vorobev zeigte seine beste Saisonleistung und setzte sich in fünf Runden durch. Völlig entkräftet schaffte er es, nach dem Kampf noch mit Anlauf in die Arme seines Trainers zu springen: 9:10.

84 kg A (G): Eine unlösbare Aufgabe bekam Alexander Georg mit dem ungarischen mehrfachen Welt- und Europameisterschaftsteilnehmer Patrick Szabo. Georg verteidigte sehr geschickt, musste aber nach einem Heber verletzungsbedingt in Rückstand aufgeben: 9:14.

66 kg B (G): Auch im klassischen Leichtgewicht (66 kg, Greco) hatte der junge Johann Teterja gegen den erfahrenen Jakob Rottenaicher nichts zu bestellen und kassierte noch in der ersten Runde nach einem Armzug Rottenaichers eine Schulterniederlage: 9:18.

84 kg (F): Hochspannung dann im Freistil-Mittelgewicht zwischen Borislav Dobrev (TVT) und Hannes Batt. Der Trostberger holte die ersten beiden Runden. Doch Dobrev zeigte Biss. Die Traunsteiner reklamierten in der zweiten Runde zurecht eine nicht gegebene Zweierwertung, und haderten mit einer Wertung in der vierten Runde, die mit dem Schlussgong Batt zugesprochen wurde, was den Vier-Runden-Sieg für ihn gegen Dobrev bedeutete und den endgültigen Sieg Trostbergs: 10:21.

74 kg A (F): Mit Wut im Bauch über die Niederlage seines Bruders ging Ivan Dobrev (TVT) gegen den Ex-Bundesligaringer Rainer Morasch auf die Matte, der gleich mit seinen gefürchteten Kippen punktete und »Vollgas« gab. Dobrev konnte sich mit Beinangriffen Vorteile verschaffen und »packte« Morasch in einer anfänglich noch ungefährlichen Situation so ein, dass dieser aufs Blatt musste: 14:21.

74 kg B (G): Einen Fünf-Runden-Kampf lieferten sich Alexej Patalaschko und der körperlich starke Markus Fischer. Patalaschko konnte den Trostberger in der ersten Runde drehen, in der Zweiten nicht und hätte diesen in der vierten Runde nach einem abgefangenen Dreher fast geschultert. Am Ende ging der Kampf mit 3:2 an den TVT-Ringer zum 23:17-Endstand für die Gastgeber.

TVT-Nachwuchs stark

In der Schüler-Grenzland-Liga gewann Tabellenführer TVT bei den noch sieglosen Trostbergern mit 27:9, wobei sich die Gastgeber aber gut hielten. awi

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