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Trostberg Chiefs hatten das Glück auf ihrer Seite

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Er war einer der besten in der Mannschaft des DEC Inzell: Renaldo Caumont (Bildmitte), der hier an Chiefs-Torhüter Adam Vrba scheitert. (Fotos: Wukits)

Lange sah es nach einem Sieg des DEC Inzell im Derbyhit vor 800 Zuschauern in der Max-Aicher-Arena aus. Doch die Trostberg Chiefs verwandelten die Partie der Eishockey-Landesliga Nordost beim Erzrivalen nach einem 1:2-Rückstand noch in einen 3:2-Sieg um.


Chiefs-Trainer Stefan Feldner war nach dem Match erleichtert: »Heute war das Glück auf unserer Seite. Kompliment an Inzell, wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.« Sein Gegenüber Thomas Rumpeltes war dementsprechend sauer: »Das war die ungerechteste Niederlage, die ich in meiner Trainerkarriere erlebt habe. Wir waren insgesamt die bessere Mannschaft, weil wir mehr investiert haben.«

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Dabei hatte die Partie so recht nach dem Geschmack der Trostberger begonnen. Nach 65 Sekunden setzte Rainer Roßmanith im Anschluss an ein Getümmel vor dem DEC-Gehäuse entschlossen nach und stocherte den Puck mit einem Lupfer ins Tor – 0:1. »So kurios es klingen mag, aber das schnelle Führungstor war unser Problem. Da haben einige gemeint, das geht hier von alleine«, bilanzierte Feldner.

Allerdings fingen sich die Inzeller nach rund zehn Minuten, übernahmen das Kommando und drängten auf den Ausgleich. Sie scheiterten lediglich am abermalig besten Chiefs-Akteur, Torhüter Adam Vrba. Der Tscheche war maßgeblich beteiligt, dass die Chiefs in der Phase des Rückstandes nicht den Todesstoß erhielten. Während der Partie wehrte Vrba alleine vier Alleingänge ab und brachte die Gastgeber schier zur Verzweiflung. »Adam spielt in Karl-Friesen-Manier, er bleibt lange stehen und reagiert auf seine Kontrahenten«, war der Chiefs-Trainer voll des Lobes für seinen Schlussmann, während Thomas Rumpeltes haderte: »Wenn es einen Eishockey-Gott gibt, dann mag er mich nicht. Unglaublich, was der gehalten hat, sogar mit dem Kopf wehrte er die Scheibe ab«.

In doppelter Überzahl kamen die Rumpeltes-Truppe noch vor der ersten Drittelpause zum Ausgleich. Andreas Graf packte einen Hammer aus und ließ Vrba keine Chance (15.). Nur zwei Minuten später hieß es 2:1: Julian Meyer bediente DEC-Neuzugang Renaldo Caumont, der per Direktabnahme die Hartgummischeibe versenkte. »Das Ergebnis war für Trostberg nach 20 Minuten sehr schmeichelhaft«, resümierte Thomas Rumpeltes.

Nicht viel änderte sich im zweiten Spielabschnitt, der torlos verlief. Florian Schwabl traf auf TSV-Seite den Pfosten (25.), auf der Gegenseite musste Vrba gegen Andi Wieser (32.) und Julian Meyer sein ganzes Können aufbieten (35.). In der 37. Minute jubelte der Inzeller Anhang: Tobias Plenk hatte ein tolles Zuspiel von Caumont zum 3:1 versenkt. Doch der Treffer wurde laut Schiedsrichtergespann mit dem Schlittschuh erzielt und so die Anerkennung verweigert.

»Für mich war das ein klares Tor und das Spiel wäre ganz anders verlaufen«, monierte der DEC-Trainer. Sein Kollege auf der Trostberger Bank erklärte diplomatisch: »Ich war rund 40 Meter von der Situation entfernt, darum will ich dazu auch nichts sagen.« Trotz des aberkannten Treffers hätte die Heimmannschaft den Sack zumachen müssen, scheiterte aber immer wieder am überragenden Vrba.

Im Schlussabschnitt kamen die Trostberger wieder besser ins Spiel und erwiesen sich als die clevere Mannschaft. Wimmer scheiterte mit einem Alleingang (41.) und Habereder sowie Roßmanith verfehlten das leere Tor (44.). Bei einem Entlastungsangriff kam Sebastian Schwabl freistehend zum Schuss, doch der Chiefs-Tormann fischte auch diesmal die Scheibe mit der Fanghand aus dem Winkel.

Dann war es allerdings passiert: Marco Habereder stürmte alleine auf Zeller zu, der DEC-Torsteher wehrte ab, aber Thomas Scheck versenkte den Rebound zum Ausgleich. Bezeichnend für den Spielverlauf war der Siegtreffer der Chiefs: Flo Wehle schoss hinter dem Gehäuse Zeller an den Schoner und der Puck fand den Weg ins Tor.

In der Schlussphase warf Inzell ohne Torwart in Überzahl noch einmal alles nach vorne, aber zum Punktgewinn reichte es nicht mehr. »Die Mannschaft hat bis zuletzt an den Sieg geglaubt«, freute sich Feldner nach der Schlusssirene. Thomas Rumpeltes war verständlicherweise enttäuscht: »Es hat nicht sollen sein. Aber die Zuschauer haben ein Klassespiel meiner Truppe gesehen.«

DEC Inzell - TSV Trostberg 2:3 (2:1, 0:0, 0:2): 0:1 (2.) Roßmanith, 1:1 (15.) Graf, 2:1 (17.) Caumont, 2:2 (54.) Scheck, 2:3 (56.) Wehle; Strafminuten: Inzell 10, Trostberg 18; Zuschauer: 800. SHu./td