weather-image
27°

Starker Abschluss des Winters nach schwierigem Start

0.0
0.0
Bildtext einblenden
So ließ er immer wieder einige seiner Konkurrenten hinter sich: Stefan Pletschacher. (Fotos: Weitz)

Auf eine insgesamt erfolgreiche Saison können die zwei besten heimischen Eisspeedway-Piloten zurückblicken. Sowohl Günther Bauer (Schleching) als auch Stefan Pletschacher (Ruhpolding) kamen nach schwierigem Saisonstart gut in Schwung.


Deutscher Meister, Vierter der Europameisterschaft und Neunter der WM-Gesamtwertung: Pletschacher absolvierte seinen insgesamt wohl erfolgreichsten Winter.

Anzeige

Zwar begann es beim ersten Grand Prix in Russland noch schwierig, doch danach lief es für den Piloten des Teams »Stahlwerk Annahütte« weitgehend erfreulich. Dass es beim WM-Finale in Inzell am ersten Tag beinahe zum Einzug ins Halbfinale gereicht hätte, freut ihn einerseits, andererseits wurmt es ihn auch ein wenig – dieses Ziel hätte er gerne noch erreicht.

Ansonsten galt für ihn: »Auch das Material hat gepasst.« Das gilt unter anderem für den Motor von Tuner Klaus Lausch (Edling), »und der Dimitri Khomisewitsch (WM-Dritter, d. Red.) hat in Inzell ja schon einen Prototypen von Lausch gefahren, der lief sehr gut. Der wird noch weiterentwickelt für die neue Saison.«

In Inzell hatten Lausch – der nach eigenen Angaben »fast die Hälfte der Fahrer im Feld« mit Material versorgt, aber nur eine »Handvoll« Piloten selbst betreuen konnte – sowie seine Tunerkollegen (unter anderem der für Günther Bauer tätige Manfred Knappe aus Traunstein) – im Training und am ersten Renntag viel zu tun. Der große Temperaturunterschied zwischen Fahrerlager (gut 20 Grad Celsius) und Halle (3 bis 4 Grad) führte dazu, »dass der Motor draußen gut läuft, drinnen nicht« erläutert Lausch, »da muss man viel rumwerkeln.«

Lausch, dessen KLM-Motoren auch Weltmeister Daniil Iwanow nutzte, konnte während der WM bei den Läufen in Russland nicht dabei sein, »schließlich kann ich ja meine Firma nicht einfach zusperren.« Doch beim GP in Assen und Inzell war er vor Ort. An sich »ist es nicht so wichtig, wie viele Kundenmaschinen du im Feld hast – es reicht, wenn der WM-Erste dabei ist«, lacht er – und das war ja durch Iwanows Sieg so.

Auch Pletschachers Leistungen freuten den Edlinger, »er hat sich gut geschlagen«, lobte er. Pletschacher selbst will weitere Möglichkeiten zur Verbesserung nutzen. Schon im Mai soll sein Motorradrahmen – der für die meist kleinen Eisspeedway-Piloten gut passt – in Russland auf seine Größe (1,90 Meter) angepasst werden. »Ich muss allgemein etwas höher sitzen, sonst habe ich immer ein wenig ein Problem mit meinem linken Fuß«, erläutert er.

Ebenfalls weitgehend zufrieden mit dem Saisonverlauf zeigt sich Günther Bauer. »Zum Schluss ist es ganz gut gegangen, wenn man bedenkt, dass wir ja kaum trainieren konnten und trotz der Probleme zwischendurch«, so der Schlechinger. Die »Probleme zwischendurch« umschreiben den Unterarmbruch, den er sich beim Grand Prix in Assen zuzog. So musste er eine Woche später auf den Start bei den Deutschen Meisterschaften verzichten, noch eine Woche später aber fuhr Bauer bereits mit geschientem Arm beim Grand-Prix-Finale in Inzell.

Dass er dort an beiden Tagen jeweils das Halbfinale erreichte, »das war wirklich ganz super«, freut sich der seit Jahren in Reit im Winkl wohnende Bauer. »Je schlechter das Eis wurde, desto stärker waren die Schmerzen«, gibt er zu. Erst nach dem zweiten Renntag ließ er sich vom Arzt ein Schmerzmittel geben. Die Schmerzen waren dann bald weg. Die Freude über den achten WM-Gesamtplatz – als drittbester nicht-russischer Fahrer – ist geblieben.

Inzwischen ist der 42-jährige, der als Greenkeeper für den GC Reit im Winkl arbeitet, dort voll eingespannt. »Ich kann alles machen, das ist kein Problem. Nur mit dem Motocrossfahren soll ich noch etwas warten«, lacht er. who