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Teisendorf dominiert die Liga

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Herbert Eder vom TSV Teisendorf (vorne) ließ Andreas Rarrek vom TuS Töging keine Chance. Der TSV gewann seinen Heimkampf deutlich. (Foto: Wittenzellner)

Tögings Abteilungschef Stefan Franzl brachte den Klassenunterschied nach der deutlichen 5:15-Auswärtsschlappe (Unterbewertung 50:150) bei der Reserve des Judo-Zweitligisten TSV Teisendorf auf den Punkt: »Wenn wir diesen Gegner besiegen, dann sind wir in der Bayernliga.« Er sah ein paar kleinere Fehler seines Teams, das couragiert kämpfte. Letztlich waren es in der Teisendorfer Schulturnhalle aber klar die Gastgeber, die den Ton auf der Matte angaben.


Der zweimal erfolgreiche Jakob Schmid (73 kg) legte schnell mit einem Hüftwurf gegen den erfahrenen Christoph Käser vor. Maximilian Haueis (73 kg) fuhr mit einer kleinen Innensichel gegen den Freilassinger Markus Schiller den zweiten Wazaari und damit den Sieg ein, dem Benedikt Schmid (66 kg) gegen Christoph Schneeberger mit einem Schulterwurf den nächsten Ippon folgen ließ. Nur ein kampfloser Erfolg und ein Punkt am Boden von Patrick Steinmann gegen Markus Metzler (81 kg) sprangen für die Töginger heraus.

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Sonst punktete nur noch der TSV mit Christian Metzler (81 kg), Herbert Eder (plus 90 kg), Vitali Zeleznjak (plus 90 kg) und Frank Thome (81 kg), bevor es zu einem spannenden Kampf zwischen dem siegreichen Wolfgang Kettenberger (81 kg) und dem Ju-Jutsu-Weltmeister der Junioren, Simon Attenberger, kam, den der Teisendorfer mit einem Festhalter beendete. »Schade, wir hatten uns mit unserem Joker da mehr ausgerechnet. Aber Judo ist halt nicht automatisch Ju-Jutsu«, musste TuS-Abteilungsleiter Stefan Franzl eingestehen.

Teisendorf war trotz des Einsatzes einiger jüngerer Athleten meist deutlich überlegen. Auch der junge Michael Enzinger (66 kg) bewies Kampfgeist und donnerte seinen Kontrahenten Christoph Käser überraschend mit einem Seoi-nage (Schulterwurf) auf die Matte.

»Ich bin zufrieden mit dem Verlauf, natürlich auch mit dem Ergebnis«, betonte Teisendorfs Abteilungschef Konrad Gasser, der mit seinem Team an der Tabellenspitze einsam weitere Kreis zieht. »Wir fahren – wenn möglich – eine Doppelstrategie: Wir gewähren weitere Wettkampfpraxis und testen andererseits auch unsere Optionen.«

Teisendorfs Dominanz hatte zum Saisonauftakt auch schon der TuS Traunreut bei seiner Niederlage zu spüren bekommen. Nach einem Freilos empfingen die Traunreuter nun den TuS Holzkirchen in der Kadlec-Halle. Die Gäste konnten zwar nicht voll aufstellen (es fehlten beide 66er), haben aber erfahrene Landesligakämpfer aus Lenggries in ihren Reihen.

Schnell führte Traunreut mit 5:0. Dann aber riss die Siegesserie, doch Mannschaftsführer Michael Ehrenlechner (bis 90 kg) sorgte mit seinem Ippon nach einer Griffkombination aus Seoi-nage (Schulterwurf) und O-soto-gari (Große Außensichel) zum 6:4-Zwischenstand nach dem ersten Durchgang. Nachdem die beiden Leichtgewichtsklassen wieder nur von den Gastgebern besetzt worden waren, stand es 8:4 und damit war die Tür zum Heimsieg weit aufgestoßen.

Dennoch steuerte nur noch Matthias Sipple (73 kg) einen Punkt bei, ehe zum Abschluss die beiden Gewichtsklassen bis 90 kg auf dem Programm standen. Erst holte erneut Michael Ehrenlechner gegen den hoch eingeschätzten Michael Gerrer für das »Tagesminimum Unentschieden« einen Sieg nach dem »Golden Score« – nach vier Minuten Kampfzeit war noch keine Entscheidung gefallen.

Traunreut wollte jedoch noch mehr: Das jugendliche Talent Johannes Hörterer vom JC Achental machte nach einer guten Minute den Sack zu und siegte mit einem O-soto-gari (Große Außensichel) Ippon für Traunreut zum 11:9 (Unterbewertung 107:87). »Michi hat zwei klasse Siege erkämpft«, lobte Traunreuts Abteilungschef Volker Weberpals nach dem doppelten Erfolg des Wagingers. »Das war herausragend«. awi