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Trostberg Chiefs »wie aus einem Guss«

5.0
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Die Trostberg Chiefs haben sich gefangen und lassen sich auch durch den Ausfall von Leistungsträgern oder unglückliche Gegentore nicht aus der Bahn werfen. Das zeigte eindrucksvoll der 8:3-Sieg in der Eishockey-Landesliga, als die dezimierte Lehmann-Truppe den EHC Bad Aibling nach Belieben dominierte, obwohl in jedem Drittel die Gäste das erste Tor erzielten und man den ebenso kuriosen wie vermeidbaren Anschlusstreffer zum 3:2 mit zwei Mann mehr auf dem Eis kassierte.


Die Chiefs präsentierten sich gefestigt und taktisch diszipliniert, sodass man die spielerische Überlegenheit nunmehr auch in Siege ummünzt und eine Führung nicht mehr so leicht aus der Hand gibt.

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Ein unglücklicher Wechsel war es, der in der 32. Minute des einseitigen Lokalderbys nochmal kurz Spannung aufkommen ließ, weil der ansonsten starke TSV-Torsteher Maxi Kruck trotz Fünf-gegen-Drei-Überzahl auf einmal keine Anspielstation mehr hatte. So beförderte er die Hartgummischeibe zu einem Gegenspieler, dessen Weitschuss von der hinteren Bande abprallte, sodass Zwartjes aus spitzem Winkel zum 3:2 ins leere Tor abstauben konnte.

Doch Trostberg war an diesem Abend einfach zu druckvoll und entschlossen und Bad Aibling zu harmlos und unmotiviert, als dass man im TSV-Lager um den wichtigen Sieg wirklich bangen musste. Es dauerte auch nur 43 Sekunden, ehe die Gastgeber wieder für klare Verhältnisse sorgten.

Binnen eineinhalb Minuten schlug es dreimal im EHC-Kasten ein: der wieder sehr starke Florian Wehle schaffte mit seinem zweiten Tor das 4:2, Stefan Feldner hämmerte den Puck aus der Distanz ins Kreuzeck, und auch der spielfreudige Thomas Scheck traf zum zweiten Mal, nachdem ihn der unermüdliche und immer besser werdende Milan Marnota perfekt freigespielt hatte.

Auch im Schlussdrittel erwischte zwar Bad Aibling den besseren Start und verkürzte auf 6:3. Doch sorgten Stephan Bozner und Routinier Ken Grapentine, der zusammen mit Rückkehrer Oleg Matveenko und Nachwuchstalent Philipp Berger stürmte, für den höchsten Saisonsieg.

»Wir haben zum Teil wie aus einem Guss gespielt«, freute sich Michael Lehmann über die tolle Vorstellung seiner Mannschaft. »Wenn bei einem 8:3-Sieg das einzige Manko die mangelnde Chancenverwertung ist, dann hat man wirklich ein Luxusproblem.« Vor allem lobte der Chiefs-Trainer das, trotz des Gegentreffers überzeugende Überzahlspiel und das kompakte Defensivverhalten seiner Mannschaft, die kaum Torchancen der Bad Aiblinger zuließ. »Und wie gut wir in Schwung sind, zeigt auch die Tatsache, dass wir vier Topstürmer ersetzen konnten«, bilanzierte Lehmann, der auf Martin Hagemeister, Rainer Roßmanith, Lukas Feldner und Alexander Wimmer verzichten musste.

Zwar reichte das 8:3 nicht ganz, um nach der 3:9-Hinspielpleite in Bad Aibling den Direktvergleich für sich zu entscheiden, doch ist der TSV Trostberg nach dem dritten Sieg in Folge nun auf dem besten Weg den Klassenerhalt zu schaffen. »Nach Minuspunkten haben wir uns jetzt schon ein Polster von sieben Zählern zu den beiden Abstiegsplätzen verschafft, das sieht sehr gut aus«, so Trainer Lehmann, der sich in dieser Form auch Chancen gegen die Spitzenteams der Landesliga ausrechnet.

Mit zwei davon kreuzen die Chiefs am Wochenende die Klingen: am Freitag geht es zum Tabellenvierten ESC Kempten, am Sonntag empfängt man Spitzenreiter Pfronten.

TSV Trostberg - EHC Bad Aibling 8:3 (3:1, 3:1, 2:1): Tore: 0:1 (6.) Spicker, 1:1 (15.) Marnota, 2:1 (16.) Wehle, 3:1 (19.) Scheck, 3:2 (32.) Zwartjes, 4:2 (33.) Wehle, 5:2 (34.) S. Feldner, 6:2 (34.) Scheck, 6:3 (42.) Bruhnke, 7:3 (43.) Bozner, 8:3 (48.) Grapentine; Strafminuten: TSV 10, EHC 18; Zuschauer 380. tt