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Starke Leistung vor guter Kulisse

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Voller Einsatz auch im Pokalspiel gegen Trostberg: Inzells Matthias Schwabl (rechts), hier gegen Nico Roßmanith. (Foto: Wukits)

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze – und das nicht nur im Fußball. So hat der DEC Inzell im BEV-Pokal die höherklassigen Trostberg Chiefs im Hinspiel mit 6:2 besiegt. Die über 300 Zuschauer in der Inzeller Max-Aicher-Arena sahen dabei ein tolles und schnelles Eishockeyspiel von beiden Mannschaften.


Zunächst waren die Hausherren im ersten Drittel am Drücker. Der Bezirksligist ging durch Tore von Dominik Wallner und Christian Rieder mit 2:0 in die Pause. Der Favorit aus Trostberg schlug erst im zweiten Drittel zu, Rainer Roßmanith verkürzte auf 1:2. Thomas Plenk stellte mit dem 3:1 den alten Abstand von zwei Toren vor der letzten Pause wieder her.

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»Es ist unglaublich, welche Chancen wir hier vergeben haben«, klagte Chiefs-Teammanager Stefan Feldner nach dem Spiel. Entscheidend dafür war auch die gute Leistung von DEC-Torhüter Sebastian Fröhlich, der die Trostberger Stürmer schier zur Verzweiflung brachte. 40 Torschüsse verzeichneten die Chiefs nach sechzig Minuten. DEC-Trainer Thomas Schwabl bemerkte mit Wohlwollen, dass seine Jungs dreimal im Überzahlspiel getroffen hatten und in Unterzahl den Gegner sogar zweimal auskontern konnten.

Im Rückspiel wollen es die Chiefs noch drehen

Genau hier legte Feldner den Finger in die Wunde. »Wir hätten im Schlussdrittel mehr auf die Defensive setzen und an das Rückspiel denken sollen. So haben wir uns nochmal drei Tore gefangen. Eine knappe Niederlage wäre besser gewesen.« So erhöhten aber Matthias Meyer, Thomas Scheck und Luca Engler bei einem Gegentreffer von Nico Roßmanith auf 6:2. »Uns haben irgendwie so um die zehn Prozent gefehlt. Inzell war bereit, mit dem Körper zu spielen. Vielleicht war bei uns auch ein wenig die Luft raus«, meinte Stefan Feldner.

Für Feldner und seine Chiefs zählt nun das Rückspiel am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) in Trostberg. »Da haben wir den Stefan Weberstetter und den Michael Sporysch wieder. Ich denke, es ist noch alles offen.« Gelassen sieht das Rückspiel DEC-Trainer Thomas Schwabl: »Mir ist das Rückspiel zunächst mal egal. Wir wollten sie hier und heute schlagen.« Er lobte »das beste Spiel meiner Mannschaft seit langem. Wir haben den Gegner bearbeitet und voll dagegengehalten. Aber auch spielerisch ist das heute allererste Sahne gewesen. Das ist eine tolle Truppe, hier kämpft jeder für jeden.«

Hiase Schwabl hört nach 30 Jahren auf

Emotionale Momente gab es noch nach dem Derby. Unter großem Applaus der Fans wurde DEC-Angreifer Matthias Schwabl verabschiedet. Der 46-Jährige wird die Schlittschuhe an den Nagel hängen.

1982 hatte er bei der Jugend des DEC Inzell seine Karriere begonnen und 30 Jahre in der 1. Mannschaft gespielt. Von der Regionalliga über die Bayernliga und Landesliga bis zur Bezirksliga, der »Hiasi« hat alles mitgemacht. Rund 900 Spiele bestritt er im Dress des DEC. In der Regionalliga war er in einer Saison mit 70 Scorer-Punkten bester deutscher Stürmer. Besonders freute es ihn am Ende seiner Laufbahn, dass sein Bruder Thomas als Trainer an der Bande und sein Neffe Sebastian mit ihm auf dem Eis gestanden waren.

Matthias Schwabl blieb von schweren Verletzungen verschont und spielte immer als Stürmer. »Dem Eishockey möchte ich erhalten bleiben. Der Trainerschein würde mich reizen. Ich glaube, dass ich gut mit jungen Menschen kann.«

Das Trikot mit der Nummer 15 kann er nicht – wie zum Beispiel sein Trostberger Kollege Rainer Roßmanith – an seinen Sohn vererben. »Das geht nicht, ich habe zwei Mädchen daheim«, meint er schmunzelnd. Außerdem: So ganz ist die Saison für Matthias Schwabl noch nicht zu Ende. Die Pokalrunde will er für seinen DEC noch bis zum Ende spielen.

DEC Inzell - Trostberg Chiefs 6:2 (2:0/1:1/3:1): Tore: 1:0 (5.) Dominik Wallner, 2:0 (12.) Christian Rieder, 2:1 (25.) Rainer Roßmanith, 3:1 (36.) Thomas Plenk, 4:1 (42.) Matthias Meyer, 5:1 (43.) Thomas Scheck, 5:2 (48.) Nico Roßmanith, 6:2 (50.) Luca Engler. – Strafen: DEC (10) - Chiefs (12+10). – Zuschauer: 320. SHu