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Traunstein will im Landesliga-Derby punkten

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Traunsteins Trainer Jochen Reil muss in Freilassing zwar einige Spieler ersetzen, trotzdem will der SB Chiemgau mit einem Sieg weiter um die vorderen Plätze mitspielen. (Foto: Butzhammer)

Der Matchwinner aus dem Hinspiel fehlt, dennoch möchte der SB Chiemgau Traunstein im Derby der Fußball-Landesliga Südost beim ESV Freilassing seine Favoritenstellung unter Beweis stellen. Anstoß im Stadion an der Reichenhaller Straße ist heute um 18.30 Uhr, geleitet wird die Partie von Schiedsrichter Jochen Gschwendtner vom SSV Wurmannsquick.


Neben dem gesperrten Alex Schlosser, zweifacher Torschützen beim Traunsteiner 2:0-Sieg im Vorrundenduell, muss Gäste-Trainer Jochen Reil auch Kapitän Patrick Schön und Waldemar Daniel ersetzen, die das Heimspiel am Gründonnerstag gegen den SV Türkgücü-Ataspor München (3:2) nicht ungeschoren überstanden haben. Ansonsten kann der Edlinger aus dem Vollen schöpfen – und ab dem Auswärtsspiel beim FC Töging (5. Mai) hat er dann mit Franz Eyrainer sogar noch eine weitere Option für den restlichen Saisonverlauf, der durchaus mit dem Aufstieg in die Bayernliga Süd gekrönt werden könnte.

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Dagegen droht den gastgebenden Eisenbahnern nach wie vor der Fall in die Bezirksliga, auch wenn ESV-Trainer Christian Schaider zweifellos Stabilität ins Team gebracht hat. Seine 3-3-1-Bilanz seit der Winterpause – da hatte er das Kommando vom zurückgetretenen Ex-Traunsteiner Uli Habl übernommen – kann sich absolut sehen lassen. Dennoch haben Vorstandschaft und Schaider keinen gemeinsamen Nenner für eine Zusammenarbeit über die aktuelle Saison hinaus gefunden, sodass Freilassing vor einem weiteren Trainerwechsel steht.

Schaider selbst, der nur im höherklassigen Amateurbereich arbeiten möchte, hat eigenen Angaben zufolge noch keinen neuen Verein gefunden, ist aber auch in Österreich sehr gut vernetzt, sodass er keinesfalls in Panik verfällt. Und vorerst gilt seine volle Konzentration ohnehin dem ESV, mit dem er den Ligaverbleib so bald wie möglich eintüten möchte.

»Ich habe die Traunsteiner bei der 0:1-Niederlage gegen Holzkirchen gesehen«, berichtet Schaider, »sie sind eine sehr kompakte, gute Mannschaft – doch auch wir sind nicht schlecht. Wir haben uns auf alle Fälle in den letzten vier Monaten spielerisch und taktisch verbessern können.« Der ESV-Chefanweiser gibt sich nach dem jüngsten 4:2-Erfolg über den SV Erlbach durchaus optimistisch, auch wenn in seiner Truppe der Einsatz der beiden Leistungsträger Albert Deiter (der Kapitän ist stark angeschlagen) und Daniel Leitz (Mandelentzündung) sehr fraglich ist. »Vor allem bei Deiter sind die Einsatzaussichten nicht gut«, erklärt Schaider.

Zuletzt hatte der ESV-Trainer auch mit der Einwechslung von Ali Triller ein glückliches Händchen bewiesen. Bei seinem erst dritten Landesliga-Einsatz unter Schaider machte der Offensivmann als Joker zwei Tore. »Auf ihn ist Verlass, das hat er gezeigt«, meint der Trainer, der Triller im Falle eines Deiter-Ausfalls wohl in die Startformation beordern wird.

Als Sieger wollen natürlich beide Mannschaften den Rasen verlassen: die Freilassinger, um mit dem fünften Heim-Dreier das Polster zwischen sich und der Abstiegszone noch kuschliger zu machen – die Traunsteiner, um mit dem sechsten Sieg in der Fremde ihre gute Position im Kampf um den erstmaligen Bayernliga-Aufstieg zumindest zu halten.

»Ich bin jetzt eineinhalb Jahre da«, sagt Reil, »im ersten halben Jahr ist es nicht schlecht gelaufen. Dass wir aber jetzt gleich eine derart kompakte Saison spielen, ist für mich schon eine Überraschung.« Nun möchte die Mannschaft noch ein paar Mal alles raushauen, dann könnte der SBC nach den restlichen Auftritten gegen den ASV Dachau (H/Spitzenspiel am kommenden Samstag, 15 Uhr), TSV Kastl (H/Nachholpartie am Montag, 1. Mai, 14.30 Uhr), FC Töging (A/Freitag, 5. Mai, 19.30 Uhr) und FC Deisenhofen (A/Samstag, 13. Mai, 14 Uhr) noch Chancen auf die Ränge eins oder zwei haben – auch wenn Traunstein in der Schlussrunde spielfrei ist.

Der ESV hat es nicht leicht im restlichen Saisonverlauf: Er muss noch gegen Kastl (A/Samstag, 16 Uhr), Hallbergmoos (H/Freitag, 5. Mai, 18.15 Uhr), Türkgücü-Ataspor München (A/Samstag, 13. Mai, 14 Uhr) und zum Finale gegen den ASV Dachau (H/Samstag, 20. Mai, 14 Uhr) antreten. Man darf also schon mal gespannt sein, ob sich die beiden Lokalrivalen in der neuen Saison in derselben Klasse wiederfinden oder durch eine oder gar zwei Ligen getrennt sind. Alles ist noch möglich. cs