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Thomas Müller begeistert die Fans in Waging

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Viel zu lachen hatten nicht nur die Fans, sondern auch Thomas Müller bei den Fragen, die ihm Moderator Manfred Straßer (links) und Volker Hohenrein stellten. (Fotos Müller)

FC-Bayern-Spieler Thomas Müller hat endlich wieder getroffen – allerdings hatte er gestern bei seinem Besuch beim FC-Bayern-Fanclub »De rodn Waginga« im Strandkurhaus Waging beim Putten gegen den Fanclub-Präsidenten Volker Hohenrein mehr Erfolg als beim Torwandschießen. Die Laune verdarb das dem Nationalspieler allerdings nicht: »Meine Lebenseinstellung ist, so viel Spaß wie möglich zu haben«, erklärte er. »Wenn man gut drauf ist, macht das das Leben leichter.« So gab der 27-Jährige seinen Fans gut gelaunt Autogramme und beantwortete deren Fragen.


Dabei verriet der Nationalspieler nicht nur, dass es ihm einfacher fällt, den Fans Rede und Antwort zu stehen, als dem Papst (»Euch verstehe ich wenigstens«), sondern auch, wie der Tagesablauf bei einem Fußball-Star aussieht (»Um sieben klingelt bei uns der Wecker. Dann steht meine Frau auf«) und wie es um seine Fahrkünste auf Skiern bestellt ist: »Technisch bin ich nicht hoch versiert, aber ich fahr' ganz ordentlich. Es darf halt nur nichts passieren.«

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»Wir müssen aus dieser Phase die richtigen Schlüsse ziehen«

Natürlich war auch der Trainerwechsel beim FC Bayern München genauso Thema wie die momentan nicht ganz so erfolgreiche Situation des Vereins: »Wir müssen aus dieser Phase die richtigen Schlüsse ziehen, damit wir im Frühjahr wissen, was wir falsch gemacht haben«, betonte Thomas Müller, der Carlo Ancelotti als »überragenden Trainer« lobte, auch wenn der ihn nicht auf seiner Lieblingsposition einsetze. »Der Trainer ist der Chef und macht das, was fürs Team das Beste ist.«

Seine momentane Torflaute nahm der Fußballer ebenfalls mit Humor – die Frage nach der Anzahl seiner Tore konnte Thomas Müller zwar nicht beantworten, »zurzeit mach' ich's aber einfach mit dem Zählen«, sagte er. »Da kann ich nicht so viel vergessen.« Selbst den vorgeschlagenen Schuhwechsel habe er bereits probiert. »Karl Hopfner hat mich gefragt, ob ich die Schuhe nicht mehr habe, mit denen ich Tore geschossen habe. Ich habe ihm gesagt, dass sie leider ausverkauft waren.« Trotzdem versprach Thomas Müller den Fans: »Ich bleibe dran – ein Tor würde mir auch ganz gut taugen.« Allerdings gab sich der Bayern-Profi auch ganz bescheiden: »Ich muss nicht immer der sein, der die meisten Tore schießt.«

Seinen Weg zum FC Bayern skizzierte Thomas Müller ebenfalls humorvoll – »Es war gerade kein anderer Verein in der Verlosung« –, warnte aber zugleich die jungen Fans davor, sich zu viel Druck zu machen: »Ich wollte früher kein Profifußballer werden, es ging mir einfach darum, Spaß zu haben. Bei mir hat sich der Aufwand voll rentiert, aber es gibt viele, die genauso viel investieren und es nicht schaffen.«

Geschafft hat es Thomas Müller inzwischen: »Ich fühle mich wohl, wo ich bin und ich spiele aus meiner Sicht eine wichtige Rolle.« Zudem habe man ihm früher gesagt, zwischen 28 und 30 sei das beste Fußballalter. »Ich bin gespannt, ob man mich damals verarscht hat.«

Doch nicht nur Thomas Müller brachte die knapp 560 Fans zum Lachen. Der Fanclub präsentierte einen selbst gedrehten Film »Sind wir nicht alle ein bisschen Thomas Müller«, in dem Gerhard Feil in die Rolle des Fußballers geschlüpft war und dessen Tagesablauf – vom Cola- und Chips-Einkauf im Supermarkt bis zum erfolglosen Elfmeter-Training und dem Golfspiel am Nachmittag mit Teamkollege Philipp Lahm – mit viel Witz nachstellte. Thomas Müller musste mehrmals laut loslachen und war begeistert: »Den Film brauch' ich unbedingt«, erklärte er.

Thomas Müller und Volker Hohenrein singen

Der Fanclub stellte dem Fußballer mit Golf und Torwandschießen aber nicht nur sportliche Aufgaben, Thomas Müller sang gemeinsam mit Volker Hohenrein passend zum 1. Advent sogar »Stille Nacht« auf der Bühne.

Ob in Thomas Müller noch weitere Talente schlummern, wollten auch der ehemalige Langläufer Tobias Angerer und der ehemalige Biathlet Andreas Birnbacher herausfinden, die ihn zum Training einluden. »Im Biathlon suchen sie neue Talente, weil ich ja aufgehört habe«, erklärte Andreas Birnbacher. Doch ganz überzeugt war Thomas Müller nicht: »Beim Laufen ohne Ball habe ich so meine Probleme«, gestand er. Und auch der Vergleich vom Schießen beim Biathlon mit einem Elfmeterschießen half da nicht.

Nach rund zwei Stunden mit Spielen und Fragen, in denen Thomas Müller sich auch ins Goldene Buch von Waging eintrug, einen Orden der »Faschingsmusi Waging« überreicht bekam, die ihn mit Musik in den Saal begleitet hatte, sowie von Volker Hohenrein einen Golfschläger mit dem eingravierten Wappen des Fanclubs, schrieb Thomas Müller auch noch Autogramme für die zahlreichen Fans im Strandkurhaus. Mitgenommen hat der Fußballer aber noch mehr: Der Fanclub spendete jeweils 500 Euro an die Stiftung von Thomas Müller und an den Verein Vergissmeinnicht Chiemgau.

Volker Hohenrein war absolut zufrieden mit dem Besuch des Fußballers: »Die Leute waren total diszipliniert und Thomas Müller sehr sympathisch«, erklärte der Fanclub-Präsident. »Er ist absolut so, wie man ihn sich vorstellt: bodenständig und er macht ständig Witze. Das ist fast so, wie wenn man mit einem Spezl redet. Da ist die Zeit wirklich ganz schnell verflogen.« jom

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