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Traunsteiner Ringer beseitigen letzte Zweifel am Klassenerhalt

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Nimbus der Unbesiegbarkeit in der Bayernliga hat gehalten: Plamen Petrov (rotes Trikot) holte seinen zwölften Saisonsieg. Kampfrichter Dieter Winter (links) will es genau wissen. (Foto: Wittenzellner)

Grandioses Auftreten der Traunsteiner Ringer in der Bayernliga: Mit einem hohen 23:8-Heimsieg gegen den abgeschlagenen TV Unterdürrbach verabschiedeten sich die Traunsteiner Ringer im letzten Heimkampf vom heimischen Publikum. In der ungewohnten Kurt-Binder-Halle ernteten sie von den 200 Zuschauern viel Applaus für die gezeigten Leistungen.


Wie stark und konzentriert die Traunsteiner auftraten, zeigte sich auch daran, dass man auf der Matte nur einen erkämpften Sieg für die Franken zuließ. Dabei erhielt Cheftrainer Petar Stefanov unter der Woche die Hiobsbotschaft, dass sich Mahsun Ersayin (66 kg, Freistil) am Sprunggelenk verletzt hatte – sicher erwartete Punkte gingen dadurch verloren.

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»Richtiger Ruck« im Team des TV Traunstein

»Durch die Mannschaft ist aber heute ein richtiger Ruck gegangen – unsere Ringer wollten den Sieg unbedingt« betonte Abteilungschef Hartmut Hille. Und den bekamen sie unter dem Jubel der Traunsteiner Ringsportfreunde dann auch. Die Kämpfe im Einzelnen:

57 kg (Griechisch-römisch): Eine ausgezeichnete Leistung lieferte zum Auftakt Luca Zeiser ab, der mit schnellen Aktionen und Durchdrehern einen komfortablen Vorsprung gegen den deutlich schwereren Nico Klünglein erarbeitete. Zwar wurde es am Ende nochmals eng, Zeiser holte aber auch aufgrund konditioneller Vorteile seinen ersten Saisonsieg und erntete viel Beifall des sachkundigen Traunsteiner Publikums: Gesamtstand: 1:0 für den TVT.

130 kg (Freistil): Altmeister Ghenadie Schirca war für den sich tapfer wehrenden TVT-Ringer Andreas Boschoko eine Nummer zu groß. Der ehemalige Zweitliga-Ringer siegte mit Technischer Überlegenheit (16 Punkte Differenz oder mehr). Das 1:4 sollte die einzige Führung der Gäste bleiben.

61 kg (F): Über einen kampflosen Sieg konnte sich Philipp Schrag freuen: 5:4.

98 kg (G): Klarer Chef auf der Matte war Traunsteins Patrik Szabo. Der ungarische Europameisterschaftsteilnehmer kontrollierte Julian Hemmerich klar und legte diesen nach gut zwei Minuten erwartungsgemäß auf beide Schultern: 9:4.

66 kg (G): Wie schon die gesamte Saison über zeigte Artur Tatarinov eine gewohnt gute Leistung. Robert Recknagel konnte dem Angriffsstil des Traunsteiners nur anfänglich standhalten. Nach knapp vier Minuten Kampfzeit war Schluss: 17:0 Punkte für Tatarinov sprachen eine eindeutige Sprache. Das 13:4 zur Pause in der Mannschaftswertung war schon die »halbe Miete« zum Gesamtsieg.

86 (F): Wie wertvoll Gökhan Tetik für die Mannschaft ist, bewies dieser einmal mehr im Duell mit dem Rumänen Ion Gutu, der als junger Ringer einmal zur Spitze seines Landes gehörte. Grippegeschwächt holte der Traunsteiner Mannschaftsführer einen effektiv herausgekämpften 2:1-Sieg: 14:4.

66 kg (F): Aus Mangel an Alternativen musste der TVT den Gästen den Sieg kampflos überlassen: 14:8.

86 kg (G): Sehr eng ging es im Greco-Mittelgewicht zu: Alexej Patalaschko fand gegen den defensiv ringenden Manuel Schlereth kein rechtes Mittel, war aber auch nie in der Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten. Nach sechs kräftezehrenden Minuten stand ein 0:0 an der Anzeigetafel angeschrieben. Kampfrichter Dieter Winter erklärte den Traunsteiner aufgrund der weniger ausgesprochenen Verwarnungen zum Sieger: 15:8.

75 kg (G): Im gewohnten Express-Stil ging Plamen Petrov zu Werke und brannte gegen den fünf Kilogramm schwereren Marc Feser ein Feuerwerk an Griffen ab. Nach knapp zwei Minuten war Schluss: Der ungeschlagene Traunsteiner Nachwuchstrainer drehte seinen Gegner auf beide Schultern: 19:8.

75 kg (F): Nicht realisiert hatte Eduard Tatarinov vor dem Duell, dass er schon auf der Waage gesiegt hatte: Sein Kontrahent Andreas Haerschnitz hatte Übergewicht. Dem ungebremsten Angriffsstil des Traunsteiners tat dies auf der Matte keinen Abbruch, Tatarinov wollte den Schultersieg. Der folgte nach einer Aktion im Boden noch in der ersten Minute. Der 23:8-Endstand war so richtig nach dem Geschmack der Traunsteiner Ringsportfreunde, die dem Team viel Lob zollten.

»Es war keine leichte Saison. Gerade auch weil wir unsere jungen Ringer eingebaut haben, die einfach Zeit brauchen. Die Entwicklung gibt uns Recht, Gratulation an unsere Mannschaft, die so richtig zum Team zusammengewachsen ist« freute sich TVT-Abtei-lungschef Hartmut Hille. Er kann nun dem Saisonabschluss in Unterföhring in einer Woche gelassen entgegensehen. Denn der Klassenerhalt in Bayerns zweithöchster Klasse ist mit dem Sieg über Absteiger Unterdürrbach endgültig unter Dach und Fach. Die Franken müssen nach nur einjähriger Ligazugehörigkeit wohl wieder eine Liga tiefer ringen.

Nachwuchs verliert gegen den SC Anger

Erwartet schwer war der Kampf in der Grenzlandliga gegen den SC Anger, der mit 12:28 verloren ging. Überzeugende Schultersiege holten Leopold von Ellerts (34 kg), Ben Wittenzellner (46 kg) und Tobias Einsiedler (55 kg). Weitere Ringer der jungen Nachwuchsmannschaft waren Sabina von Ellerts (29 kg), Mateo Gmaz (31), Maxi Bach (38 kg), Leonard Rube (42 kg), Anatol Selimi (50 kg), Robert Stump (60 kg) und Philipp Schrag (76 kg). An der Tabellensituation hat sich dadurch nichts geändert: Die jungen Traunsteiner Ringer bleiben Tabellenvierte. awi

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