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Traunreuter Boxer Serge Michel souverän im Halbfinale

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Traunreuter Boxer Serge Michel souverän im Halbfinale
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Der Traunreuter Serge Michel schickte den Schotten Tommy Philbin gleich zweimal auf die Bretter. (Foto: O1NE.Sport)

Der Halbschwergewichtler Serge Michel hat dank einer Top-Vorstellung seinen zehnten Sieg im elften Profi-Boxkampf gefeiert: Der Traunreuter setzte sich im englischen Brentwood – 25 Kilometer von London entfernt – in seinem ersten Profikampf außerhalb Deutschlands im Viertelfinale des »Golden Contract«-Turniers gegen den Schotten Tommy Philbin durch, der bis dato ungeschlagen war und vier seiner 13 Siege sogar durch K.o. gelandet hatte.


Der O1NE.Sport-Athlet aus dem Chiemgau zeigte am Samstagabend von Beginn an eine vorzügliche Leistung, arbeitete defensiv sehr aufmerksam hinter dem Jab und bot schöne Kombinationen auf kurzer Distanz. So drängte Michel seinen Kontrahenten in den ersten Runden häufig in die Defensive. Nach mehreren Körpertreffern schickte der »Bavarian Sniper« seinen Gegner in Runde drei spektakulär zu Boden.

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Philbin wurde in den mittleren Runden aggressiver, doch Michel ließ nur wenig zu und zeigte sich selbst offensiv sehr variabel. Immer wieder tauchte der 31-jährige Traunreuter unter Philbins Jab weg und konterte dann mit sehenswerten linken Aufwärtshaken. Tommy Philbin setzte erst in den Runden sieben bis neun häufiger Akzente, doch der »Sniper« – taktisch von seinem Vater und Trainer Eduard Michel perfekt eingestellt – ließ sich vom Vorwärtsgang des Schotten nicht aus dem Konzept bringen, blieb beweglich und setzte immer wieder eigene Nadelstiche.

Ein weiteres Ausrufezeichen hinter den nie gefährdeten Punktsieg setzte Serge in Runde zehn, als er den anstürmenden Philbin mit einer perfekt platzierten Rechten abfing und ein zweites Mal auf die Bretter schickte. Die Punktrichter sahen Michel nach zehn Runden mit 99:90 (zweimal) und 98:90 klar auf der Siegerstraße.

Im Halbfinale am 21. März trifft er nun entweder auf Hosea Burton, Liam Conroy (beide England) oder Ricards Bolotniks (Lettland).

»Ich danke meinem Team und meinem Management, die mich perfekt vorbereitet haben«, sagte Michel. »Der Auftakt in ein Turnier ist immer besonders schwierig, aber im Großen und Ganzen habe ich einen sehr guten Kampf gezeigt. Besser hätte es eigentlich nicht laufen können.«

Philbin sei ein harter Brocken gewesen, ergänzte der Traunreuter. »Bei all den Schlägen, die ich auf ihn abgefeuert habe, hätten einige andere sicherlich die Segel gestrichen.« Es habe zwar nicht zu einem vorzeitigen Sieg gereicht, »aber durch die beiden Niederschläge war dennoch viel Dramatik und Unterhaltung geboten. Ich denke, die Fans sind auf ihre Kosten gekommen.«

Weihnachten und Silvester wird Serge Michel nun mit seiner Familie verbringen, er will aber dennoch locker im Training bleiben. »Ab Januar wird dann wieder richtig angegriffen«, versprach er.

Schwer begeistert war auch Johann Wilhelm, Box-Abteilungsleiter des TuS Traunreut, der mit Familienmitgliedern und weiteren Michel-Fans auf die Insel gereist war, um den »Sniper« zu unterstützen. »Ich habe keine Stimme mehr«, sagte er gestern Mittag, also einen Tag nach dem Kampf, »weil wir den Serge so lautstark und enthusiastisch angefeuert haben.«

Wilhelms Analyse: »Es war einer der besten Kämpfe von Serge überhaupt und vielleicht das schönste Duell der gesamten Veranstaltung.« Das Niveau sei – auch wegen des starken und tapferen Schotten – »unheimlich hoch« gewesen. »Serge hat völlig verdient gewonnen, ein geiler Abend für uns alle hier!« bst/cs

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