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Traunsteiner Fußballer sollen »mit Hirn spielen«

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Er peilt mit dem SBC Traunstein bei der Premiere im neuen Stadion einen Heimsieg gegen den 1. FC Miesbach an: Tobias Berz. (Foto: Weitz)

Obwohl es ein »historisches Spiel« wird, hat Franz Gruber, der Trainer des Fußball-Bezirksligisten SB Chiemgau Traunstein, ein gutes Gefühl vor dem ersten Auftritt im EHG-Sportpark gegen den 1. FC Miesbach (heute, 15 Uhr). »Niemand kennt den Rasen, wir können praktisch erst beim Einlaufen den ersten Fuß draufsetzen, zum Warmmachen müssen wir auf den Bundeswehr-Platz«, sagt Gruber, der selbst neugierig ist, wie seine Truppe im herrlichen Stadion zurechtkommen wird.


»Aber nach drei Siegen in Folge haben wir auf alle Fälle Selbstvertrauen, das ist sehr wichtig«, meint der Traunsteiner Übungsleiter, dessen Team zuletzt einen 2:1-Erfolg in Raubling feierte, damit den »Platz an der Sonne« verteidigte und dabei »technisch sehr gut von hinten rausgespielt« habe. Insofern hofft Gruber, »dass der neue Rasen ein Vorteil für uns sein könnte, weil du diesen Fußball natürlich auf einem guten Platz viel besser praktizieren kannst.«.

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Von »Harakiri-Fußball«, um das Spiel gegen das Patrick-Lachemeier-Team mit aller Gewalt zu gewinnen, rät der erfahrene Trainer seinen Schützlingen ab: »Wir brauchen vielleicht auch ein bisschen Geduld. Es wäre ein Fehler, nur anzurennen und dem Gegner ins offene Messer zu laufen. Wir müssen schon mit Hirn spielen«, fordert der SBC-Trainer.

In seinem Kader gibt es übrigens kaum Veränderungen. Max Bauer drängt nach seinem Urlaub ins Team zurück (er war schon in Raubling etwa eine halbe Stunde lang im Einsatz), ansonsten sind kaum Änderungen zu erwarten. Positiv: Jochen Thudt beginnt nach seiner Verletzungspause nächste Woche wieder mit dem Lauftraining, auch Tony Schneider kann endlich wieder voll anpacken. Der Stürmer aus Palling soll heute aber zunächst einmal in der »Zweiten« zum Zug kommen, die um 17 Uhr das Kreisliga-Derby gegen den TSV Peterskirchen bestreitet. »Im Training hab’ ich einen guten Eindruck von ihm, jetzt bin ich gespannt, wie Tony spielerisch drauf ist«, so der Trainer.

»Wie Profis« dürfe man sich in den großzügigen Kabinen fühlen, das gesamte Funktionsgebäude mit der Gaststätte »Sportler-Bräu« etc. sei beeindruckend, verrät Gruber, an der nötigen Motivation werde es seinen Jungs also auf gar keinen Fall fehlen.

Doch auch der Gegner wird an einem so bedeutenden Tag top motiviert sein, darüber muss man sich im Lager der Hausherren im Klaren sein. Die Miesbacher möchten schließlich ihren ersten Sieg gegen den SBC feiern.

Seit der Gründung des Chiemgauer Fusionsvereins haben die FCM-Kicker zwei Punktspiele gegen Traunstein bestritten. Holte man in der Herbstrunde 2012 noch ein beachtliches 1:1-Remis, so mussten sich die Miesbacher in der Frühjahrsrunde 2013 auf der eigenen Senator-Voigt-Anlage relativ deutlich mit 0:4 geschlagen geben.

Die Gastgeber sind nicht nur Spitzenreiter, sondern außerdem zu Hause ungeschlagen (Bilanz: 4-1-0). Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass diese Zahlen in Surberg geschrieben wurden – und nicht im EHG-Sportpark.

Im Vergleich zur jüngsten Vorstellung beim 2:0 gegen Aschau werden sich die Miesbacher wohl erheblich steigern müssen, wenn sie heute punkten wollen. Erst nachdem in der Halbzeit ein paar »Korrekturen« vorgenommen wurden, lief es nach der Pause etwas besser und der wichtige Sieg im Kellerduell gegen den Neuling konnte dank zweier Treffer des mehrmaligen Bezirksoberliga-Torschützenkönigs Christian Haimerl eingefahren werden.

Nun darf man gespannt sein, ob das FCM-Team mit dem Sieg gegen Aschau weiteres Selbstvertrauen tanken konnte. Immerhin sind die Miesbacher länger unbesiegt (nämlich seit fünf Spielen) als der Tabellenführer, der zwar die jüngsten drei Begegnungen erfolgreich gestalten konnte, davor aber eine 0:2-Niederlage in Kolbermoor hinnehmen musste.

Und gegen die Mangfalltaler hat der 1. FC Miesbach immerhin ein 0:0 erreicht. Aber solche Zahlen sind Spielereien, heute zählt vor allem die Tagesform und die richtige Einstellung auf die neue Anlage. Eines stellt Franz Gruber aber klar: »Alles andere als ein Sieg wäre für jeden von uns eine Enttäuschung!« cs