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Teisendorf II holt sich die Meisterschaft

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Im Teisendorfer Bundesligateam sind sie Mannschaftskameraden, in der Bezirksliga Gegner: Traunreuts Xaver Schwarz (blauer Anzug) besiegte den Teisendorfer Fritz Gasser in einem technisch versierten Kampf. (Foto: Wittenzellner)

Der TSV Teisendorf II ist das stärkste Team in der Bezirksliga in Oberbayern: Die TSV-Reserve setzte souverän in eigener Halle gegen den Zweiten aus dem Süden, den TuS Traunreut (16:4) und den Ersten aus dem Norden, die Kampfgemeinschaft Kösching/Ingolstadt (14:6) durch. Teisendorf sicherte sich damit den 1. Platz vor der KG Kösching/ Ingolstadt und dem TuS Traunreut.


Die Kämpfe waren durchweg auf einem technisch anspruchsvollen Niveau und – trotz des jeweils relativ eindeutigen Kampfausgangs – spannende Einzelbegegnungen, bei denen verbissen und trotzdem fair um jeden Vorteil gekämpft wurde.

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Dass die Vereine das Finale nicht als »lästiges Übel« abhaken wollten, wurde alleine dadurch deutlich, dass die Teams nach dem Fernbleiben des ebenfalls qualifizierten JC Freising das Finale nicht im Schnelldurchgang durchziehen wollten. Im Modus »Jeder gegen Jeden« wurden jeweils beide Durchgänge ausgekämpft, um damit – gerade auch für die jüngeren Kämpfer – möglichst viele Einsätze zu ermöglichen.

Die KG Kösching/Ingolstadt, Meister in der Nordliga, zeigte gleich zum Auftakt beim überlegenen 14:6-Sieg gegen den TuS Traunreut, dass sie zurecht Erster geworden ist, wenngleich sie doch großen Respekt vor dem Namen des Zweitligisten Teisendorf hatte: »Wir sind ohne große Erwartungen hergefahren, wir hatten nichts zu verlieren und sind auch mit unserem Gesamtergebnis zufrieden«, resümierte Mannschaftsführer Michael Deindl nach den beiden Kämpfen seines Teams und dem 2. Platz.

Traunreut hatte gegen die Kampfgemeinschaft wenig zu bestellen, sogar der Seriensieger Xaver Schwarz hatte das Nachsehen. Auch gegen Teisendorf ging es dem TuS nicht viel besser, er unterlag mit 4:16. Dabei wurden den für ein heimisches Judo-Finale wenigen Zuschauern spannende Kämpfe geboten. So gab es einerseits eine Wiederholung von spannenden Mattenduellen aus der laufenden Saison (Teisendorfs Benedikt Schmid revanchierte sich für die Niederlage gegen Konstantin Filatov) und Traunreuts Schwarz setzte sich in einem hochklassigen Kampf gegen Fritz Gasser durch.

Letztlich war die Teisendorfer Dominanz aber überdeutlich. Doch auch beim Drittplatzierten herrschte Zufriedenheit: »Unser Team hat gutes Judo gezeigt und gut mitgekämpft«, betonte Traunreuts Abteilungsleiter Volker Weberpals. »Dass in einem Finale die Luft dünn ist, war klar. Aber wir fahren erhobenen Hauptes heim.«

Teisendorf, das ausschließlich mit eigenen Leuten angetreten war, hatte mit einigen Ausfällen im Vorfeld des Finales zu kämpfen. Und auch der verletzungsbedingte Ausfall von Schwergewichtler Vitali Zeleznjak gleich im ersten Kampf gegen Kösching/Ingolstadt war alles andere als ein Start nach Maß. Teisendorf fing sich schnell und die gewohnte Dynamik im Team »pushte« auch jüngere Kämpfer wie beispielsweise Adrian Frauenlob (66 kg), der sich gegen seinen Kontrahenten Max Frey durchsetzte, zum Einzelsieg. Herbert Eder (plus 90 kg) setzte einen Siegpunkt mit einem Festhalter drauf.

Am Ende standen gegen die Kampfgemeinschaft aber auch gegen die Siemensstädter aus Traunreut überzeugende Siege angeschrieben. »Wir hatten heute nur einen schmalen Kader zur Verfügung. Der hat aber alles gegeben. Ich bin voll mit der Leistung meines Teams zufrieden«, betonte Teisendorfs Abteilungschef Carsten Zillmer, der sich über »faire Kämpfe auf einem hohen Niveau« freute und ein »schönes Finale« für Zuschauer und Kämpfer sah.

»Das ist Werbung für den Judo-Sport gewesen«, freute sich Teisendorfs Bürgermeister Thomas Gasser bei der Siegerehrung und lobte den »ehrlichen und fairen Umgang miteinander« bei dem Finale. Er hoffe, dass man sich sehr bald wieder in Teisendorf beim Judo treffe, wo es den Judo-Sport in »bester Perfektion« gäbe.

Teisendorfs Zweite Mannschaft wird sich möglicherweise im kommenden Jahr in der Landesliga wiederfinden. Dahinter steht allerdings noch ein Fragezeichen. Teisendorf will – sowohl vor dem Hintergrund der Zweitstartrechte als auch, um keine ausschließliche Fixierung auf den TSV zu schaffen – mit einer Mannschaft aus der Region aufsteigen mit einem Kerngerüst aus Teisendorfer Kämpfern und weiteren Aktiven aus der Region. Der Verband ist jetzt am Zug und muss darüber entscheiden, ob er die angefragte Konstellation genehmigen will. – Die Ergebnisse: TuS Traunreut - KG Kösching/Ingolstadt 6:14 (Unterbewertung 60:137), TSV Teisendorf - KG Kösching/ Ingolstadt 14:6 (137:60), TSV Teisendorf - TuS Traunreut 16:4 (160:40). awi