weather-image
26°

Titelfavorit trifft auf Titelverteidiger

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Er geht bei der Deutschen Meisterschaft als Titelverteidiger an den Start: Stefan Pletschacher aus Ruhpolding. (Foto: Weitz)

Wer »regiert« künftig im deutschen Eisspeedway? Diese Entscheidung fällt am heutigen Donnerstag ab 17 Uhr in Berlin. Auf der Eisbahn in Wilmersdorf gehen mehrere Fahrer aus der Region mit Aussichten auf Spitzenplätze an den Start.


Titelverteidiger ist Stefan Pletschacher (Ruhpolding), auch Max Niedermaier (Edling) rechnet sich Chancen auf einen Spitzenplatz aus. Titelfavorit allerdings ist der im vergangenen Jahr verletzt fehlende Günther Bauer (Schleching). Dieser ist nicht nur zurzeit in der Einzel-WM (Grand Prix) wieder punktbester deutscher Fahrer, sondern hatte von 2007 bis 2011 fünf DM-Titel in Serie gewonnen – 2012 und 2013 fand keine DM statt.

Anzeige

Bauers Bilanz nach den drei bisherigen Grand-Prix-Veranstaltungen (12. Platz) fällt gemischt aus. Gleich zum WM-Auftakt in Krasnogorsk (Russland) gab es einen Sturz im Duell mit Weltmeister Daniil Iwanow (Russland) – danach war das Motorrad, aber auch der Fahrer etwas angeschlagen. »Es hat eine Weile gedauert, bis es richtig geklappt hat, weil immer wieder Stürze dazukamen«, bedauert der 43-Jährige. So spiegle der derzeitige WM-Punktestand »nicht den wahren Leistungsstand« wider. »Vom Speed her würde es für das Halbfinale reichen«, so der Schlechinger – was er auch am zweiten Tag in Almaty (Kasachstan) mit Rang 8 unter Beweis stellte.

Doch seine Freude war noch größer, als er ein Ergebnis aus St. Johann erfuhr: Dort bestritt zur gleichen Zeit sein Sohn Luca sein erstes offizielles Rennen: »Und über seinen achten Platz habe ich mich noch viel mehr gefreut«, so Bauer.

Für die DM hat er allerdings ein Problem: »Eigentlich wollte mir ein Fahrerkollege meine WM-Maschine mitbringen, doch das klappt nicht rechtzeitig«, berichtet er. So muss Bauer bei der DM mit seinem Reserve-Motorrad antreten. »Da ist es mit der Abstimmung schwieriger, und kaputtgehen darf erst recht nichts«, weiß er. Dennoch hofft er auf einen Spitzenplatz. Sein Sohn Luca ist bei der DM erstmals dabei und soll weitere Rennpraxis sammeln.

Einer der Hauptkonkurrenten Bauers wird sicherlich Hans Weber (Schliersee) sein, der im Grand Prix gute Leistungen gezeigt hatte und derzeit 13. der WM ist.

Insgesamt sind für die DM 16 Piloten – davon zehn deutsche Fahrer – gemeldet. Das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber 2014 (11/davon 6 Deutsche). Den Titel hatte sich damals Stefan Pletschacher geholt. Der Ruhpoldinger ist nach seinen ersten GP-Einsätzen ebenfalls zuversichtlich. »Die Top Drei sind Pflicht«, stellt er klar. Im GP »hat man in Krasnogorsk noch meinen Trainingsrückstand gemerkt, außerdem liegt mir die Bahn ohnehin nicht. Bei den anderen zwei GP-Veranstaltungen habe ich dann aber gut gepunktet«, freut sich der 36-Jährige. Trotz der schwierigen Bedingungen bei der Motoreinstellung in Almaty – die Höhenluft dort verringert die Motorenleistung erheblich – »habe ich auch dort gesehen, dass ich den Anschluss gefunden habe.«

Umso erstaunter waren Pletschacher und Bauer darüber, dass der Ruhpoldinger nicht gemeinsam mit Bauer und Weber für die an diesem Wochenende in Berlin stattfindende Team-WM nominiert wurde. »Ich persönlich kann es nicht nachvollziehen. Aber ich habe es akzeptiert und konzentriere mich jetzt einfach auf die Deutsche Meisterschaft und den Grand Prix«, so Pletschacher.

Des einen Leid ist des anderen Freud: Statt Pletschacher fährt der Vizemeister des Vorjahres, Max Niedermaier (Edling) bei der Team-WM. Der 26-Jährige war bei der WM-Vorqualifikation in Strömsund (Schweden) Elfter geworden und hatte damit den GP verpasst. Zuletzt hatte er in St. Johann die fünftbeste Punktzahl erkämpft. Er sammelte also auch wertvolle Rennpraxis – und wird sicherlich bei der DM zeigen wollen, dass er mit dem Grand-Prix-Trio gut mithalten kann.

Noch nicht ganz mit der Spitze mitfahren kann voraussichtlich Franz Mayerbüchler aus Inzell. Aber der 21-Jährige will sich gut präsentieren. Zuletzt überzeugte er bei der Europameisterschaft in Russland am ersten Wettkampftag und will an diese guten Leistungen anknüpfen. who