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Starke Leistungen und ein großes Versprechen

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Sie holten sich die drei ersten Plätze bei den Damen (von links): Julia Viellehner (2.), Siegerin Andrea Mayr (Mitte)) und Antonella Confortola. (Foto: Müller)

Top-Leistungen, Spannung und beste Unterhaltung gab es beim 41. Internationalen Hochfelln-Berglauf des Ski-Clubs Bergen mit Deutscher Berglaufmeisterschaft. Über 400 hochmotivierte Athleten aus über zehn Nationen gaben auf der 8,9 Kilometer langen Strecke ihr Bestes. »Am heutigen Renntag hat es noch 100 Nachmeldungen gegeben«, freute sich OK-Chef Dr. Jürgen Schmid bei der Begrüßung an der Talstation der Hochfelln-Seilbahn über das »große Teilnehmerfeld«. Kurz darauf ertönte der Startschuss – und keine 42 Minuten später erreichte Vorjahressieger und Topfavorit Petro Mamo aus Eritrea als erster Läufer unter lautem Jubel das Ziel am Hochfellnhaus. Sogar die Glocken der Kapelle läuteten zu Ehren des Weltklasse-Bergläufers, der die 1074 Höhenmeter mit Abstand am schnellsten überwunden hatte.


Vom Start weg sei er vorne gelegen, nur den angepeilten Streckenrekord – den Jonathan Wyatt seit 2002 mit 40:34,9 Minuten hält – habe er leider nicht knacken können, erzählte Mamo im Zielbereich und schob zur Freude seiner Fans lächelnd hinterher: »When I have time, I come back next year«.

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Zum Strahlen hatte er allen Grund, denn mit einer Laufzeit von 41:54,1 Minuten konnte er den Schweizer Mitfavoriten David Schneider (+1:46,7 Minuten) und den Briten Robbie Simpson (+2:03,5 Minuten) deutlich auf die Plätze verweisen. Der Schneeberglauf bei Wien, den Mamo (Streckenrekord) und Schneider noch am Vortag absolviert hatten, schien ihnen nicht mehr sonderlich in den Knochen zu stecken, dennoch war Mamo am Ende rund 15 Sekunden langsamer als bei seiner letztjährigen Hochfelln-Premiere. Vierter wurde der achtmalige »Hochfelln-Champion« und siebenfache Berglauf-Weltmeister Jonathan Wyatt (+2:26,3 Minuten) aus Neuseeland.

Kubicka auf Rang 5

Auf Rang fünf kam Robert Krubicka aus Tschechien und auf Rang sechs Stefan Hubert als bester Deutscher. Dessen Landsleute Jonas Lehmann, Timo Zeiler, Benedikt Hoffmann und Fabian Lutz belegten in der internationalen Wertung die Plätze elf, 13, 14 und 15. Der deutsche Junior Maximilian Zeus ließ als 16. aufhorchen.

Bei den Damen triumphierte die österreichische Weltklasse-Bergläuferin Andrea Mayr in 47:30,1 Minuten vor Lokalmatadorin Julia Viellehner (+6:20,8 Minuten/TSV Altenmarkt) und der Italienerin Antonella Confortola (+7:02,5 Minuten). Den Streckenrekord, den sie selbst hält, sollte Weltmeisterin Mayr nur um gut eine Sekunde verpassen.

Dennoch machte die amtierende Berglauf-Weltmeisterin im Ziel einen glücklichen, wenn auch etwas müden Eindruck, denn die Saison war lang und hatte mit der Berglauf-EM, der Duathlon-EM und zuletzt der Weltmeisterschaft viele kraftraubende Höhepunkte. »Der Berglauf am Hochfelln taugt mir so, dass ich, wenn´s irgendwie geht, im nächsten Jahr wiederkomme«, versprach die beste Bergläuferin aller Zeiten und schwärmte vom »tollen Kuchenbuffet«.

Wie viele andere Top-Bergläufer bestreitet sie am kommenden Wochenende noch das Weltcup-Finale in Slowenien. Gesamtvierte wurde Renate Forstner (TSV 1860 Rosenheim). Die Plätze fünf und sechs der internationalen Wertung gingen an die Deutschen Sarah Kistner und Birgit Unterberger. Die deutsche Juniorin Annika Seefeld wurde hervorragende Siebte und hinter der heimischen Berglaufspezialistin Waltraud Berger (TG Salzachtal) vervollständigten die stark laufenden deutschen Juniorinnen Katrin Köngeter und Nadia Dietz die Top Ten.

Die Gesamtzweite Julia Viellehner krönte sich bei ihrer Berglauf-Premiere mit einer Laufzeit von 53:50 Minuten sensationell zur Deutschen Meisterin und trat damit in die Fußstapfen von Birgit Unterberger »Nur drei-, viermal bin ich in den letzten paar Wochen am Hochfelln gewesen und bin heute eigentlich nur just for fun mitgelaufen«, beschrieb die heimische Top-Triathletin und -Langstreckenläuferin ihr »Berglauf-Meisterstück«.

Hinter ihr belegten Renate Forstner (+ 2:15 Minuten) und Birgit Unterberger (+ 3:44) in der nationalen Wertung die Plätze zwei und drei. Dahinter reihten sich U-23-Läuferin Annika Seefeld und die heimische Berglaufspezialistin Waltraud Berger (U 40) ein. DM-Topfavoritin Melanie Noll musste unmittelbar vor dem Rennen verletzungsbedingt passen.

Bei den Herren holte sich der Gesamtsechste Stefan Hubert mit einer Siegerzeit von 45:02 Minuten den nationalen Titel. John Mooney (PTSV Rosenheim/+ 19 Sekunden) und Jonas Lehmann (+ 56 Sekunden) komplettierten das Podest. Die Ränge vier und fünf gingen an die Mitfavoriten Timo Zeiler (+ 1:46 Minuten) und Benedikt Hoffmann (+ 1:51 Minuten). Hinter Fabian Lutz wurde Junior Maximilian Zeus sehr guter Siebter. Älteste Teilnehmer waren Georg Groß (geboren 1938) und Peter Deuß (geboren 1937), die nach 1:13:29 beziehungsweise 2:13:15 Stunden erschöpft, aber glücklich ins Ziel trudelten und sich ihren verdienten Applaus abholten.

»Der Internationale Hochfelln-Berglauf ist der älteste und bedeutendste Berglauf Deutschlands und immer hervorragend besetzt«, lobte Bürgermeister Stefan Schneider den veranstaltenden Ski-Club Bergen, OK-Chef Dr. Jürgen Schmid und dessen Vize Georg »Bibi« Anfang, den »Vater des Hochfelln-Berglaufes«.

Gutes Konzept

Das Konzept, Spitzen- und Breitensport miteinander zu verbinden gehe voll auf, betonte Schneider. Ein besonderer Dank gelte allen ehrenamtlichen Helfern, die diese Großveranstaltung alljährlich möglich machen, so OK-Chef Dr. Jürgen Schmid, der während des Rennens und bei der Siegerehrung als Moderator fungierte. Zu den Ehrengästen zählten der Deutsche Berglaufwart Wilfried Raatz und der bayerische Berglaufwart Sepp Wolf. Auch Biathlon-Star Andi Birnbacher ließ sich am Hochfelln blicken. mmü