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SVK-Saisonfinale im Zeichen des Abschieds

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Beifall haben er und seine Schützlinge für ihre Leistungen auf jeden Fall verdient: Dominik Hausner, der den SV Kirchanschöring zuletzt als Cheftrainer und vorher als Co-Trainer betreute und nun den Verein verlassen wird. (Foto: Butzhammer)

Auch wenn der Klassenerhalt längst gesichert ist, so geht es für die Bayernliga-Fußballer des SV Kirchanschöring im Saisonfinale am morgigen Samstag gegen den FC Gundelfingen (14 Uhr/Stadion an der Laufener Straße/es gibt auch Freibier für die Fans) doch noch um einiges. Mit einem Sieg über den Tabellenletzten und Fixabsteiger könnten die Gelb-Schwarzen eventuell noch vom zehnten auf den neunten oder gar achten Rang im Abschlussklassement klettern. Ein Unterfangen, das durchaus nicht unmöglich erscheint, haben doch die vor der Hausner-Elf liegenden Teams aus Rain am Lech (in Kottern) und Sonthofen (in Heimstetten) schwierige Aufgaben zu bewältigen.


Neben diesem durchaus reizvollen sportlichen Aspekt geht es morgen vor allem darum, Abschied zu nehmen von einigen SVK-Säulen. Da wäre zunächst mal Dominik Hausner selbst, der zum letzten Mal das Zepter als Cheftrainer schwingt, ehe Yunus Karayün in der neuen Spielzeit das Ruder übernimmt. »Auch wenn es für beide Teams um nicht mehr viel geht, wünsche ich mir für die Mannschaft, dass sie sich mit einem Sieg für die hervorragende Saison belohnt«, sagt der 37-Jährige, »vielleicht schaffen wir doch noch einen einstelligen Tabellenplatz.« Das würde er sich vor allem auch »für unsere treuen Fans« wünschen, »die uns immer unterstützt haben und in so manchen Spielen ein entscheidender Faktor für den Sieg waren.«

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Zu seinem Abschied meint Hausner offen und ehrlich: »Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass das einfach so an mir vorübergeht.« Er spricht von »unglaublich schönen und erfolgreichen« dreieinhalb Jahren in »Anschöring«.

»Servus« sagt auch Thaddäus Jell, der seine Fußballstiefel an den Nagel hängt. »Ich habe 'Thaddy' als einen hyperfeinen Kerl kennengelernt«, so Michael Wengler, »jedes Gespräch war spitzfindig und ehrlich. Dabei hatte er nebenbei immer andere Verpflichtungen wie die Firma seines Vaters«, ergänzt der SVK-Teammanager, »es inspiriert dann schon, wenn so einer immer noch – wie am vergangenen Samstag in Rain – die Mannschaft nach vorne pusht.«

Besonders weh tut den SVK-Fans natürlich der Weggang von Tobias Janietz und Manuel Omelanowsky zum Regionalligisten SV Wacker Burghausen. »Er hat sich gesteigert, war immer als fleißige Hand vor Ort, wenn es darum ging, die Kabine neu zu streichen«, so Wengler über Janietz – und erinnert sich: »Zwei Tore hat er in seiner SVK-Zeit gemacht: das berühmte Eigentor vor über 2000 Zuschauern im Landesliga-Spitzenspiel gegen Hallbergmoos und heuer den 1:1-Ausgleich in Unterföhring.«

Und »Omo«? Klar, dass er mit seinen zahlreichen Treffern ein Riesen-Erfolgsgarant des SVK war. »Welche Worte soll man da verlieren?«, fragt sich Wengler zu Recht – um dann doch noch ein Beispiel herauszupicken: »Ach ja, da war eine Szene in Dachau, beim ASV, der jetzt mit Traunstein im Fernduell um den Relegationsplatz zur Bayernliga kämpft. Wir waren schon Meister, lagen – glaube ich wenigstens – hinten, und dann kam der SVK-Zug. Ob 'Omo' traf oder nur der Zugführer war, ist jetzt egal.« Auch Omelanowskys 1:0-Siegtreffer in Ismaning blieb ihm in bester Erinnerung.

Eine weitere echte Größe, die künftig nicht mehr das SVK-Trikot überstreifen wird, ist Dennis Kracker. Der Klasse-Keeper hängt seine Handschuhe an den Nagel. »Was er mit seinen Fäusten alles geleistet hat, das hat Franz Faber vom FC Unterföhring mal schön in Worte gefasst«, erzählt Wengler. »Wo war denn euer Torwart heute, der uns schon so oft so viele Nerven gekostet hat?« Fakt ist: Kracker war in den Medien oft als »bester Torwart der Bezirksoberliga« tituliert. Er brachte dem SVK nicht nur jede Menge Erfolg, sondern gab auch seinem Nachfolger Lu Hoyer viel mit auf den Weg.

Wie ein Schock hat übrigens auch die Nachricht vom schweren Skiunfall von »Niko« Sommer (wir berichteten) die SVK-Familie erschüttert, denn der herausragende Skirennläufer hatte auch im Nachwuchsbereich der »Anschöringer« gespielt. »Wir bitten alle, fleißig beim 'Projekt Nikolai Sommer' mitzuhelfen«, sagt Michael Wengler in der Hoffnung auf zahlreiche Spenden. cs