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Teisendorfer Judoka wagen den Schritt

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Auf solche spektakuläre Würfe dürfen sich die Teisendorfer Fans auch in der kommenden Saison freuen wie hier von Fritz Gasser (rot-schwarzer Anzug). Er ist eine der Stützen der Teisendorfer Judoka. (Foto: Wittenzellner)

Schon zum Ende der vergangenen Judo-Mannschaftssaison wurde darüber gemunkelt, inzwischen ist es amtlich: Die Judo-Regionalligen wurden aufgelöst. Das betrifft auch den heimischen Judo-Primus, den TSV Teisendorf. Nach einigem Zögern ist nun klar: Die Teisendorfer wagen den Sprung in die II. Bundesliga.


Die Erfolgsgeschichte der Abteilung Judo im TSV beinhaltet neben vielen Einzelerfolgen im Nachwuchs-, Frauen- und Männerbereich vor allem auch mit der Mannschaft hervorragende Ergebnisse. Der Weg des TSV ging in den vergangenen 15 Jahren stetig nach oben. Von der Bezirks- über die Landes- in die Bayernliga. Damit aber nicht genug: Das Team um Abteilungschef Konrad Gasser wagte 2009 den Sprung in die Regionalliga und kämpfte dort mit klingenden Namen wie Abensberg, Großhadern, Karlsruhe und Esslingen um den entscheidenden Ippon. Der letztjährige 3. Platz in der Regionalliga Süd zeigte eindrucksvoll, wie stark das Team ist.

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Nun standen die Teisendorfer vor dem Hintergrund der Ligaauflösung vor der wegweisenden Entscheidung: Rauf in die II. Bundesliga oder womöglich ganz nach unten zu rutschen, wo man sich ohnehin mit der Reserve erfolgreich in der Bezirksliga Süd behauptet. »Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Wenn man bedenkt, welche Ressourcen die weiteren Zweitligisten haben, kommt man schon ins Grübeln, ob das ein Schritt ist, den wir als kleiner Dorfverein stemmen können«, machte sich Gasser schon im Herbst vergangenen Jahres Gedanken, als die Option II. Liga im Raum stand.

Die Entscheidung traf letztlich nicht die Abteilungsleitung, sondern diejenigen, die es auf der Matte auch »ausbaden« müssen, nämlich die Sportler. Diese sollen in einem extrem anspruchsvollen sportlichen Umfeld die nötigen Siege holen: »Die Mannschaft hat sich in der Mannschaftssitzung klar dafür ausgesprochen, den Schritt nach oben zu gehen. Zusammen wollen wir alle an einem Strang ziehen, damit das Wagnis II. Bundesliga gelingt«, beschwört Gasser den Teamgeist. Er macht deutlich, dass man sich trotz der hohen Qualität der Liga nicht als Punktelieferant versteht. »Wir wollen unsere Chancen konsequent nutzen und optimal vorbereitet in die Kämpfe gehen.«

Für den stillen Abteilungsleiter hat sich in der Mannschaftsstruktur trotz des Ligaaufstiegs nichts geändert. »Bis auf ganz wenige Ausnahmen setzen wir auf unsere bewährten Kräfte im Verein und Aktive, die aus der Region mitgehen und sich in den Dienst der Mannschaft stellen.« Man setze nicht auf teure externe Verstärkungen – und das, obwohl sich nicht zuletzt aus dem Ausland einige sportliche Verstärkungen angeboten haben.

Wie gut man sich in der II. Liga halten kann, ist offen, denn die meisten Vereine sind für den TSV noch unbekannt. Letztlich wolle man aber den Aktiven in ihrem »sportlichen Lebenslauf« den Eintrag »hat in der II. Bundesliga gekämpft« ermöglichen. »Und jetzt schauen wir einfach, wie wir uns hier im Jahr Eins behaupten«, geht Gasser die Situation trotz der enormen Herausforderung locker an und freut sich erst einmal über den größten Erfolg in der Vereins- beziehungsweise Abteilungsgeschichte.

Los geht die 7er-Liga am 7. April. Dabei hat der TSV noch kampffrei. Eine Woche später schlägt dann die Stunde der Wahrheit für die Teisendorfer: In eigener, frisch renovierter Halle, empfängt man den JC Wiesbaden. Weitere Liga-Kontrahenten sind der HTG Bad Homburg, der BC Karlsruhe, der VfL Sindelfingen, der JT Rheinland und der TSG Backnang.

»Wir freuen uns, dass wir unseren Fans und den heimischen Judofreunden unsere Mannschaft in drei Heimkämpfen präsentieren können. Die sorgen mit Sicherheit für eine andere Spannung als die bisherigen Regionalliga-Begegnungen, bei denen drei Teams im Wechsel gegeneinander kämpften«, betont Gasser. In der II. Liga kämpft die jeweilige Heimmannschaft pro Wettbewerbstag in zwei Durchgängen gegen ein gegnerisches Team. »Wir stellen uns auf alle Fälle der Herausforderung«, fasst Gasser die erwartungsfrohe Stimmungslage bei den Teisendorfer Judoka zusammen. awi