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Starke Leistungen der einheimischen Sportler

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Riesig war die Freude der Teilnehmer beim Zieleinlauf, so wie hier bei Josef Unterreiner (Petting) auf Rang 4 auf der 100-km-Strecke.

Alles was Berglauf ausmacht, konnten die Teilnehmer beim 11. »Chiemgauer 100« (100 km bzw. 100 Meilen) erleben: Die Streckenführung bot einen ebenso interessanten wie ausgewogenen Wechsel zwischen flüssig zu laufenden Wegen, steilen Bergaufpassagen, leicht zu laufenden Forststraßen, Wald- und Wiesenpfaden sowie technisch anspruchsvollen Bergwegen an Rauschberg, Hörndlwand und Hochfelln.


Auch das Wetter gestaltete sich extrem variabel: Schwüle Hitze am Zinnkopf, mystischer Mondschein an der Kohler Alm, sonnige Momente an der Hörndlwand und kalter Regen bei der Passage über den Hochfelln waren dabei. So mussten die Läufer dieses Jahr ihr ganzes Repertoire an Trailrunning-Fähigkeiten beweisen, um erfolgreich über eine der angebotenen Strecken von 80 km, 100 km, 141 km oder 100 Meilen (161 km) ins Ziel zu kommen.

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126 Teilnehmer stellten sich der Herausforderung. Sieben davon, darunter eine Frau, beendeten die lange Strecke über 100 Meilen und 7500 Höhenmeter, acht Männer und zwei Frauen die 141 km, 29 Personen die 100 km (4500 Hm) und 37 Läufer die 80-km-Strecke.

Die 100-Meilen-Sportler liefen zunächst mit leichten Orientierungsproblemen über Zinnkopf und Teisenberg, weil »böse Waldgeister« Streckenmarkierungen manipuliert hatten. Über die Steiner Alm ging es dann weiter in die Nacht und über Adlgaß, Kohler Alm, Mauthäusl, Zwing und Kaitlalm zur Halbzeit zurück ins Stadion nach Ruhpolding.

Früh führte Tom Wagner aus Graz deutlich vor Armin Bernard aus Rosenheim und dieser wiederum deutlich vor dem Rest des Feldes. Jetzt stellte sich eigentlich nur noch die Frage, ob der Streckenrekord wohl unterboten werden könnte.

In Ruhpolding waren inzwischen um 5 Uhr morgens die 83 Sportler über die 100-km-Distanz auf die Strecke um den Rauschberg gegangen und machten sich an die Verfolgung der 100-Meilen-Läufer. Vorjahressieger Alois Hundseder erreichte die Zwischenzeit im Waldstadion als Erster, musste das Rennen jedoch aufgrund gesundheitlicher Probleme hier beenden, ebenso wie einige der 100-Meilen-Läufer.

Nach einem Sturz des Mitfavoriten Martin Neumann bildete sich ein Führungstrio über die Hörndlwand bis hinab ins Röthelmoos, von dem sich zur Jochbergalm hin dann Marcel Leuze absetzen konnte. Die Strecke führte die Läufer weiter über Bischofsfelln- und Gleichenbergalm nach Maria Eck und bis zum Ortsrand von Ruhpolding. Hier in Egg mussten die Teilnehmer sich entscheiden: In 5 km auf der offiziellen Abkürzung ins Ziel oder 20 km und 1000 Höhenmeter weiter über Hochfelln und Eschelmoos zurück ins Stadion.

Für die Führenden war dies keine Frage, aber das Hauptfeld war mit aufziehenden Gewittern über dem Hochfelln konfrontiert und nahm die Empfehlung an, aus Sicherheitsgründen die Direktvariante ins Waldstadion zu laufen. Nach unerwartet schnellem Abzug der Gewitter konnten dann aber etwas später doch noch einige Läufer den Hochfelln in Angriff nehmen.

Über 100 Meilen lief Tom Wagner (Salomon Trail Running Team) ungefährdet in 21:56:30 ins Ziel, verpasste den Streckenrekord jedoch klar. Auf Platz zwei und drei folgten Armin Bernard (Rosenheim) mit 24:32:58 sowie zeitgleich Sven Winkelmann (Alfter) und Michael Wagner (Harzer Ultra Running Team) in 30:02:57. Bei den Frauen war Anke Drescher (Pfinztal) die Einzige, die die ganz lange Strecke erfolgreich bewältigte – in 32:47:57 Stunden.

Die 100 km gewann Marcel Leuze (MTV Kronberg) in 11:55:37 knapp vor dem Franzosen Thibaud Clipet (Landau Running Company) in 12:06:35 und dem jungen Österreicher Dominic Schuller (WSV Trattenbach). Die Erste Frau war Ingrid Mutter-Wilhelm (Marathon Team Weil am Rhein) in 15:55:24 und die Zweite Sandra Press (Krailling) in 16:28:44.

Aus dem heimischen Bereich konnte vor allem Josef Unterreiner (Petting) überzeugen, der bei seinem ersten Ultralauf gleich auf den hervorragenden 4. Platz über die 100 km einlief. Aber auch Wolfgang Freimoser (Ruhpolding) als 7. sowie Marcel Laponder (Siegsdorf) als 8. überzeugten. Beachtenswert war auch Uli von Großmann (SC Eisenärzt), der als Einziger alle bisherigen elf Austragungen erfolgreich beendete, heuer als Zweiter über die 141-km-Distanz. Die Teilnehmer zeigten sich begeistert und beeindruckt von der Streckenführung, vor allem aber von den hervorragend ausgestatteten Verpflegungsstationen mit ihren freundlichen Helfern. fb