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Teisendorfer Derby im Brennpunkt

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Der Teisendorfer Florian Zauner (links, hier im Duell mit Seeons Simon Heitauer) freut sich aufs Derby. Sein TSV trifft am morgigen Samstag nämlich auf den SV Oberteisendorf. (Foto: Wirth)

Das Teisendorfer Derby rückt natürlich an diesem 13. und letzten Vorrunden-Spieltag der Fußball-Kreisliga II ganz besonders ins Rampenlicht, zumal die Herbstmeisterschaft dort mit entschieden wird. Doch auch die übrigen sechs Begegnungen des letzten kompletten Spieltages 2015 werden Aufschlüsse darüber bringen, wohin die Reise im neuen Jahr geht.


Den Auftakt bildet bereits am heutigen Freitag um 19.30 Uhr das Heimspiel des SV Seeon/Seebruck gegen den FC Perach. »Das ist eine kreisligaerfahrene Truppe, die für mich etwas überraschend im unteren Drittel der Tabelle zu finden ist«, so Seeons Trainer Ralf Rößler über den Gegner aus dem Inntal. Ihren jüngsten Auftritt, ebenfalls auswärts, konnten die Peracher jedoch mit 1:0 beim TSV Buchbach II für sich entscheiden.

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Rößler: »Gut, wenn wir nachlegen könnten«

»Wir sind also gewarnt und werden mit der nötigen Einstellung ins Spiel gehen«, sagt Rößler, »nach dem verdienten Sieg gegen Teisendorf wäre es gut, wenn wir nachlegen könnten.« Bis auf den angeschlagenen Sebastian Wildmann, dessen Einsatz fraglich ist, sind bei den Hausherren alle Mann an Bord.

Zwei Begegnungen werden am Samstag um 14.30 Uhr angepfiffen, und just in diesen Spielen geht es um die Herbstmeisterschaft: Gewinnt Liga-Primus SV Saaldorf das Neulingsduell beim SV Kay – dieses Spiel ist übrigens die Spitzenpartie der Runde – dann hat er diesen inoffiziellen Titel definitiv in der Tasche. Der einzige Konkurrent, der ebenfalls noch Vorrundenplatz eins schaffen könnte, ist der mit Saaldorf punktgleiche TSV Teisendorf, der dazu jedoch mindestens einen Zähler vor dem Rehrl/Butzhammer-Team über die Ziellinie gehen muss. Denn im direkten Vergleich hatte der SVS mit einem 3:0-Heimsieg die Nase vorne.

Für Spannung und Brisanz ist also gesorgt in Kay und in Teisendorf, wo der abstiegsbedrohte SV Oberteisendorf vor sicherlich toller Kulisse vorstellig wird. »Geplant ist zwar nichts, aber mit Sepp Aschauer werde ich nach dem Derby sicher eine Halbe trinken«, so Gäste-Trainer Andi Horner, der seit etwa zweieinhalb Jahren beim SVO tätig ist und sich durchaus vorstellen könne, »dass ich auch ein viertes Jahr hier weitermache«. Der Verein hätte signalisiert, dass er seinen Trainer gerne halten möchte – unabhängig von der Spielklasse. Im Winter soll es weitere Gespräche geben.

Dass die Oberteisendorfer jüngst zwei Heimsiege in Folge landeten und damit etwas durchatmen konnten, sei eminent wichtig gewesen, so Horner, der ein Sonderlob für zwei seiner Kicker parat hatte: Georg Gruber, aus der »Zweiten« aufgerückt, hat sich dank starker Vorstellungen als Innenverteidiger einen Stammplatz erkämpft, und Offensivmann Alex Hofmann – der ja lange verletzt war – befinde sich ebenfalls wieder im Kommen. Die Leistung insgesamt sei dennoch nicht das Gelbe vom Ei gewesen, redet Horner Klartext: »Mit der ersten Halbzeit gegen Peterskirchen war ich ziemlich unzufrieden, erst nach der Pause haben wir mehr investiert und waren präsenter.«

Dass der Gegner ganz vorne mitspielt, ist für Horner übrigens keine Überraschung. »In den letzten Jahren waren die Teisendorfer auch schon eine gute Mannschaft. Doch da hatten sie immer wieder Verletzungspech – heuer ist das anders.« Das sieht Sepp Aschauer, der Übungsleiter der Hausherren, ähnlich: »Ja, über weite Strecken der Vorrunde sind wir von Verletzungen verschont geblieben, was sich absolut positiv auswirkt«, erklärt er. Doch in den letzten drei, vier Wochen sei man immer wieder zu »Umstellungen in größerem Maße« gezwungen worden.

Stefan Hoiß hat sich beispielsweise in Seeon bereits in der Anfangsphase einen Muskelfaserriss zugezogen und fällt für den Gemeindeschlager definitiv aus. »Aber wir werden schon eine Mannschaft aufs Feld schicken können, die Oberteisendorf Paroli bieten kann, auch wenn der SVO sicher mit Rückenwind kommt«, meint Aschauer, der hinzufügt: »Die letzten Derbys waren immer Kampfspiele – und das muss die Mannschaft auch so annehmen.« Prinzipiell freue sich seine Crew auf ihr letztes Spiel vor der Winterpause und wolle den Zuschauern – »die hoffentlich zahlreich kommen« – ein packendes Derby und eine gute Leistung zeigen.

Mit einer guten Leistung möchte auch der TSV Peterskirchen am Samstag (15.45 Uhr/Mörntalstadion) seine Fans versöhnen, die schon zum dritten Mal in Folge eine Oberteisendorf-Heimfahrt ohne Punkt antreten mussten. Die Heimbilanz (5-0-2) stimmt zwar bei den Schützlingen von Trainer Daniel Winklmaier, doch mit der SG Schönau ist morgen das beste Auswärtsteam der Liga zu Gast. Fünf der acht Gastspiele im Laufe dieser Saison konnten die Königsseer für sich entscheiden, und auch sonst befinden sie sich nach schwachem Saisonstart auf dem Vormarsch und möchten mit einem Sieg an den punktgleichen Hausherren (beide 18 Zähler) vorbeiziehen.

Von ursprünglich Samstag, 19 Uhr, um zwei Stunden auf 17 Uhr vorverlegt, wurde das neuerliche Heimspiel des SB Chiemgau Traunstein II gegen den FC Töging II. Im Duell der Landesliga-Reserven können die Gäste relativ unbeschwert aufspielen, da sie derzeit ein Drei-Punkte-Polster auf die Abstiegszone aufweisen. Dagegen rutschte die U 23 der Kreisstädter durch das 0:3 gegen Schönau auf den 14. und letzten Rang ab und benötigt unbedingt einen Dreier. Bei aktuell sieben Zählern Rückstand auf die Nichtabstiegsränge sollten die Mannen von Trainer Bernd Ober nämlich aufpassen, dass sie den Anschluss nicht noch heuer verlieren. »Im Frühjahr muss man dann sowieso schauen, wie sich die gesamte Kadersituation darstellt – vielleicht wird’s dann ja etwas besser«, hat Ober die Hoffnung noch nicht gänzlich aufgegeben.

Siegsdorf will im Verfolgerfeld bleiben

Abgeschlossen wird die Vorrunde mit den beiden Sonntags-TSV-Vergleichen TSV Neumarkt-St. Veit gegen TSV Siegsdorf und TSV Bad Reichenhall contra TSV Buchbach II (Anstoß jeweils um 14.30 Uhr). Im Duell an der Rott, wo der Dritte den zwei Zähler schlechter gestellten Fünften zu Gast hat, scheint es ebenso wenig einen Favoriten zu geben wie in der Kurstadt, wo der Achte den punktgleichen Neunten begrüßt. Die Siegsdorfer könnten mit einem Auswärtssieg weiter im Verfolgerfeld mitmischen, die Reichenhaller mit einem Heim-Dreier ein kleines Polster zwischen sich und die Abstiegszone legen. cs