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SV Kirchanschöring glanzlos zum Pflichtsieg

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Er war diesmal per Handelfmeter für den SV Kirchanschöring erfolgreich: Christian Heinrich, der mit seiner Mannschaft einen 2:0-Sieg feierte. (Foto: Butzhammer)

SV Kirchanschöring: Hoyer, Janietz, Eder, Jell, Leitmeier (82. Vogl), Heinrich (61. Schmidhuber), Omelanowsky (36. Willinger), Gürcan, Mölzl, Hofmann, Jung.


SV Hebertsfelden: Obermeier, Stöger, Kagerer, Frischhut, Vorwallner (82. Stehr), Bachmaier, Holzner, Bauer (66. Pointmayer). Weißbrodt, Hahn, Thallinger.

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Tore: 1:0 (36.) Leitmeier, 2:0 (48.) Heinrich (Handelfmeter).

Schiedsrichter: Wiesnet.

Zuschauer: 530.

Rote Karte: Thallinger (48.) wegen »Torraubs«.

Auch wenn Spielertrainer Patrick Mölzl das Wort »Bayernliga« noch nicht allzu gerne in den Mund nimmt: Nach dem 2:0 (1:0)-Sieg seines SV Kirchanschöring gegen den SV Hebertsfelden sieht es für den Spitzenreiter der Fußball-Landesliga Südost bestens aus in Sachen Bayernliga-Aufstieg – zumal Verfolger VfB Hallbergmoos-Goldach tags zuvor Federn ließ und eine 1:2-Heimniederlage gegen den Kirchheimer SC »schlucken« musste. Vor dem Nachholspiel beim Tabellenletzten FC Ergolding (Mittwoch, 18.30 Uhr) – in dem man die 60-Zähler-Marke knacken möchte – liegen die »Anschöringer« nun schon beachtliche fünf Punkte vor der Toni-Plattner-Elf.

»Die Hebertsfeldner haben es uns mit ihrer Fünferkette nicht leicht gemacht, jetzt sind wir vor allem froh, dass wir diesen Arbeitssieg eintüten konnten«, meinte SVK-Torjäger Christian Heinrich, der auch diesmal wieder erfolgreich war und bereits seinen 17. Saisontreffer markierte. Es lief die 48. Minute, als »Heini« einen Handelfmeter eiskalt zum 2:0 verwandelte. Eine Szene mit Folgen für die Gäste, denn Marcel Thallinger musste unmittelbar davor wegen »Torraubs« das Feld mit Knallrot verlassen. Er hatte einen Kopfball von SVK-Kapitän Albert Eder (nach Mölzl-Ecke) in Torwart-Manier abgewehrt, »obwohl unser Torwart Thomas Obermeier diesen Ball vermutlich auch erwischt hätte«, so Gäste-Spielertrainer Christian Kagerer.

So war natürlich eine frühe Vorentscheidung gefallen vor 530 Besuchern im Stadion an der Laufener Straße. Und auch beim ersten Treffer in der 36. Minute hatte Heinrich seine Füße im Spiel. Nachdem er den Pfosten anvisiert hatte, stand Sebastian Leitmeier goldrichtig und staubte zur 1:0-Führung ab.

Insgesamt taten sich die Hausherren gegen die spielerisch biederen Niederbayern jedoch schwer, klare Chancen zu erspielen. »Wir haben unsere Angriffe teilweise katastrophal zu Ende gespielt«, gab Mölzl unumwunden zu. Dennoch hätte der SVK durch Heinrich (20-Meter-Schuss an die Latte) oder Manuel Jung (vergab aus kurzer Distanz) einen dritten Treffer nachlegen können.

Allerdings hätten auch die tapferen Gäste mindestens ein Tor machen können, ja müssen, doch sie scheiterten einige Male am starken SVK-Schlussmann Lu Hoyer, der die Nummer eins Dennis Kracker (Magen-Darm-Probleme) glänzend vertrat. »Ich bin froh, dass wir so einen Mann in der Hinterhand haben – er hat ein sehr gutes Spiel gemacht«, lobte Mölzl den Ersatztormann. Dagegen war sonst viel Sand im Getriebe des Ligaprimus, was auch durch die eine frühe Auswechslung – Maxi Willinger kam noch vor der Pause für Manuel Omelanowsky – dokumentiert wird. »Wir mussten einfach ein Zeichen setzen, nachdem taktisch nichts geklappt hat. Diesmal hat’s eben den 'Omo' erwischt, aber der ist klar im Kopf und weiß wie er das einschätzen muss. Einen Knacks kriegt er dadurch sicher nicht«, erklärte Mölzl.

Dessen Kollege Kagerer, der als früherer Burgkirchner und Buchbacher auch im heimischen Kreis Inn/Salzach einen guten Namen hat, konnte mit dem Auftritt seiner Elf durchaus leben. »Wir haben uns nicht schlecht verkauft, für unsere Verhältnisse ein gutes Spiel gemacht«, analysierte er. »Ein 0:2 in Unterzahl aufzuholen, ist gegen diese qualitativ sehr gute Mannschaft aus Kirchanschöring natürlich fast unmöglich. Wir hoffen trotzdem, dass wir auch in der neuen Saison wieder in der Landesliga spielen – ohne Kirchanschöring.«

Und auch Mölzl weiß natürlich, dass seine Jungs nah dran sind an der fünfthöchsten deutschen Spielklasse. Er resümierte: »Am Ende zählen nur die Punkte. Ob wir nun heute ein Feuerwerk abgebrannt hätten, das interessiert am Montag niemanden mehr.« Den Fans sprach er explizit einen großen Dank aus: »Die Mannschaft hat es aber auch verdient, kompromisslos unterstützt zu werden – weil sie seit über einem Jahr alles tut, um erfolgreich zu sein und teilweise wirklich sensationellen Fußball spielt.« cs