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Tim Hronek freut sich auf den Auftakt

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Tim Hronek will sich mit guten Platzierungen für die WM in Park City (USA) qualifizieren.

Mit Verspätung beginnt am Wochenende der Weltcup für die Skicrosser. Auf dem Programm steht ein Sprintrennen im schweizerischen Arosa unter Flutlicht – und Tim Hronek aus Unterwössen freut sich schon darauf: »Gut, dass es endlich losgeht.«


Zuletzt hat der 23-Jährige mit dem deutschen Team auf der Reiter Alm trainiert. »Freilich hat uns in den vergangenen Wochen überall der Schnee gefehlt, aber dieses Problem hatten alle Nationen«, sagt er.

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Hronek geht mit neuer Motivation in den Winter, neben guten Ergebnissen im Weltcup will er sich für die Weltmeisterschaft in Park City (USA) qualifizieren. »Da war ich noch nie, die Motivation ist daher noch größer. Im Weltcup will ich an meine Platzierungen vor zwei Jahren anschließen«, nennt er sein Saisonziel. Damals war er zweimal auf dem 2. Platz gelandet. »Ich kenne das Gefühl auf dem Stockerl, da kann man es gut aushalten«, sagt Tim Hronek.

Das Sprintrennen am Wochenende in Arosa mag er dagegen nicht so gerne. »Da ist der Start unheimlich wichtig und da gehöre ich nicht zu den Schnellsten«, gibt er zu – auch wenn er zuletzt im Training gute Startzeiten gehabt hatte. »Ich werde alles auf mich zukommen lassen«, meint er.

An die vergangenen Olympischen Spiele in Südkorea denkt Tim Hronek in ruhigen Minuten immer noch. »Da wäre ich gerne etwas weiter gekommen, aber es war eine schwere Saison. Nach dem Bruch des Mittelhandknochens musste ich mit einer Schiene fahren. Trotzdem war die Teilnahme an meinen ersten Olympischen Spielen ein Zuckerl.«

Von Verletzungen blieb Hronek aber auch in diesem Sommer nicht verschont. Im Juli hat er sich das Kahnbein an der linken Hand gebrochen. »Die Hände sind wichtig für den Start. Sonst bin ich aber gut durch den Sommer gekommen. Alle Rückschläge bisher haben mich nur stärker gemacht«, sagt der 23-Jährige.

Wie in allen anderen Sportarten auch, sei beim Skicross der Kopf das Wichtigste. »Wenn das passt, dann läuft es auch. Früher war das bei mir immer ein Thema, oft wollte ich zu viel. Da habe ich im Training das 'Hudeln' angefangen, das ging oft nach hinten los. Das ist mittlerweile besser geworden und ich werde weiter daran arbeiten«, setzt er sich als Ziel.

So fordert allein das Studium des Kurses viel Kopfarbeit. Vor dem Wettkampf heißt es, sich die Strecken genau einzuprägen, jeden Sprung, jede Welle. Das alles muss im Kopf abgespeichert werden. »Viele schließen die Augen und gehen den Kurs in Zeitlupe durch. Ich simuliere die Strecke in der Originalgeschwindigkeit. Die Kurse im Weltcup kennt man mit all den markanten Punkten«, erklärt Tim Hronek. Schließlich ist es für ihn bereits die dritte Saison im Weltcup. »Ich habe schon eine gewisse Erfahrung, sehe mich aber schon noch bei den jüngeren Fahrern.« Hronek freut sich, dass seine Sportart immer populärer wird. Auch wenn es an der schweren Strecke bei Olympia harsche Kritik gab. »Die war wirklich extrem schwer«, gibt er zu.

Ein guter Start beim Skicross wird immer mehr zur Formel des Erfolgs und wird dementsprechend trainiert. »Vor allem auf kurzen Strecken mit einer Fahrzeit von 35 bis 40 Sekunden. Da kommst du kaum noch zum Überholen. Der Start ist daher die halbe Miete, wenn du da vorne dabei sein willst«, erklärt Tim Hronek.

Ein weiteres wichtiges Kriterium sei das Überholen. »Das kann man mit der MotoGP vergleichen und viel den Windschatten nutzen. Da braucht es einen gewissen Instinkt, wann man aus dem Windschatten herausfährt. Nicht zu früh und nicht zu spät, das ist die Kunst«, verrät der 23-Jährige.

»Das kann man nicht richtig planen. Meiner Meinung nach kann man überall auf der Strecke überholen. Man muss es dann nur hundertprozentig durchziehen, auf keinen Fall zurückziehen. Dazu braucht es ein gewisses Auge.« Die Entscheidung zum Überholvorgang werde blitzschnell gefällt. »Noch besser: Man macht es einfach.« Tim Hronek scheint auf dem richtigen Weg, doch der 23-Jährige erhielt auf der Suche nach Sponsoren bislang nur Absagen. Vielleicht ändert sich das ja mit einem guten Weltcup-Auftakt. SHu

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