Streckenrekord bei der Marathon-Premiere

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Was für ein toller Erfolg: Der Traunsteiner Filimon Abraham gewann beim legendären Rennsteiglauf im Thüringer Wald das Rennen über die Marathonstrecke – und stellte dabei in 2:24:48 Stunden einen neuen Streckenrekord auf.

Was Filimon Abraham in diesem Jahr auch anpackt, er hat Erfolg! So wie am Wochenende beim legendären Rennsteiglauf in Thüringen. Da startete der schnelle Traunsteiner Läufer mal so eben bei seinem ersten Marathon und pulverisierte den dortigen Streckenrekord!


Der aus Eritrea stammende Abraham benötigte für die anspruchsvollen 42,2 Kilometer über Stock und Stein lediglich 2:24,48 Stunden. Der Zweitplatzierte Moritz auf der Heide (Adidas Terrex, 2:34,42) kam mit einem deutlichen Rückstand ins Ziel. »Es lief wirklich super für mich«, gibt sich Abraham, der für die LG Festina Rupertiwinkel startet, im Gespräch mit unserer Sportredaktion äußerst bescheiden.

Sein jüngster Erfolg ist umso beachtlicher, weil der gelernte Schreiner ja auch erst eine Woche zuvor beim Hochfelln-Berglauf am Start gewesen war, dort ebenfalls ein überaus starkes Rennen ablieferte und sein Heimrennen ja auch erstmals gewann (wir berichteten). Und freilich steckte ihm dieser Wettkampf auch noch ein wenig in den Beinen. »Mein Körper war schon noch etwas müde«, gibt er zu. »Umso glücklicher bin ich jetzt, dass es in Thüringen so gut lief für mich.«

Von Beginn an zeigte der 28 Jahre alte Abraham beim Rennsteig-Lauf, der coronabedingt vom Frühjahr in den Herbst verschoben werden musste, was in ihm steckt – und die Strecke dort hat es durchaus in sich. Rund 750 Höhenmeter ging es für die Sportler auf der Marathon-Strecke hinauf, genau so viele auch wieder hinunter. »Das Rauf und Runter hat mich aber nicht gestört«, berichtet Abraham. Nur ab Kilometer 35 habe er seine Oberschenkel gespürt. »Das habe ich bisher so noch nicht gekannt«, erzählt er und lacht. Aber jetzt wisse er, wie sich ein Marathon anfülle – und darauf will er nun weiter aufbauen.

Stück für Stück arbeitet sich Filimon Abraham damit näher an seinen Traum heran: Das Lauf-Ass will ja Profisportler werden und sein Geld mit Laufen verdienen. Aktuell arbeitet er noch halbtags bei der Traunsteiner Firma Heimatlicht. »Man muss das alles – also Arbeit und Training – schon gut organisieren, damit es funktioniert«, erzählt er. Bislang klappt das bei ihm aber bestens, wie Abrahams Erfolge in diesem Jahr eindrucksvoll beweisen: Zwei neue Chiemgaurekorde über 10 Kilometer und 21,1 Kilometer hat er in diesem Jahr unter anderem bereits aufgestellt und beim Großglockner-Berglauf verpasste er als Zweiter nur ganz knapp die Titelverteidigung. Das Jahr sei bislang gut verlaufen, freut sich Abraham und ergänzt: »Ich habe wirklich viel erreicht.« Nur eines wurmt ihn dann doch: Er wäre gerne beim Berliner Halbmarathon gestartet und hätte dort eine neue persönliche Bestzeit über diese Strecke aufstellen wollen. »Ich habe dafür auch richtig gut trainiert«, sagt er. »Aber dann habe ich ein paar Tage vor dem Wettkampf Corona bekommen.« Abraham musste einige Wochen pausieren. »Es war Gott sei Dank nur ein leichter Verlauf.«

Mittlerweile ist der sympathische Ausnahmeläufer auch wieder fit und blickt voller Zuversicht auf die kommenden Wochen und Monate. Für 2022 hat er auch schon ehrgeizige Pläne im Kopf. »Ich will für Deutschland bei der EM starten«, sagt er selbstbewusst. Dafür müsse er gut trainieren, weiß er. »Das nächste Jahr wird für mich spannend werden. Ich hoffe, es läuft weiter gut für mich.« So wie jüngst am Hochfelln und im Thüringer Wald, da stand Filimon Abraham verdientermaßen ganz oben am Podest.

SB

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