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Traunsteiner Ringer mit hervorragender Vorstellung

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Hoch war sein Gegner Markus Daferner eingeschätzt: Doch Traunsteins Eduard Tatarinov (rotes Trikot) war mit einer Topleistung von dem ehemaligen deutschen Spitzenringer nicht zu schlagen und holte den Schlusssieg. (Foto: Wittenzellner)

»Dieser Kampf hat uns heute richtig Spaß gemacht. Neben, aber auch auf der Matte. Ich bin sehr stolz auf unsere Mannschaft, die heute wieder gezeigt hat, welches Potenzial in ihr steckt« freute sich Traunsteins Cheftrainer Petar Stefanov, der das Team zusammen mit Christoph Huber betreute. Er sah – wie auch die 200 Zuschauer – eine Traunsteiner Truppe, die einen enormen Siegeswillen zeigte.


Zu spüren bekam das der TSC Mering, der durchaus als leicht favorisiert galt. Die leicht ersatzgeschwächten Schwaben hatten aber nicht den Hauch einer Chance und so stand nach sieben Traunsteiner Siegen und drei zum Teil knappen Niederlagen ein klarer 24:6-Erfolg für den TVT zu Buche. Die Kämpfe im Einzelnen:

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57 kg (Griechisch-römisch): Konzentriert ging Traunsteins Luca Zeiser gegen Moritz Zeitler zu Werke. Nach sechs Minuten verbissenen Ringens um jeden Punkt stand eine knappe 3:5-Niederlage zu Buche. Ein Sieg wäre für den jungen TVT-Ringer möglich gewesen: 0:1.

130 kg (Freistil): Wieder einmal zeigte Gökhan Tetik, wie wichtig er für den TVT ist: Der Mannschaftskapitän holte stilartfremd gegen Korbinian Krupna nach vier Minuten einen 16:0-Arbeitssieg mit technischer Überlegenheit. Einige Beinangriffe und Aktionen am Boden sorgten für den sicheren Sieg mit Maximalausbeute. Traunstein ging mit 4:1 in Führung.

61 kg (F): Dass er auch im freien Stil kaum zu bezwingen ist, machte Artur Tatarinov deutlich, der seinen Gegner Benedikt Rieger nach Belieben beherrschte. Nach gut zwei Minuten hatte er 16 Punkte geholt – auch für ihn gab es einen technisch überlegenen Sieg: 8:1.

98 kg (G): Spannend und ganz eng verlief der Kampf zwischen dem Traunsteiner EM-Teilnehmer Patrik Szabo, der auf den mehrmaligen WM-Teilnehmer Zsolt Dajka traf, und dabei einen Gewichtsnachteil von zehn Kilogramm wettmachen musste. Der Gästeringer konnte am Boden einmal erfolgreich drehen und verteidigte bei nachlassender Kondition seinen 3:1-Punktvorsprung knapp, aber erfolgreich. Trotzdem erhielt Szabo vom Traunsteiner Coach Stefanov ein Lob für seinen engagierten Auftritt: 8:2.

66 kg (G): Ungleich war das Mattenduell zwischen Traunsteins Plamen Petrov und dem Meringer Oliver Tanzyna, dem bei der Klasse Petrovs keine Schadensbegrenzung gelang. Nach eineinhalb Minuten und mit zwei Höchstwertungen für schulbuchmäßig ausgeführte, verkehrte Ausheber (jeweils fünf Wertungspunkte) und einem abschließenden Schultersieg verließ der stille Bulgare in Traunsteins Diensten die Matte. Seine vier Wertungspunkte brachten einen komfortablen 12:2-Stand zur Pause.

86 kg (F): Eingesprungen war André Singer trotz einer Schulterverletzung gegen den polnischen Ex-Meister Radoslaw Siejak. Nach einer kritischen Situation am Mattenrand gab der Traunsteiner auf. Es sollten die letzten Punkte für die Schwaben werden: 12:6.

66 kg (F): Erneut etwas für sein gut gefülltes Sympathiekonto beim sachkundigen Traunsteiner Publikum, tat Mahsun Ersayin: Sein Kontrahent Maximilian Zeitler hatte dem Traunsteiner Neuzugang wenig entgegenzusetzen. Nach gut vier Minuten drehte Ersayin seinen Gegner aufs Blatt: 16:6.

86 kg (G): Seinen vielleicht konzentriertesten Kampf in dieser Saison machte Alexej Patalaschko gegen Niklas Guha. Dieser präsentierte sich defensiv, was aber auch an dem unermüdlichen Vorwärtsgang des TVT-Ringers lag. Mit einem 6:0-Punktsieg holte Patalaschko zwei Wertungspunkte: 18:6.

75 kg (G): Zur Vermeidung eines Kampfes gegen das erwartete TVT-Ass Plamen Petrov hatte man auf Seiten der Gäste die Gewichtsklasse leerlaufen lassen. Doch Petrov kochte auf das Leichtgewicht ab, und Traunsteins Weltergewichtler Alexander Georg konnte ohne Einsatz vier Punkte einstreichen: 22:6.

75 kg (F): Dafür sollten die Zuschauer noch mit einem spannenden Freistil-Weltergewichtskampf entschädigt werden: Eduard Tatarinov traf auf den ehemaligen deutschen Spitzenringer Markus Daferner. Trotz des eindeutigen Standes traten beide auf, als ginge es noch um den Gesamtsieg. Der Schwabe ging schnell in Führung, doch dann drehte Traunsteins Tatarinov auf und holte Punkte. Am Ende stand ein nicht unbedingt erwarteter, aber verdienter 8:4-Erfolg für ihn zu Buche, der den 24:6-Endstand sicherstellte.

Die Traunsteiner Ringer (8:14 Punkte) haben damit ihren Tabellenplatz gefestigt. Ganz gerettet sind sie indes noch nicht, weil auch Tabellenschlusslicht TV Unterdürrbach (8./4:18) etwas überraschend gegen den SC Oberölsbach (8:14) gewonnen hat. »Wir halten die Liga« ist sich indes Traunsteins Cheftrainer Petar Stefanov sicher – was angesichts der imponierenden Leistung gegen Mering durchaus verständlich ist.

Nachwuchs chancenlos gegen Meister Salzburg

In beiden Kämpfen ohne Chance auf den Gesamtsieg war der TVT gegen Olympic Salzburg, den neuen Meister in der Grenzlandliga. Die überwiegend aus jungen tschetschenischen Ringern bestehende Mannschaft sicherte sich mit zwei Erfolgen im Doppelkampf den Meistertitel. Beim 6:31 und dem knapperen Rückkampf (14:24) waren für den TVT nur Anatol Selimi (50 kg), Tobias Einsiedler (55 kg, zweimal), Luca Zeiser (60 kg, zweimal) und Philipp Schrag (76 kg) erfolgreich. Sabina von Ellerts (29 kg) siegte in einem Freundschaftskampf. awi

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