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Tatarinov verpasste vierten DM-Titel

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Drei junge Ringer des TV Traunstein gingen bei der Deutschen Meisterschaft der A-Jugend (Jahrgang 1996 bis 1998) in Völklingen im griechisch-römischen Stil und in Köln im freien Stil an den Start. Herausgekommen sind eine Silbermedaille für Artur Tatarinov (50 kg, Greco) sowie ein guter fünfter Platz für Ilja Vorobev (63 kg, Freistil) und Rang acht für Eduard Tatarinov (54 kg, Freistil).


Artur Tatarinov, dreifacher Deutscher Meister in Folge, sparte sich nach Absprache mit dem bayerischen Landestrainer Matthias Fornoff das Abkochen auf die nationale und internationale Zielgewichtsklasse bis 46 kg und kämpfte gegenüber seinem letztjährigen Titelgewinn zwei Gewichtsklassen höher (50 kg) – keine leichte Aufgabe für den jungen aufstrebenden Traunsteiner Ringer.

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Gleich im ersten Kampf gegen Samir Eghbali (VfK Schifferstadt) entwickelte sich aus einer gezogenen Schleuder eine gefährliche Situation, Tatarinov gab die Runde nach etwas unklarer Punktewertung ab, holte aber die nötigen zwei Runden überlegen. Dem Sieg folgten vier weitere, zum Teil sehr überlegen herausgekämpfte Kampfgewinne. So kam es zum erwarteten Finale der beiden Pool-Ersten Tatarinov gegen Sören Stein (KSV Schriesheim). In dem engen Duell gegen den letztjährigen Vizemeister (eine Gewichtsklasse höher) entwickelte sich ein Kampf auf Biegen und Brechen – ohne »goldenes« Ende für Tatarinov der den Kampf mit 0:2 und 2:3 verlor, nachdem er zulassen musste, im Boden gedreht zu werden.

Nach dem Kampf herrschte große Enttäuschung bei dem TVT-Nachwuchstalent. Betreuer Theo Frank, der den Traunsteiner seit Jahren sportlich intensiv begleitet, hob dennoch die gezeigten Leistungen seines Schützlings hervor. Auch ein Lob von Greco-Nachwuchstrainer Maik Bullmann brachte zwar die angepeilte Goldmedaille nicht her, rückte aber die gute Turnierleistung Tatarinovs ins rechte Licht.

Ilja Vorobev ging mit vier überlegenen Siegen in den Turnierverlauf und zeigte dabei feine Techniken, die auch Traunsteins Chef-Trainer Petar Stefanov überzeugten. Stefanov war in Köln als Kampfrichter vertreten. Doch nach den vier Erfolgen riss die Serie in der mit 26 jungen Ringern quantitativ und qualitativ stark besetzten Gewichtsklasse. Vorobev musste sich dem Warnemünder Sebastian Nehls auf Schulter beugen. Danach folgte eine knappe und vermeidbare Niederlage gegen den späteren Deutschen Meister Marius Quinto (RG Waldkirch-Kollnau) – die berechtigte Medaillenhoffnung war damit für den TVT-Kämpfer geplatzt.

Im Kampf um Platz fünf bewies Vorobev erneut feine Techniken und Stärke. Er legte Matthias Schmitt (KSV Schriesheim) in einem aktionsreichen Kampf mit 18:4 Punkten aufs Blatt und wurde guter Fünfter.

Eduard Tatarinov war schlecht in das Turnier gestartet und gab seinen ersten Kampf nach zwei Runden ab. »Das wäre nicht nötig gewesen«, urteilte Stefanov. Gegen den Bayernliga-Konkurrenten Leon Raps (AC Lichtenfels) kam Tatarinov zurück in die Erfolgsspur und holte einen sicheren Zwei-Runden-Sieg nach Punkten. Gegen Dennis Glock vom KSV Linzgau-Kaisersdorf siegte er mit technischer Überlegenheit und auch im Duell mit Justin Müller (ASV Germania Markneukirchen) legte er mit 3:0 klar vor. Aufgrund einer Unachtsamkeit geriet Tatarinov jedoch in eine gefährliche Lage, aus der er sich nicht mehr befreien konnte. Die Schulterniederlage beendete alle Chancen auf eine Medaille. Mit einem achten Platz blieb er in dem 21er Feld etwas unter seinen guten ringerischen Möglichkeiten.

Stefanov zeigte sich dennoch mit dem Gesamtergebnis zufrieden: »Allerdings wären bei allen drei Ringern Medaillen möglich gewesen. Aber die Entwicklung der jungen TVT-Ringer ist sehr erfreulich.«

Der junge Angerer Ringer Andreas Bauer holte in seinem ersten A-Jugend-Jahr in der Gewichtsklasse 42 kg einen vierten Platz. Drei Siege und eine Niederlage bedeuteten den zweiten Platz im Pool und damit den Kampf um die Bronzemedaille. Dieser ging in einem engen Kampf gegen den Sulzbacher Mirko Hilkert in zwei Runden verloren. Ebenfalls für den SC Anger ringend ging Michael Klouceck (58 kg) auf die Matte. Ein Sieg und zwei Niederlagen bedeuteten im Endklassement den zehnten Platz. Lukas Laue vom TSV Berchtesgaden wurde in der Gewichtsklasse 54 kg Fünfzehnter. awi