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Traunsteiner Ringer jetzt in zweithöchster Liga

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Eine neue Ligastruktur schiebt den TV Traunstein in die zweithöchste Klasse. Im Bild Traunsteins Georgi Sredkov (rechts) gegen den Oberölsbacher Ringer Kevin Mejia Castillo. (Foto: Wittenzellner)

Kräftig in Bewegung sind die Ringerligen. Und das nicht nur durch den Dauerstreit zwischen der Profiliga, der Deutschen Ringerliga (DRL) und dem Deutschen Ringer-Bund, was letztlich auch Auswirkungen auf dessen Struktur der Bundesligen hat, mit dem Wegfall der II. Bundesliga inklusive. Auch auf bayerischer Ebene schlagen die Strukturveränderungen jetzt voll durch. Sie haben nunmehr zu einer Fusion der Bayern- und Oberliga geführt, die in eine Süd- und eine Nordgruppe aufgeteilt wird.


Auch der TV Traunstein, in der vergangenen Saison Vizemeister der Bayernliga, ist massiv von der Veränderung betroffen. Der TVT ringt in der kommenden Saison in der Oberliga Süd, was nach dem Wegfall der II. Liga bedeutet, dass sich der TVT nun in einer der zweithöchsten Liga Deutschlands behaupten muss.

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»Wir sehen die Veränderung mit einem lachenden und weinenden Auge«, macht TVT-Abteilungschef Hartmut Hille die Traunsteiner Position deutlich. Man sei froh darüber, dass mit der Einteilung in eine Süd- und eine Nordgruppe die weiten Fahrten in die Oberpfalz und das Frankenland zumindest vorerst der Vergangenheit angehören. »Die Liga rückt entfernungsmäßig näher zusammen. Viele Derbys aus der Vergangenheit wiederholen sich und machen den Ringsport bei uns vor Ort attraktiver«, betont Hille. So sind in der neuen Süd-Gruppe doch neben dem TV Traunstein auch der TSV Berchtesgaden und der SC Anger als regionale Ringervereine dabei. Und auch der AC Penzberg, der SC Unterföhring und der SV Mietraching ringen in der neu strukturierten Oberliga Süd mit. Neu hinzugekommen sind jetzt die SpVgg Freising und der SV Untergriesbach – beides bärenstarke Teilnehmer der bisherigen Oberliga.

»Klar ist, dass die geografische Eingrenzung der Liga-Teilnehmer unter Kostenaspekten vorteilhaft ist. Andererseits wird aber auch deutlich, dass die Liga unter anderem durch die beiden letztgenannten Vereine so stark wie nie zuvor ist. Das ist ein echtes Haifischbecken, das sportliche Überleben ist eine der größten Herausforderungen der vergangenen Jahre für uns«, weiß der Abteilungschef. Er erwartet Untergriesbach, Freising, Anger und Unterföhring mit ihren umfangreichen Kadern klar als die stärksten Mannschaften, während man sich wohl beim TVT mit Berchtesgaden, Penzberg und Mietraching im unteren Drittel der Liga behaupten muss.

Zustandegekommen ist die Liga-Neustruktur auch deshalb, weil in der vorherigen Saison spätestens ab der Rückrunde kein Team Oberligameister werden wollte. Denn das hätte für die Vereine ein kaum finanzierbares Bundesliga-Abenteuer mit sich gebracht.

Dem versucht man nun mit einer neuen Struktur zu begegnen, in der der Oberligameister nach getrenntem Ligabetrieb im Duell zwischen den Bestplatzierten der Oberliga Süd und Nord ermittelt werden soll. Der Ligabetrieb beginnt im September. Im Norden ringen in dieser Saison der AC Lichtenfels, der SV Johannis Nürnberg II, der SC Oberölsbach, die Landesligaaufsteiger AC Regensburg und ATSV Kelheim, der ASV Hof, der RSV Schonungen und der TSV Burgebrach.

Inzwischen wurde vom Bayerischen Ringer-Verband (BRV) signalisiert, dass die Neustruktur nicht von Dauer sein müsse, dies betonte Florian Geiger, Vizepräsident Sport im BRV.

»Das könnte aber – bei entsprechendem Erfolg – auch einmal bedeuten, dass wir uns ganz schnell in einer für den Sportbetrieb an sich wünschenden II. Bundesliga wiederfinden, die uns aber vor allem finanziell überfordern würde«, gibt sich Abteilungschef Hille vorsichtig.

Vorerst aber überwiegt die Freude beim TVT: »Jetzt freuen wir uns auf alle Fälle auf eine spannende Saison mit attraktiven Mattenduellen und einem wohl verstärkten Zuschauerzuspruch«, so Hille.

Die Reserve soll auch in diesem Jahr wieder in der Gruppenliga kämpfen und wird sich dort weitestgehend mit den II. Mannschaften der südlichen Oberligisten messen. Dass I. und II. Mannschaft gemeinsam unterwegs sind, war im vergangenen Jahr eine der Grundvoraussetzungen für den TVT, dass nach rund zehn Jahren Abstinenz erstmalig wieder eine II. Mannschaft angemeldet wurde.

Die Nachwuchsringer kämpfen wie schon in den vergangenen Jahrzehnten in der Grenzlandliga. Die Heimkämpfe wird der TVT übergangsweise in dieser Saison voraussichtlich in der Ludwig-Thoma-Halle am Klosterberg ausrichten, bevor man dann 2019 in der neuen Dreifach-Halle am Annette-Kolb-Gymnasium angreifen will. awi

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