weather-image
27°

Teisendorfer Ferdl Kraller wieder Doppelweltmeister

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Prächtig gelaunt: Doppelweltmeister Ferdl Kraller zusammen mit zwei russischen Volunteers.

Spätestens als das Glückwunschbanner »Teisendorf gratuliert dem Weltmeister Ferdl Kraller« am Rathaus in Teisendorf entrollt wurde, war die große Leistung bekannt: Zweimal Seniorenweltmeistertitel und dazu zwei Silbermedaillen konnte der Teisendorfer Skilangläufer Ferdl Kraller (SG Katek Grassau) aus dem russischen Syktyvkar von den Senioren Weltmeisterschaften mit nach Hause bringen.


Unter den 22 Athleten aus Deutschland, die die weite Reise in die nordöstlich von Moskau gelegene Provinz Komi antraten, gehörten neben Ferdl Kraller auch die heimischen Langläufer Wolfgang Schreiter (Bad Reichenhall), Jürgen Hahn (Ruhpolding), Günter Obermeier (Bernau) und die Betreuerin Brigitte Kettner (Grabenstätt). Eine Woche lang war die 235 000 Einwohner zählende Provinzhauptstadt das Zentrum des Seniorenlanglaufes.

Anzeige

Bedauerlich war nur, dass sich aufgrund der politischen Lage heuer wesentlich weniger Nationen zu diesem alljährlichen nordischen Skifest einfanden. Die Russen hatten eine perfekte Meisterschaft organisiert, die keine Wünsche offen ließ. Perfekte Logistik, bestens präparierte Loipen und mehr als 100 Freiwillige Helfer sorgten für wahrlich weltmeisterliche Bedingungen im und außerhalb des Stadions »Raissa Smetanina«. Die am zentralen Stadtplatz durchgeführten Siegerehrungen wurden täglich von einem grandiosen Folkloreprogramm umrahmt.

Ferdl Kraller bestritt alle seine Wettbewerbe in der klassischen Technik der Altersklasse M 7 und konnte gleich in seinem ersten Rennen über 15 Kilometer den ersten Sieg feiern, der allerdings denkbar knapp ausfiel. Nur 0,4 Sekunden hinter ihm lag sein langjähriger Konkurrent, der ehemalige Skiflugweltrekordler Walter Steiner aus der Schweiz. Kraller lag beim Einlauf ins Stadion zwar deutlich voraus, wählte jedoch kurz vor dem Ziel die falsche Spur und musste umkehren, als er den Fehler bemerkte. »Ein Herzschlagfinish, wie ich es noch nie erlebt habe«, so der überglückliche Sieger.

Schier erdrückend war die russische Konkurrenz im folgenden Bewerb über 10 Kilometer, den auch ein russischer Teilnehmer gewann. Nikolaj Grigorow siegte hier in schnellen 28:44,8 Minuten vor Ferdl Kraller, der sich seinerseits in 29:07,7 Minuten wiederum um 0,4 Sekunden vor seinem Schweizer Erzrivalen behaupten konnte.

In der folgenden Staffel über 4 x 5 Kilometer war das russische Quartett nicht zu schlagen. Die deutschen Walter Hielmeier, Hans Raschke, Karl-Heinz Baltromejus und Ferdl Kraller überzeugten aber mit Rang zwei vor dem Team der Norweger.

Zum Abschluss der Meisterschaften fanden traditionell die langen Strecken statt. Bei idealen äußeren Bedingungen mit Temperaturen leicht über dem Gefrierpunkt liefen die Skier der Teisendorfers optimal. »Meine Wettkampflatten hatte ich mir leider bei einem Sturz im Vorfeld der Meisterschaften ruiniert«, so Ferdl Kraller, »aber ein Freund hat mir seine Skier geborgt, und die liefen hervorragend!«

In 1:25,35 Stunden beherrschte der für die SG Katek startende Teisendorfer die Konkurrenz über 30 Kilometer klar. Knapp 30 Sekunden dahinter lag dann Walter Steiner vor dem Russen Alexej Chwostow.

Mit tollen Eindrücken von russischer Gastfreundschaft verließ die heimische Delegation nach einer Woche die Region am Ural und die Vorfreude auf die nächsten Meisterschaften im finnischen Vuokatti war bereits zu spüren. rep