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Stefan Mauerkirchner und Scott Kennedy mit Köpfchen

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Das war die Führung für den SBC Traunstein: Scott Kennedy köpft gegen Florian Lang (2) und Dominik Schubert zum 2:1 ein, Torhüter Gianluca Placentra ist machtlos. (Foto: Weitz)

SB Chiemgau Traunstein: Frost (ab 46. Ndiaye), Köppl, Thudt, Berz, Schön, Mauerkirchner, Tahir (ab 60. Petzka), Willberger, Daniel, Marchl, Kennedy.


TuS Geretsried: Placentra, Buchner (ab 78. Schrills), Lautenbacher, Fischer, Latanski, Lang, Bachhuber, Baki, Huber (ab 71. Buchmair), Schubert, Vincent Krüger.

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Schiedsrichter: Gschwendtner (SSV Wurmannsquick).

Zuschauer: 420.

Tore: 0:1 Fischer (24.), 1:1 Mauerkirchner (69.), 2:1 Kennedy (77.).

Gelb-Rote Karte: - / Buchmair (89.).

Besonderheit: Tahir (SB Chiemgau Traunstein) schießt Foulelfmeter übers Tor (21.).

Der Fußball-Landesligist SB Chiemgau Traunstein hat den überaus positiven Trend unter Neu-Trainer Jochen Reil fortgesetzt: Nach dem 2:1 (0:1)-Sieg im letzten Heimspiel 2015 gegen den abstiegsbedrohten TuS Geretsried sieht die Bilanz des Ex-Kolbermoorers mit drei Siegen und einem Remis – also 10 Punkten aus vier Spielen – geradezu fantastisch aus.

Die Kicker aus der Großen Kreisstadt machten mit dem Ende der schwarzen Heimserie – seit dem 5. August hatten sie auf einen Sieg vor eigenem Publikum gewartet – einen Sprung auf Tabellenplatz acht des 18er-Feldes. Außerdem gelang es den Traunsteinern zum zweiten Mal in dieser Saison (nach dem 3:1-Sieg in Velden), einen Rückstand in einen Dreier umzubiegen.

Betrachtet man die Chancenverteilung über die gesamten 90 Minuten, so ist der Erfolg der Traunsteiner zwar verdient. Doch es gab auch Phasen, in denen die ohne Trikotsponsor angetretenen Grün-Schwarzen aus Geretsried den entscheidenden Schlag auf dem Fuß hatten.

»Wir haben immer wieder die Kompaktheit verlassen«

Das sieht auch Jochen Reil so, der mit der Leistung seiner Truppe nicht zufrieden war: »Erstens haben wir immer wieder unsere Kompaktheit verlassen, weil die Jungs ihre Positionen nicht gehalten haben, zweitens haben wir unsere Chancen nicht so verwertet wie ich mir das vorstelle – wobei wir vor allem in der Schlussphase unsere Konter anders zu Ende spielen hätten müssen. Und drittens haben wir im Spielaufbau Fehler gemacht, die ich einfach nicht akzeptieren kann.«

Schon in der Anfangsphase versäumten es die Traunsteiner vor der guten Kulisse von 420 Besuchern, die Weichen auf Sieg zu stellen: Patrick Schön (3.) wurde in aussichtsreicher Position abgedrängt, Scott Kennedy scheiterte an Torhüter Gianluca Placentra (4.). Auf der anderen Seite konnte man in der einen oder anderen Situation bereits erkennen, dass SBC-Schlussmann Cameron Frost – der in der Vorwoche glänzend gehalten hatte und deshalb den Vorzug vor Issa Ndiaye erhielt – nicht seinen allerbesten Tag erwischen sollte. Unter anderem zeigte er bei einem Freistoß von Johannes Huber eine Unsicherheit (12.).

In der 21. Minute lag dennoch das 1:0 für die Hausherren in der Luft: Der Geretsrieder Vincent Krüger, mit Rückennummer 99 ausgestattet, wusste sich gegen Davut Tahir nur mit einer unnötigen Strafraum-Attacke zu helfen, doch der Gefoulte schoss den Elfmeter weit über den Kasten. Die Strafe folgte nur drei Minuten später, als Frost einen 18-Meter-Schuss von Michael Bachhuber nach vorne abprallen ließ und Moritz Fischer zum 0:1 abstaubte. Auch die letzte nennenswerte Szene der ersten Hälfte gehörte den Gästen – diesmal ließ Frost bei einem Distanzschuss von Dominik Schubert nichts anbrennen (34.).

Nicht leistungsbedingt, »sondern weil er Probleme mit dem rechten Auge hatte« (Reil), blieb Torwart Frost in der Kabine. Geretsried stand im zweiten Durchgang zunächst relativ tief, der SBC tat sich 20 Minuten lang sehr schwer. »Danach haben wir ein bisschen um den Ausgleich gebettelt«, konstatierte TuS-Trainer Florian Beham. Zunächst hatten die Gäste bei zwei Chancen von Stefan Mauerkirchner (65./nach Vorarbeit von Patrick Petzka; 68./Linienrettung) noch Glück, dann landete eine abgefälschte Flanke von Schön auf dem Kopf von »Maui«, der den verdienten 1:1-Ausgleich erzielte (69.).

Gleich danach hätte das Spiel wieder zugunsten der Gäste kippen können, doch Ndiaye holte einen strammen 16-Meter-Schuss von Ludwig Buchmair sensationell aus dem bedrohten Eck (71.) – sicherlich eine spielentscheidende Parade des eingewechselten Senegalesen, der ja eigentlich die Nummer eins im SBC-Team ist.

Dann waren wieder die Mannen um Kapitän Tobi Berz dran: Einen 30-Meter-Freistoß von Daniel Willberger parierte Placentra stark, die anschließende Ecke von Waldemar Daniel – getreten von der linken Seite – beförderte der Kanadier Kennedy per Kopfballaufsetzer zum 2:1 ins lange Eck (77.). Das Spiel war gedreht.

Weitere Glanztat von Torwart Ndiaye

Aber noch nicht vorbei, denn in der 88. Minute war Markus Baki allein durch und es bedurfte einer weiteren Glanztat von Ndiaye, um das 2:2 zu verhindern. Kurz darauf sah Buchmair Gelb-Rot, ehe es Petzka und Mauerkichner (nach Vorarbeit von Schön und Petzka) bei Top-Konterchancen versäumten, den Sack zuzuschnüren.

Als Referee Jochen Gschwendtner (SSV Wurmannsquick) nach 92 Minuten abpfiff, war der Jubel im Traunsteiner Lager riesengroß. Nun kann der SBC relativ gelassen die Fahrt zum letzten Spiel des Jahres beim TuS Holzkirchen antreten. Spielbeginn im dortigen Haidroad-Stadion ist am kommenden Samstag bereits um 14 Uhr. cs

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