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Steffi Böhler möchte mit einem Rekord aufhören

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Steffi Böhler bereitet sich derzeit auf die neue Langlauf-Saison vor. Für die 37-Jährige vom Stützpunkt Ruhpolding wird es ihre Letzte sein, dann wird sie ihre lange Karriere beenden. (Foto: Wukits)

Langläuferin Steffi Böhler vom Stützpunkt Ruhpolding will es noch einmal wissen. Die 37-Jährige startet in ihre letzte Saison, dann wird sie ihre lange Karriere beenden. »Ich habe mir das genau überlegt«, sagt sie. Nach einer eher verkorksten Olympia-Saison will sie in diesem Winter noch einige Glanzlichter setzen. Höhepunkt soll die Nordische Ski-Weltmeisterschaft in Seefeld/Tirol im Februar 2019 sein. Zuvor will sie bei der Tour de Ski eine gute Rolle spielen. Dort erreichte sie zuletzt den zehnten Platz in der Gesamtwertung.


»Nach so vielen Jahren Leistungssport fällt mir die Entscheidung leicht«, gibt sie zu. Während der WM im benachbarten Tirol wird sie ihren 38. Geburtstag feiern. Nachdem vor allem Olympia in Südkorea für sie nicht nach Wunsch verlaufen ist, wollte sie so nicht von der sportlichen Bühne abtreten. »Ich war mehr mental als körperlich fertig. Das alles war sehr frustrierend«, erinnert sich die Schwarzwälderin, die 2001 nach Ruhpolding umgezogen ist.

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Der Entschluss, noch ein Jahr dranzuhängen, ist ihr aus mehreren Gründen leicht gefallen. Die Berufung von Peter Schlickenrieder zum Bundestrainer und Hans Reiter zum Stützpunkttrainer nach Olympia haben großen Anteil daran. »Ich habe mir gedacht, das musst du mitmachen.« Und so kribbelt es wieder, sich die Langlaufbretter unterzuschnallen. »Wir haben gerade beim Höhentraining die ersten weißen Bergspitzen gesehen. Das hat Laune gemacht«, erzählt sie. So hat sie sich in der Vorbereitung in den Trainingseinheiten reingehängt und gequält.

Dank ihrer guten Kontakte zu den US-Langläufern war sie auch zum Training in den USA. »Nach so vielen Jahren im Leistungssport kenne ich meinen Körper. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich mich zu was zwingen muss. Jeder Tag ist für mich eine Freude und ein Geschenk, dass ich meinen Beruf draußen ausüben darf. Der Körper spielt mit, auch weil ich in jungen Jahren nicht verheizt worden bin. Darum geht es mir als 'Oma' im Team immer noch sehr gut«, meint sie.

WG-Erfahrung mit dem neuen Stützpunktrainer

Besonders froh ist sie über das Engagement von Hans Reiter als verantwortlicher Stützpunkttrainer. »Als ich damals vor 17 Jahren nach Ruhpolding gekommen bin, hat der Hansi ein Jahr lang in unserer WG gewohnt. Das war eine prägende Zeit«, erinnert sie sich. Steffi Böhler schätzt den einzigartigen Charakter von Reiter. »Ich war von seiner Entscheidung überrascht, er ist mit viel Herzblut dabei. Natürlich hat sich das Fachliche in seiner zehnjährigen Abwesenheit verändert. Das ist aber gerade der Reiz – und das Rad im Langlauf muss er nicht neu erfinden.«

Die Sportlerin hat in ihrer langen Karriere einiges erlebt. Vier Olympische Spiele mit Silber und Bronze in der Staffel stehen als größte Erfolge zu Buche. Ihr größter persönlicher Erfolg war aber der Sieg über ihre Krebserkrankung nach den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver. Die damalige Diagnose: ein bösartiger Tumor in der Schilddrüse. Nach ihrer vollständigen Genesung gewann sie vier Jahre später bei den Spielen in Sotschi mit der Staffel die Bronzemedaille.

Mit ihrer überstandenen Krankheit geht sie offensiv um. In diversen Vorträgen macht sie Betroffenen Mut. Nun aber steht die letzte Saison ihrer Karriere im Mittelpunkt. In dieser Woche ist sie in Oberhof. Dort stehen Laufbandtests und Roller- und Crosswettkämpfe auf dem Programm. Am Freitag sind dann die Deutschen Meisterschaften im Sprint-Skating in Zella Mehlis.

Es fehlen nur noch zwölf Starts zum Rekord

Nach einer kurzen Pause ist Training auf dem Gletscher und danach die Reise nach Skandinavien angesetzt. Dort will sie die Grundlagen für ein weiteres Ziel legen. Sie will weltweit die meisten Einsätze bei Frauen und Männern im Langlaufweltcup erreichen. Derzeit führt noch die Finnin Aino-Kaisa Saarinen mit 354 Starts. Da Saarinen ihre Karriere beendet hat, könnte Böhler diesen Rekord übertrumpfen. Dazu fehlen ihr noch zwölf Starts im Weltcup. »Das ist zu schaffen«, sagt sie optimistisch.

Nach ihrer Karriere will sie weiter bei der Bundeswehr bleiben und zunächst abtrainieren. Dazu will sie das Programm der Berufsförderungszeit nutzen und Praktika beginnen. »Mal schauen, in welche Richtung das gehen wird«, meint sie vielsagend. SHu

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