weather-image
28°

Trainer Steer bleibt gelassen: »Spieler kommen, Spieler gehen«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Er verlässt den Eishockey-Zweitligisten Starbulls Rosenheim: Greg Squires (rechts), hier im Spiel gegen seinen künftigen Verein Bietigheim. (Foto: Ziegler)

Greg Squires wechselt nach Bietigheim: Das hat der letztjährige Rosenheimer Eishockey-Torjäger laut Rosenheim 24 via Twitter bekanntgegeben. Mit dieser Nachricht konfrontiert, reagierte Rosenheims Trainer Franz Steer relativ gelassen.


»Was soll ich mich darüber aufregen. Spieler kommen, Spieler gehen, wir haben in den letzten Jahren mit Stephen Werner, Patrick Asselin und Corey Quirk stärkere Spieler ziehen lassen müssen und wir haben im Jahr darauf trotzdem Erfolg gehabt.«

Anzeige

Allerdings weiß auch Steer: »Aufgrund unseres kleineren Etats werden wir in der Breite nicht mehr so gut aufgestellt sein wie in der Vergangenheit.« Ein Schock sei für ihn der Abgang von Squires nicht. »Ein Schock sieht anders aus. So ist nun mal das Geschäft. Squires hatte von mir ein verbessertes Angebot, aber auch nicht mehr als beispielsweise ein Caruana oder Quirk, als die zu uns gekommen sind. Ich kann und will die Preisschraube nicht nach oben drehen, weil ich finanzielle Grenzen habe.«

Laut Steer müsse man sich endgültig abschminken, dass Spieler nur in Rosenheim bleiben, weil es hier so schön ist. »Das sind Profis, die in Europa ihr Geld verdienen wollen. Und wenn es woanders mehr gibt, sind sie weg. Das gilt ja auch größtenteils für die deutschen Spieler«, sagt Steer ganz nüchtern, der weiß, dass Squires in Bietigheim noch gar nicht unterschrieben hat.

Der Starbulls-Trainer gewinnt dem Wechsel von Squires sogar noch etwas Positives ab: »Da wird doch unsere Arbeit bestätigt, wenn ein Trainer des Jahres wie Kevin Gaudet einen Spieler aus Rosenheim holt, dessen Namen er vor einem Jahr noch gar nicht gekannt hat.«

Ob Bietigheim jetzt auch noch Squires‘ kongenialen Partner Matt Caruana holt, weiß Steer selbst nicht, »aber es wäre nachvollziehbar. Ich stehe mit Caruana in Kontakt, aber es ist nicht einmal sicher, ob er überhaupt wieder in Europa spielt.«

»Da liegt unser Problem«

Wenn Caruana aber bei einem anderen Verein zwischen 10 000 und 15 000 Euro mehr verdienen kann, »warum soll er dann in Rosenheim spielen«, fragt Steer. Mit Corey Quirk steht der Starbulls-Trainer übrigens auch im SMS-Kontakt: »Corey hat ein Angebot von Innsbruck vorliegen und ich weiß, dass die 40 Prozent mehr für einen Ausländer bezahlen können als Rosenheim. Und genau da liegt unser Problem.«

Mit Verteidiger Niko Senger wird nach Auskunft von Steer mit ziemlicher Sicherheit ein weiterer Spieler die Starbulls verlassen: »Da geht es nicht ums Geld, sondern um hervorragende berufliche Möglichkeiten für Niko. Eishockey spielt dann für ihn nicht mehr die Hauptrolle.« Eine gute Nachricht bezüglich der Kaderplanung für die kommende Saison gibt es allerdings auch. Steer ist sich mit seinem Kapitän Stephan Gottwald einig.

»Da geht es nur noch um die Unterschrift«, bestätigten der Trainer und Gottwald unisono. »Gotti ist für mich ein ganz wichtiger Baustein für eine funktionierende Mannschaft. Er hatte zwar aus bekannten Gründen keine so gute Saison wie 2011/2012, aber jetzt kann er wieder voll angreifen und als Kapitän ist er top«, weiß Steer.

In seiner Funktion als »Manager« ist Steer seit Wochen an einem Topspieler dran. »Das würde keiner glauben, dass der zu unseren Konditionen für Rosenheim spielen würde. Wir sind jetzt auf der Suche nach einem Job für seine Frau«, sagt Steer.

Einen Namen und Details wollte der Starbulls-Erfolgstrainer allerdings noch nicht nennen. »Erst bei Vertragsunterzeichnung, aber bis dahin ist es noch ein langer Weg, weil wir nicht die einzigen Interessenten sind«, verrät Steer. bz