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Tabellenführer Pullach, Blasmusik und ein Konzert

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Er peilt mit seiner Mannschaft gegen den Tabellenführer eine Überraschung an: Kirchanschörings Bernd Eimannsberger. (Foto: Butzhammer)

Der SV Kirchanschöring feiert seinen 70. Geburtstag – und die »geladenen« Gäste sind hochrangig! Sportlicher Höhepunkt ist am morgigen Samstag um 15 Uhr zweifellos die Heimvorstellung des gelb-schwarzen Fußball-Bayernliga-Teams gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter SV Pullach.


Im Anschluss an diesen Kracher trifft die »Zweite« des SVK in der Kreisklasse IV auf den ASV Grassau (Anstoß um 17.15 Uhr), ehe die Feierlichkeiten so richtig Fahrt aufnehmen. Mit Blasmusik geht’s in der Hans-Straßer-Halle zünftig zur Sache, und das Konzert der Guten A-Band um den ehemaligen »Anschöringer« Torjäger Günter Wimmer bildet dann gleich den nächsten Höhepunkt.

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Ein fulminanter Tag also für die Mannen von Cheftrainer Patrick Mölzl, die – gut eine Woche nach dem überzeugenden Auftritt beim damaligen Tabellenzweiten FC Unterföhring (1:1) – auch gegen die Top-Truppe der Fünften Liga eine Überraschung in Form von einem oder gar drei Zählern schaffen wollen. »Wir haben gegen diesen starken Gegner nichts zu verlieren, können nur gewinnen«, so Mölzl.

Michael Wengler aus dem SVK-Medienteam spricht in Sachen Rollenverteilung sogar von »zwei Welten«. Auf der einen Seite stehe die Mölzl-Elf als »Land-Verein«, auf der anderen Seite die vom ehemaligen HSV-Stürmer Frank Schmöller betreuten Pullacher »Raben« als ein Team, »das gespickt ist mit professionellen Fußballern, unter anderem mit Löwen-Legende Michael Hofmann im Kasten«, so Wengler. »Schmöller ist berüchtigt für seine ehrlichen und harten Statements und nimmt gegenüber den Spielern kein Blatt vor den Mund.« Es wartet also sicher auch eine interessante Pressekonferenz im Anschluss an die Partie auf die bestimmt wieder zahlreichen Zuschauer im Stadion an der Laufener Straße.

Frei von Sorgen sind die »Raben« jedoch trotz ihres aktuellen Sechs-Punkte-Vorsprungs auf den Rangzweiten FC Pipinsried nicht. Der Grund: Die Sportanlage, die ohnehin meist nur von gut 100 Zuschauern besucht wird, verfügt nicht einmal über eine Tribüne und liegt mitten in einem Wohngebiet. Obwohl der SVP dank sportlicher Top-Besetzung Ambitionen hätte, in die Regionalliga Bayern aufzusteigen, ist das seit Jahren unmöglich. Ein Umzug ins benachbarte Neuried scheiterte ebenso wie die geplante Austragung der Heimspiele in Heimstetten. Dort hätten die Pullacher für jedes Spiel eine dicke Platzprämie entrichten müssen.

SVK-Trainer Patrick Mölzl sagt vor der morgigen Herkulesaufgabe voller Ironie: »Wir haben ein leichtes Heimspiel. Da gehe ich von einem klaren Heimsieg aus.« Rückblickend auf den Auftritt seiner Crew in Unterföhring gestand er, dass vier bis fünf Spieler auf dem Platz standen, »die nach mindestens sieben oder acht Wochen Verletzung direkt zurückgekommen sind.« Da sei es kein Wunder, dass dem Team »hintenraus der Dampf« fehle. Man brauche also noch etwas Zeit, so Mölzl, aber man sehe, »dass wir in dieser Liga bestehen können, wenn wir komplett sind.«

Was die Gegentore betrifft, ist der Primus mit dem SVK sogar gleichwertig (je 12). Pullach erzielte mit 31 Treffern allerdings dreimal so viele »Kisten« wie Manuel Omelanowsky, Max Vogl und Co. Allein Torjäger Menelik Ngu’Ewodo, mit zwölf Treffern Führender der Bayernliga-Torschützenliste vor dem Heimstettener Orhan Akkurt (9), hat öfter getroffen als die gesamte SVK-Elf (10).

»Es wird auf alle Fälle wieder eine Atmosphäre in 'Anschöring' herrschen, die sich die Pullacher auch mal bei ihnen zu Hause wünschen würden«, mutmaßt Wengler. Er schiebt hinterher: »Pullach mag die beste Mannschaft haben, aber von Emotionen im Fußball, vielen lautstarken Zuschauern, die mit ihrer Mannschaft mitgehen, mitfühlen und sie anfeuern, ist unser Gegner weit entfernt. Das könnte vielleicht das entscheidende Plus sein.« cs