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Teisendorf fegt Ingolstadt aus der Halle

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Holte einen Ippon mit einem spektakulären Wurf: Teisendorfs Maximilian Haueis (schwarz-roter Anzug) siegte mit einem Rückwurf.

Die Judoka des TSV Teisendorf sind beim Zweitliga-Auftakt in Teisendorf vor 300 Judo-Fans über sich hinausgewachsen. Leidtragender war der Aufsteiger ESV Ingolstadt, der gegen den TSV beim 10:4 für die Gastgeber (Unterbewertung 94:37) letztlich chancenlos war.


Entsprechend gut gelaunt war Teisendorfs Abteilungschef Carsten Zillmer: »Toller Saisonauftakt vor einer sensationellen Kulisse. Wir sind endgültig in der II. Bundesliga angekommen.« Dass man dabei auch vor großen Namen wie dem favorisierten JC Leipzig nicht den Kopf einzieht, wurde schnell deutlich: »Wer die Gruppe gewinnen will, muss definitiv erst einmal an uns vorbei«, gab sich Carsten Zillmer selbstbewusst.

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Ein Lob gab es auch für die nicht eingesetzten Kämpfer, die trotzdem mit Eifer bei der Sache waren. »Jeder will kämpfen und sich beweisen, aber für uns steht natürlich das Mannschaftsergebnis im Vordergrund« so der Abteilungsleiter, der auf starke junge Neuzugänge wie beispielsweise die Traunreuter Konstantin Filatov und Kevin Miller verwies, »deren Zeit noch kommt«.

In dem bayerischen Spitzenduell stand Ingolstadt von Anfang an unter Zugzwang, da der ESV die erste, vorgezogene Begegnung gegen den VfL Riesa verloren hatte. Die Gäste waren mit einer jungen, starken Truppe nach Teisendorf gekommen, die den TSV forderte, aber auch motivierte.

Die Gastgeber gingen mit Neuzugang Michael Ehrenlechner auf die Matte. In der mehrjährigen Problemklasse des TSV bis 81 kg holte er eine frühe Wertung und verteidigte diese geschickt über die gesamte Kampfzeit. Der Sieg wirkte wie ein Dammbruch. Christoph Kronberger (plus 100 kg) legte im Schnelldurchgang einen Ippon drauf. Dem ließ Robert Buendowski (bis 100 kg) mit hoher Mattendominanz einen weiteren Sieg folgen. Bis 60 kg musste sich dann der Ansbacher Neuzugang Tobias Harter – gehandicapt mit einer Ellenbogenverletzung – dem Bad Aiblinger Nachwuchstalent Patrick Weisser geschlagen geben. Den »Schönheitsfehler« glich Christian Pichler (bis 90 kg) mit einer Waza-Ari Wertung bei zwei Shido (Verwarnungen) gegen seinen Ingolstädter Kontrahenten Mike Schmal sofort wieder aus.

Maximilian Haueis (73 kg) kämpfte im 1. Abschnitt zu passiv und kassierte noch in der ersten Minute die entscheidende Niederlage gegen Wolfgang Schneider, die Fritz Gasser (66 kg) mit einem spektakulären Wurf noch in der ersten Minute egalisierte. Der 5:2-Zwischenstand war schon die halbe Miete. Das Trainerduo Thomas Scholz und Herbert Kirchmeier blieben ihrer Linie auch im zweiten Abschnitt treu: »Wir stellen voll auf Sieg auf.«

Das bewiesen wieder die nächsten drei Athleten: Frank Thomé (81 kg) punktete im »Golden Score«, der Verlängerung, nach fast acht Minuten gegen seinen Ingolstädter Kontrahenten Rene Walter. Zu Gute gekommen sein dürfte ihm dabei, dass er während seiner Polizeiausbildung in Ingolstadt trainiert und den Kontrahenten bestens kennt. In dem ausgeglichenen Kampf zeigte Thomé letztlich die stärkere Physis zweier bis an die körperlichen Grenzen gehenden Kämpfer.

Als tolle Verstärkung für den TSV präsentierte sich erwartungsgemäß der Aiblinger Daniel Messelberger, der Alexander Krapp nach einer konsequent durchgezogenen Bodenaktion nach einer Minute zur Aufgabe zwang. Wie erwartet holte der aufgerückte Pichler (bis 100 kg) auch seinen zweiten Sieg – die österreichische Karte stach mit Kronberger (einmal) und Pichler (zweimal) wieder wie erwartet.

Zwar hatte Harter (60 kg) erneut mit einem Waza-Ari gegen Weisser das Nachsehen und auch Simon Angerpointner (bis 90 kg) musste seinem Kontrahenten nach knapp zwei Minuten den Vortritt lassen. Dann aber musste Teisendorfs Haueis (73 kg) mit Wut im Bauch nach dem verpatzten ersten Durchgang erneut gegen Schneider ran. Nach einer guten Minute setzte er zu einer Kontertechnik an. Mit einem Rückwurf (Ura-Nage) glückte die sportliche Revanche für die Niederlage im ersten Durchgang. Leichtgewichtler Gasser (66 kg) buchte wieder einen Sieg in der Abteilung »spektakuläre Würfe« – sind seine Schulterwürfe doch bekannt und gleichzeitig trotzdem überaus erfolgreich – zum 10:4-Gesamtergebnis.

Den nächsten Heimkampf bestreitet der TSV Teisendorf am 11. Mai gegen den VfL Riesa. awi