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Starkes Finale krönt erfolgreiche Saison

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Spannende Rennen gab es beim Finale des Deutschen Schülercups in Ruhpolding. Hier führt beim Massenstart der S 15 der Ruhpoldinger Elias Seidl (Nr. 62) das Feld an. Links hinter ihm der spätere Massenstart-Sieger Marcel Preis (65), rechts neben Seidl laufen hier Tim Nechwatal (63) und Erik Hafenmair (66). (Foto: Weitz)

Mit einem insgesamt sehr erfolgreichen Wochenende hat der heimische Biathlon-Nachwuchs eine ohnehin schon gute Saison im Deutschen Schülercup abgeschlossen. Beim Heimspiel in der Chiemgau-Arena in Ruhpolding holten sich unter anderem Julia Kink (WSV Aschau) den DSC-Gesamtsieg bei den Mädchen und Elias Seidl (SC Ruhpolding) den zweiten Platz bei den Buben in der S 15.


Ausgetragen wurden ein Techniksprint, ein Massenstart und zum Abschluss die Staffeln. »Wir sind sehr zufrieden, nur die Staffel war nicht mehr ganz so überragend«, freut sich Gauschülertrainerin Alexandra Grießenböck mit dem gesamten Trainerteam und ihren Schützlingen.

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Auch organisatorisch war das DSC-Finale – das der SC Ruhpolding ausrichtete – wieder eine sehr gelungene Sache. »Am Freitag haben die Veranstalter sogar teilweise Brezensalz für die Streckenpräparation verwendet und damit für gute Bedingungen gesorgt. Das haben sie sehr gut gemacht«, lobt die Trainerin. Dass tags darauf beim Massenstart die letzte Gruppe ein wenig weichen Frühjahrsschnee unter den Skiern hatte, sei in dieser Jahreszeit normal, »und die Sportler hatten ja ohnehin durch den Massenstart jeweils die gleichen Bedingungen.«

Auch beim jüngeren Jahrgang der S 14 lief es aus heimischer Sicht sehr erfreulich. »Sofie Patz hat gleich zwei gute Ergebnisse abgeliefert (4. und 5., d. Red.)«, lobt Grießenböck die Sportlerin des SC Hammer.

Bei den Buben dieser Altersklasse stellte Tony Noll (SC Ruhpolding) seine derzeit starke Form mit einem 4. Platz im Techniksprint und Rang 5 im Massenstart unter Beweis. »Und dass Maximilian Kollmeier (SC Bergen, d. Red.) im Massenstart sogar aufs Podium gelaufen ist, war auch sehr erfreulich.« Beide Sportler rückten in der Gesamtwertung unter die Top Ten.

Damit setzte Noll sein Vorhaben in die Tat um: »Ich war ja schon im Vorjahr (14. der S 13) gut dabei. Heuer will ich versuchen, unter die Top Ten zu kommen«, hatte er angekündigt. Der Ruhpoldinger, der in seinem Heimatort die Mittelschule besucht, hatte als Langläufer seine sportliche Laufbahn begonnen. »Dann habe ich das mit dem Biathlon ausprobiert, und das machte viel Spaß, daher bin ich dabeigeblieben.« Und »dabeibleiben« ist auch sein Motto für die Zukunft. Wenngleich sich schwer vorhersagen lässt, was Leistungen im Schüleralter für die künftige Karriere bedeuten, »möchte ich später schon möglichst auch was erreichen.«

Wer in der Gesamtwertung der S 15 ganz vorne liegt, darf sich Deutscher Schülermeister bzw. Deutsche Schülermeisterin nennen. Bei den Mädchen ging dabei der Titel an Julia Kink (WSV Aschau), die als Fünfte des Techniksprints und Dritte des Massenstarts ihre DSC-Gesamtführung erfolgreich verteidigte.

Sehr stark präsentierte sich auch Sophie Spark (SC Traunstein): Am ersten Wettkampftag wurde sie Siebte, am zweiten Tag Sechste. »Und dabei hatte sie im Techniksprint großes Pech, denn sie hat beim Slalom ein Tor nicht richtig erwischt und musste noch zurücksteigen – bis dahin hatte sie sogar in Führung gelegen«, berichtet ihre Trainerin.

Spark betreibt erst seit dem Vorjahr Biathlon – unter anderem inspiriert durch ihre ältere Schwester Lisa, die mittlerweile in der Jugend erfolgreich ist. »Und bislang läuft es heuer echt gut«, freute sie sich vor dem DSC-Finale. Dass sie in dieser Saison gut mitmischen würde, habe sich frühzeitig abgezeichnet. »Man merkt bei den ersten Rennen schon ungefähr, wie man sich fühlt.« Spark, die am ChG zur Schule geht, hatte sich fürs Finale vorgenommen: »Auf jeden Fall vorn dabei sein und angreifen.« Das gelang, und das Nahziel ist es erst einmal, »sich im Training weiter zu verbessern.«

Auch beim S-15-Vizemeister Elias Seidl (SC Ruhpolding) hatte sich »schon im Sommer gezeigt, dass es ganz gut funktioniert. Aber dass es so gut läuft, hätte ich trotzdem nicht erwartet.« Auch sein Ziel war es, in Ruhpolding »anzugreifen« – und das setzte er hervorragend in die Tat um. Den Techniksprint entschied er zu seinen Gunsten, im Massenstart wurde er Vierter.

Seidl – der ebenfalls am ChG zur Schule geht – wurde durch seine Mutter Martina Seidl (früher: Zellner) dazu inspiriert, mit dem Zweikampf aus Langlaufen und Schießen zu beginnen. Obwohl sich die Zeiten im Biathlonsport inzwischen gegenüber der Karriere seiner Mutter (sie wurde unter anderem Staffel-Olympiasiegerin und zweimal Weltmeisterin) geändert haben: »In grundlegenden Sachen kann sie mir auf jeden Fall Tipps geben, da sind viele Dinge einfach gleich.« Und er orientiert sich auch daran, »was die Guten im Weltcup so machen«. Tipps und Orientierung scheinen zu helfen, wie Seidls Ergebnisse in Ruhpolding zeigen.

Freuen konnte sich seine Trainerin aber auch über Rang 2 von Michael Arsan (SC Vachendorf) im Massenstart. »Das war richtig stark«, lobt Grießenböck.

Auch »richtig starke« Ergebnisse wie der DSC-Gesamtsieg von Kink oder die Vizemeisterschaft von Elias Seidl haben natürlich nur bedingte Aussagekraft für deren zukünftige Karriere im Biathlon. Das ist den Sportlern sehr bewusst, zumal sich in der Jugend 16 Grundlegendes für sie ändert: Dann schießen sie mit dem KK-Gewehr, und das Gewehr wird auch während der Wettkämpfe auf dem Rücken mitgetragen statt im Zielbereich abgelegt.

Auch wenn die Gauschülertrainerin ebenfalls betont, dass DSC-Erfolge in der S 15 für die spätere Karriere »erst einmal ein kleiner Schritt« seien: »Es ist immerhin der erste große Titel, den ein Biathlet erringen kann«, stellt Alexandra Grießenböck fest. Und eine Motivation, weitere große Titel zumindest anzustreben ... who

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