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Starke Leistung gegen den Favoriten

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Er holte einen Sieg in Leipzig: Teisendorfs Benedikt Schmid (rote Jacke).

»Wir haben den Favoriten am Rande der Niederlage gehabt«, lautete das Fazit von Teisendorfs Judo-Abteilungsleiter Carsten Zillmer nach der knappen 6:8-Niederlage (Unterbewertung 57:80) gegen den hohen Favoriten JC Leipzig II in der II. Bundesliga Südost. Wie hoch die Teisendorfer Leistung einzuschätzen war, zeigte sich auch daran, dass der TSV die Gewichtsklasse bis 60 kg zweimal unbesetzt lassen musste und auch seine beiden österreichischen Top-Athleten Christian Pichler und Christoph Kronberger nicht dabei hatte.


Der krankheitsbedingte Ausfall von Fritz Gasser (66 kg) konnte hingegen von den siegreichen Benedikt Schmid und Tristan Kuhlmann kompensiert werden. 300 Zuschauer wollten den Vorkampf zum Haupt-Bundesligakampf der Leipziger sehen. Für die Gäste waren die Kulisse und das professionelle Auftreten und Umfeld des Bundesligisten schon Neuland. Doch sie legten die Nervosität auf der Matte schnell ab.

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Teisendorf gerät schnell in Rückstand

Teisendorf war im ersten Durchgang dennoch schnell im Rückstand: 0:2 hieß es nach den Auftritten von Xaver Schwarz (73 kg) und Robert Buendowski (bis 100 kg). Schwarz zeigte sich gegen Pascal Jankowicz ganz stark, konnte aber seine Spezialtechnik nicht entscheidend anbringen. Dem Unentschieden nach vier Minuten Kampfzeit folgte die Verlängerung, in der der Gastgeber mit einer großen Innensichel siegte. Buendowski (bis 100 kg), Bad Aiblinger in Diensten der Teisendorfer, kämpfte trotz eines gebrochenen Zehs verbissen, musste aber den Sieg von Paul Ring anerkennen. Neuzugang Benedikt Hort (bis 90 kg) holte gegen den Leipziger Florian Groß mit zwei Waza-Ari-Wertungen den ersten Sieg für Teisendorf. Als sichere Bank präsentierte sich wie erwartet Daniel Messelberger (plus 100 kg) und holte mit einem Waza-Ari den Sieg gegen Julius Enge.

Weniger Erfolg hatte Michael Ehrenlechner (81 kg), der sich dem starken Leipziger Noah Zabel entscheidend beugen musste, nachdem ihn dieser direkt überrumpelte. Anschließend schrieb Benedikt Schmid mit einem fulminanten Wurf nach gut eineinhalb Minuten einen Ippon, bevor man die 60 kg kampflos an die Gastgeber zum 3:4-Pausenstand abgeben musste.

Teisendorf stellte um, und begann mit Schwarz gegen Gastgebertrainer Tobias Stöckel (73 kg), der ihm eine halbe Minute vor Schluss nach einem Würger den möglichen Sieg abnahm. Schwarz zeigte dennoch in beiden Duellen eine ganz starke Leistung. Buendowski (bis 100 kg) musste sich in dem Leipziger Rink nach zwei Minuten entscheidend beugen. Gut zwei Minuten Kampfzeit benötigte Hort (bis 90 kg), um erneut mit zwei Waza-Ari-Wertungen den Sieg einzufahren.

Auch der Leipziger Marcel Röhr hatte gegen Messelberger (plus 100 kg) im Schwergewicht das Nachsehen. Der Bad Aiblinger, der im vorigen Jahr für Großhadern in Deutschlands Spitzenklasse aktiv war, zeigte sich abgebrüht auf der Matte. Ein Festhalter und Hebel eine Minute vor Schluss beendeten den Kampf mit Ippon für Teisendorf.

Tristan Kuhlmann ist ein Gewinn für Teisendorf

Schwer hatte es der im höheren Gewichtslimit antretende Teisendorfer Herbert Kirchmaier gegen Leipzigs Noah Zabel, der sich nach gut drei Minuten Kampfzeit mit zwei Waza-Ari-Wertungen durchsetzte. Dass Tristan Kuhlmann (66 kg) auch im Leichtgewicht ein Gewinn für Teisendorf ist, zeigte der Nürnberger beim Sieg gegen Hannes Lange, den er mit zwei Waza-Ari-Wertungen von der Matte schickte, ehe erneut die 60 kg kampflos zum 6:8 (Unterbewertung 57:80) Gesamtergebnis an den Leipziger Chris Lammers abgegeben werden mussten.

Im Nachhinein trauerte Abteilungschef Zillmer einem möglichen Unentschieden nach, das wohl auch dem Verlauf der Begegnung entsprochen hätte. Einige strittige Entscheidungen des Kampfgerichts zu Ungunsten der Teisendorfer und eine starke Gastgebertruppe gaben letztlich den Ausschlag für den Misserfolg, der aber kein Beinbruch für den TSV ist. »Wir sind auf einem guten Weg, der zweite Platz ist nun unser Saisonziel« blickte Zillmer nach vorne, um gleichzeitig zu betonen: »Die II. Bundesliga ist unsere Liga, da gehören wir hin.«

Am nächsten Kampftag (Samstag, 11. Mai) empfängt Teisendorf zu Hause den punktgleichen VfL Riesa, bevor es am 21. September auswärts zum Saisonabschluss nach Chemnitz geht. Zillmer verspricht schon einmal: »Daheim gegen Riesa geben wir Vollgas.« awi