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Tennisclub Waging muss weitersuchen

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Der TC-Vorsitzende Ludwig Kleißl wurden von Claudia Daxenberger, der Vorsitzenden des Bezirks Traunstein im Bayerischen Landessportverband, mit der Verdienstnadel in Gold mit Brillant ausgezeichnet. (Foto: Eder)

Die gute Nachricht: Die Vorstandschaft des Tennisclubs Waging, in der es zuletzt erhebliche Lücken gab, ist wieder vollständig. Alle Posten sind besetzt – mit einer Ausnahme, und das ist die weniger gute Nachricht: Es fand sich niemand für das Amt des Ersten Vorsitzenden, sodass der bisherige Vorsitzende Ludwig Kleißl, wie es die Satzung vorschreibt, den Verein kommissarisch weiterführen muss. Kleißl hatte, wie er sagte, trotz intensiver Suche keinen Nachfolger für sich gefunden und wird jetzt wohl oder übel ein 43. Amtsjahr dranhängen – aber nur noch diese eine Saison. Dann müsse ein Nachfolger gefunden und in einer außerordentlichen Versammlung gewählt werden.


Die neue Vorstandschaft übernimmt einen Verein, der rundum gut da steht. Die Finanzen, so die wiedergewählte Kassenverwalterin Silvia Christensen, sind in Ordnung, der Verein ist schuldenfrei, hat sogar ein ansehnliches Polster an Rücklagen. Die Zahl der Mitglieder ist nach Jahren der Stagnation erstmals wieder leicht angestiegen, vor allem auch im Jugendbereich. Und wichtig ist, dass jetzt auch wieder alle Posten besetzt sind. Im Laufe der letzten Jahre sind, wie Kleißl etwas frustriert anmerkte, einige Amtsinhaber »verloren gegangen«, will heißen, sie sind einfach nicht mehr erschienen und gaben auch in der Jahreshauptversammlung im voll besetzten Tennisstüberl keinen Bericht mehr ab.

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Und so sieht die neue Leitung des Tennisclubs Waging aus. Ludwig Kleißl ist weiterhin - wenn auch nur kommissarisch: »Ich lass mich nicht nochmals für drei Jahre wählen«, sagte er dazu. Erster Vorsitzender. Neuer Zweiter Vorsitzender ist Erich Feldbacher für Martin Heigermoser, der nicht mehr kandidierte. Die Kasse verwaltet auch weiterhin Silvia Christensen, neuer Schriftführer ist Klaus Obermaier. Die weiteren Posten: neuer Sportwart Hubert Häcker, unterstützt von Manfred Hasenöhrl, Jugendwart wieder Hias Praxenthaler, Pressewart und Internet neu Peter Kleißl, Breitensportwart neu Christian Dengl.

Auch wenn es Kleißl auch nach 42-jähriger Amtszeit nicht gelungen ist, als Vorsitzender »in Rente zu gehen«, so ist ihm doch eine der Länge der Amtszeit entsprechende Ehrung zuteil geworden. Claudia Daxenberger, die Vorsitzende des Bezirks Traunstein im Bayerischen Landessportverband, überreichte ihm die Verdienstnadel in Gold mit Brillant, eine Auszeichnung, die ihren Angaben zufolge im Landkreis nur 13 Personen erhalten haben. Die Ehrennadel in Silber gab es zudem für Manfred Gries, der nach 15 Jahren als Schriftführer nicht mehr kandidierte. Weitere Ehrungen für 25 Jahre Mitgliedschaft gab es für Richard Tanner, Erich Portenkirchner sowie Peter und Christian Kleißl.

Eine Folge davon, dass Ludwig Kleißl eigentlich aufhören wollte, ist die Tatsache, dass es heuer kein Turnier um den Waginger-See-Pokal geben wird. Die Anmeldung dafür hätte schon letztes Jahr erfolgen sollen, und da hatte Kleißl der erhofften neuen Vorstandschaft nicht vorgreifen wollen. Das letzte Turnier sei aber, so Kleißl in seinem Rückblick, ein großer Erfolg gewesen, trotz der vielen Arbeit, die immer noch mehr werde. Um die große Teilnehmerzahl werde der TC Waging von anderen Veranstaltern beneidet. Sollte die neue Vorstandschaft das Turnier wieder aufleben lassen wollen, so sei er gern zur Unterstützung bereit. Positiv sei, dass der Mitgliederschwund durch neu eingetretene Kinder und Jugendliche gestoppt werden konnte: So sei die Gesamtmitgliederzahl um drei auf 206 gestiegen.

Kassenverwalterin Silvia Christensen stellte in ihrem Fazit fest, der Verein habe eine »solide Basis«, es müsse aber mit Umsicht gewirtschaftet werden. Aus dem laufenden Betrieb ergab sich bei Einnahmen von gut 23 000 Euro und Ausgaben von gut 30 000 Euro ein Defizit von 7550 Euro. Dieses habe jedoch durch den Überschuss aus dem Waginger-See-Pokal ausgeglichen werden können. Da das Turnier heuer nicht stattfinde, werde man sich auf eine gewisse Unterdeckung einstellen müssen.