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Starker Abschluss nach langer Verletzungspause

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Er zeigte sich in dieser Saison gut in Form und wurde Vizeweltmeister bei den Junioren: der Inzeller Supermoto-Pilot Peter Mayerbüchler. (Foto: Andreas Hofaichner)

Auf eine letztlich erfolgreiche Saison kann der Inzeller Motorradsportler Peter Mayerbüchler zurückblicken. Der junge Rennfahrer, der in der Disziplin Supermoto in der Internationalen Deutschen und Österreichischen Meisterschaft sowie dem Grenzlandcup am Start war, kam in diesen Serien trotz monatelanger Verletzungspause noch auf gute Ergebnisse.


Besonders erfreulich aber: Beim Saisonhöhepunkt, dem Super Moto of Nations (Team-WM) in Paris holte er mit der deutschen Auswahl in der Junioren-Wertung die Silbermedaille. Mayerbüchler ging hier gemeinsam mit Max und Peter Banholzer aus dem Allgäu an den Start.

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Der Sieg ging an die französischen Junioren (71 Punkte) vor Deutschland (84) und Österreich mit Manuel Stehrer, Bernhard Hitzenberger und Kim Adlhart (108). Auch bei den Erwachsenen gewann Frankreich vor Deutschland, Rang 3 ging hier an Italien.

»Das war ein cooler Abschluss der Saison. Schließlich war das mit gut 10 000 Zuschauern das bestbesuchte Rennen, das ich je gefahren bin«, freut sich der 21-Jährige. Denn die Sportart Supermoto mit Asphalt- und Offroadanteil ist in Frankreich sehr populär.

Bei den Wettbewerben standen zunächst die Trainingsläufe an, am Abschlusstag dann drei Rennen. In diesen gingen je zwei Fahrer pro Mannschaft an den Start. Aus den Punkten für deren insgesamt sechs Platzierungen wurden die besten fünf gewertet.

»Wir waren ganz knapp an den Franzosen dran, aber ihr Topmann war einfach enorm schnell«, berichtet der Inzeller. Gefahren wurden innerhalb der 20 Minuten gut 12 Runden. Dabei gab es neben den schnellen Asphalt-Abschnitten gleich drei Offroad-Streckenteile, »und das hat uns allen sehr gefallen, da konnten wir gut aufholen.« Auf den langen Geraden wurden übrigens mit den 450-ccm-Maschinen (Yamaha/65 bis 70 PS) Geschwindigkeiten bis zu ca. 180 Stundenkilometer erreicht.

Das junge deutsche Trio, das für Deutschland startete, gehört – wie auch in DM und ÖM – dem Team Hiemer/Michelin aus dem Allgäu an, »und dort in der Nähe von Memmingen kann man auch gut Supermoto trainieren.« Ansonsten kann Mayerbüchler in der Nähe nur in Unterreit und bei Salzburg üben. »Daher besteht ein Großteil des Trainings aus Motocross, da gibt es mehr Möglichkeiten.«

In der DM erlebte Mayerbüchler einen guten Saisonstart und wurde in Harsewinkel Zehnter. Beim ersten ÖM-Lauf wurde der Inzeller Vierter und beim Auftakt des Grenzlandcups Dritter.

Doch dann erwischte es ihn böse. Beim DM-Lauf in St. Wendel hatte der 21-Jährige als Achter schon Sichtkontakt zu Rang 3, wurde dann aber von einem Konkurrenten im Offroad-Teil zu Sturz gebracht. »Ich habe sofort gemerkt, dass ich mir wieder die Schulter ausgekugelt hatte.« Doch das war nicht alles, bei einer Untersuchung wurde noch eine schwerere Schulterverletzung diagnostiziert.

Nach dreieinhalb Monaten konnte er erstmals wieder auf die Maschine steigen und einige Zeit danach noch einige Rennen bestreiten. Somit sind seine Gesamtplatzierungen noch beachtlich. In der DM holte er den 15. Gesamtrang in der höchsten Wertungskategorie S 1, obwohl er sieben Wertungsläufe verletzungsbedingt versäumte. Er erkämpfte den 8. Gesamtrang im Grenzland-Cup (Klasse Prestige), wo er sechs Läufe auslassen musste. Rang 9 gab es in der ÖM. Hier musste er auf vier Läufe verzichten.

Mayerbüchler, der noch bis Mai 2018 seine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker absolviert, will auch im kommenden Jahr wieder in seinen vertrauten Serien fahren. Schon da kostet eine Saison etwa 20 000 bis 25 000 Euro. Der nächste Schritt wäre eine regelmäßige Teilnahme an der Einzel-EM, aber schon da wären die Kosten gut 10 000 Euro höher.

Dass Mayerbüchler zum Saisonende noch gut in Fahrt kam, wurde mit der WM-Nominierung belohnt. Das war für ihn besonders erfreulich, denn im kommenden Jahr ist er dann zu alt, um noch bei den Junioren antreten zu dürfen.

Umso mehr genoss er die Zeit in Frankreichs Hauptstadt. »Wir sind schon am Mittwoch vor den Rennen hingefahren und haben am nächsten Tag eine richtige Stadtbesichtigung gemacht, mit Eiffelturm und allem, was sonst noch dazugehört«, freut er sich. Da sein Vater Franz Mayerbüchler (ehemaliger Eisspeedway-Pilot) sowie ein Spezl noch als Mechaniker dabei waren und die beiden Banholzers »im gleichen Alter sind wie ich und wir uns sehr gut verstehen«, hatte das gesamte Team viel Spaß in Paris. Das ist eine gute Motivation auch für die nächste Saison. who

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