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Traunsteiner Ringer: Mannschaft im Umbruch, einige Neuzugänge

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Kämpfen  bis  zum Schultersieg:  Bald  geht  es  bei  den  TVT-Ringern  – wie hier im roten Trikot der Traunsteiner Weltergewichtler Alexander Georg – wieder los. (Foto: Wittenzellner)

Die Ringer des TV Traunstein fiebern den Mannschaftskämpfen entgegen. Diese beginnen Mitte September und ziehen sich bis Mitte Dezember hin. Auch in diesem Jahr ist der TVT wieder mit zwei Teams vertreten: Die Männer müssen sich in der erneut stark besetzten Bayernliga behaupten, die Nachwuchsringer sind wieder in der Grenzland-Liga im Einsatz.


In der Bayernliga bekommt es der TVT wieder mit einer Reihe von starken Traditionsvereinen zu tun: So sind für Bayerns zweithöchste Liga der ASV Au/Hallertau, der ASV Neumarkt sowie die Landesliga-Aufsteiger SC Unterföhring, TSC Mering, TV Unterdürrbach sowie nach einigen Jahren der Abstinenz der SC Oberölsbach und der Bundesliga-Aussteiger AC Lichtenfels gemeldet. Das bedeutet, dass die TVT-Ringer in den kommenden sieben Auswärtskämpfen rund 2000 Kilometer unterwegs sein werden. Solange es die Winter-Sperrung der Franz-Eyrich-Halle zulässt, wird der TVT dort in gewohnter Umgebung seine Heimkämpfe austragen. Sobald es nötig wird, wird dann auf die angrenzende Kurt-Binder-Halle ausgewichen.

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TVT setzt weiterhin auf bewährte Kräfte

Gleich zum ersten Saisonkampf empfangen die Traunsteiner am Samstag, 12. September, den AC Lichtenfels, der von vielen Kennern der Szene als »heißer Favorit« für die Meisterschaft gehandelt wird. War die Reserve der Korbstädter im vergangenen Jahr noch hinter Traunstein, dürften sich die Vorzeichen nun geändert haben: Hat sich der AC doch aus der I. Bundesliga verabschiedet, und dürfte mit einer Reihe bundesligatauglicher Athleten auflaufen, wenngleich die Wechsellisten zeigen, dass der AC verständlicherweise eine Reihe ausländischer Spitzenathleten an andere Bundesligisten abgeben musste.

Der TVT baut weiterhin auf die Stammkräfte des vergangenen Jahres, wie beispielsweise die Zwillingsbrüder Artur (66 kg) und Eduard Tatarinov (75 kg/86 kg), Alexander Georg (75 kg/86 kg), Gökhan Tetik (98 kg/130 kg) und den inzwischen gut integrierten und als Trainer arbeitenden Plamen Petrov (75 kg/86 kg). Der Bulgare sorgte bereits im vergangenen Jahr für Furore.

Neu hinzugekommen ist Dimitar Stoyanov (66 kg/75 kg/86 kg), der noch bis im Jahr 2011 für den TSV Trostberg auf die Matte ging. Nach mehreren Jahren in seiner Heimat Bulgarien ist er nun zurück in Deutschland. Neben einer Tätigkeit im Trainerbereich wird der Freistilspezialist in den mittleren Klassen eingesetzt werden. Dem TVT hat sich auch Mahsun Ersayin (66 kg/75 kg) angeschlossen, der die entstandene Lücke im Leichtgewicht abdecken soll. Ersayin besitzt trotz seines jungen Alters bereits eine enorme Wettkampferfahrung und hat zuletzt beim TSV Trostberg in der Oberliga gerungen.

Einen »dicken Fisch« hat die Traunsteiner Abteilungsleitung noch mit dem Ungarn Patrick Szabo an Land gezogen: Der mehrfache Europameisterschaftsteilnehmer soll die schweren Gewichtsklassen mit abdecken und weist in den vergangenen beiden Oberliga-Jahren eine Kampfbilanz von 18:1 Siegen auf. Daneben stehen beim TVT auch weiterhin die beiden bulgarischen Ausnahmekönner Ivan (75 kg/86 kg) und Borislav Dobrev (86 kg/98 kg/130 kg) im Kader und auch der vor einigen Jahren eingesetzte Mazedonier Igor Tomov (130 kg) wäre startberechtigt.

Besonders Borislav Dobrev imponierte dabei im vergangenen Jahr mit der makellosen Bilanz von 12:0 Siegen. »Durch die bestehende Mannschaft und die dazugekommenen Neuzugänge sind wir für unsere Gegner schwerer ausrechenbar«, macht TVT-Cheftrainer Petar Stefanov deutlich, wenngleich das Reglement den Einsatz von lediglich zwei ausländischen Ringern erlaubt.

In einem Umbruch befindet sich die Mannschaft in den unteren Gewichtsklassen. Erstmalig soll der eigene Nachwuchs mit Luca Zeiser (57 kg) und Philipp Schrag (61 kg) besetzt werden, die mit zu den Jüngsten auf der Matte gehören dürften. »Wir müssen den jungen Sportlern Zeit geben, sich in dem rauen Männerklima der Bayernliga zu akklimatisieren.« Die Ringerschuhe endgültig an den Nagel gehängt hat wohl Publikumsliebling Stanislaw Dziopak, wenngleich dieser auch im vergangenen Jahr wieder eingesprungen ist und bis zu seiner Schulterverletzung mit seiner enormen Erfahrung auch im 50. Lebensjahr eine ganz starke Leistung bot. In den leichten Gewichtsklassen hat der TVT auch noch andere Optionen, die er ziehen kann.

Nachwuchs will wieder vorne mitmischen

Die Nachwuchsmannschaft dürfte sich in diesem Jahr in der Grenzland-Liga im vorderen Feld behaupten können, wenngleich die junge Truppe um Jugendleiter und Betreuer André Singer nicht gleichmäßig gut besetzt ist. »Aber wir können wohl in allen Gewichtsklassen einen jungen Ringer stellen«, betont Singer, und hofft auf eine Steigerung zum vergangenen Jahr, als der TVT Tabellenfünfter wurde.

»Unser Saisonziel in der Bayernliga ist der Klassenerhalt. Bei den Nachwuchsringern hoffen wir auf einen vorderen Platz. Wichtig ist uns aber insbesondere, den eigenen Nachwuchs in den Erwachsenenbereich zu überführen«, betont TVT-Abteilungschef Hartmut Hille, der darauf hofft, dass die Traunsteiner Ringsportfreunde auch in diesem Jahr zahlreich die Heimkämpfe besuchen. awi