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Sportverein Nußdorf erhöht die Mitgliedsbeiträge

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Maria Barwig (Zweite von links) erhielt die Ehrennadel in Gold für 40-jährige Vereinstreue. Für 25 Jahre Mitgliedschaft bedankten sich der Vorsitzende Markus Putze (hinten links) und Ulrike Hahn (links) vom DJK-Diözesanverband bei Andreas Götzinger (von rechts), Sebastian Schauer und Monika Schuster mit der Vereinsehrennadel in Silber. (Foto: Volk)

Eine ereignisreiche und in einigen Tagesordnungspunkten von überraschenden Beschlüssen und Abstimmungen geprägte Jahreshauptversammlung erlebten die Mitglieder des Sportvereins DJK-TSV Nußdorf. Beschlossen wurde eine Erhöhung der Beiträge, die aufgrund eines Mehrheitsbeschlusses der Mitglieder deutlich höher ausfiel, als vom Vorsitzenden Markus Putze und seinem Vorstandsteam vorgeschlagen.


Lange und kontrovers diskutiert wurde über die Höhe des jährlichen Betrags, mit dem sich der Sportverein an den Betriebskosten der künftigen neuen Turnhalle beteiligen kann. Höhepunkt der Mitgliederversammlung war jedoch die Ehrung langjähriger Mitglieder und die turnusmäßigen Wahlen der Vorstandschaft.

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Markus Putze als Vorsitzender wiedergewählt

Bei den Neuwahlen gab es keine Veränderungen. Zum Vorsitzenden wiedergewählt wurde Markus Putze, als Stellvertreter bestätigte die Mitgliederversammlung Herbert Schreiner. Schriftführer bleibt Martin Pelz, die Vereinsfinanzen verwaltet auch weiterhin Franz Purzeller und zu Kassenprüfern wurden Christian Ehinger und Hans Gnadl gewählt. Franz Aigner bleibt Jugendleiter des Gesamtvereins.

Von der Mitgliederversammlung beschlossen wurde die Änderung der Vereinssatzung. Vorsitzender Putze erläuterte, dass die Anpassung nötig sei, um aktuellen Gegebenheiten nachzukommen, die auch in der Satzung Niederschlag finden müssen. Keine Einwände der Mitglieder gab es auch zur neuen Abteilungsordnung, die ebenfalls einstimmig verabschiedet wurde.

Eine Überraschung gab es bei der Beratung und Abstimmung zur Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. Die Vorstandschaft schlug eine moderate Erhöhung der Beiträge um rund fünf Prozent vor.

Toni Wimmer schlug jedoch vor, im Hinblick auf den geplanten Bau der Turnhalle durch die Gemeinde Nußdorf und den Betriebskostenanteil sowie ebenso aufgrund des beabsichtigten Umbaus des Sportheims eine angemessene Beitragserhöhung durchzuführen. Vorsitzender Putze entgegnete, dass noch nicht endgültig sicher sei, ob die Turnhalle gebaut werde. Die Beiträge seien der Satzung entsprechend zu verwenden. »Wir sind keine Bank, die Geld anhäufen muss«, betonte der Vorsitzende. Mit 39 zu 19 Stimmen sprach sich die Mitgliederversammlung für eine Erhöhung der Beiträge von mehr als nur fünf Prozent aus. Beschlossen wurde eine Erhöhung der Beiträge um jeweils zehn Euro. Der Beitrag für passive Mitglieder bleibt unverändert bei 30 Euro.

Bürgermeister Hans Gnadl stellte die Planung zum Neubau der Turnhalle vor. Priorität habe der Neubau des Schulhauses, deshalb bat Gnadl um Verständnis dafür, dass beim Bau der Turnhalle nicht alle Wünsche und Begehrlichkeiten erfüllt werden können. Die Gemeinde habe viele Pflichtaufgaben, die erledigt werden müssen. Wegen der Turnhalle könne sich die Gemeinde nicht in unüberschaubare Schulden treiben lassen. Gnadl forderte den Sportverein auf, mit der Gemeinde zeitnah eine Vereinbarung über die Zahlung der anteiligen Betriebskosten für die neue Turnhalle zu treffen. Die Turnhalle wird voraussichtlich zu 80 Prozent vom Sportverein genutzt und nur zu 20 Prozent von Grundschule oder Gemeinde.

Vorsitzender Markus Putze machte deutlich, dass sich auf Grundlage der Kostenschätzungen für den Sportverein ein jährlicher Betriebskostenanteil von rund 18 000 Euro ergibt. Diesen Betrag könne der Sportverein jedoch nicht aufbringen. Als Vorsitzender des Sportvereins könne er eine Vereinbarung mit der Gemeinde über eine Kostenbeteiligung in dieser Höhe nicht unterschreiben. Putze rechnete vor, dass maximal 11 000 Euro tragbar sind, darin eingerechnet sind jedoch 6000 Euro, die die Gemeinde bislang als Zuschuss zu den Betriebskosten des Sportheims gezahlt hat. Dieser Zuschuss soll künftig wegfallen, sodass dem Sportverein jährlich 5000 Euro für die Beteiligung an den Betriebskosten der neuen Turnhalle zur Verfügung stehen.

»Mehr geht nicht, sonst müssen wir Insolvenz anmelden und den Verein auflösen«, mahnte Putze. Er könne keine Vereinbarung mit der Gemeinde über eine Beteiligung von 80 Prozent der Betriebskosten treffen, das sei das Todesurteil des Sportvereins. Für den Vorsitzenden sei es zudem unumgänglich in eine Vorvereinbarung mit der Gemeinde zur Betriebskostenbeteiligung für die künftige Turnhalle auch eine Vereinbarung zum Umbau des Sportheims mit einzuschließen. Um die Dusch- und Umkleidecontainer beseitigen zu können, müsse das Sportheim umgebaut werden.

Betriebskostenzuschuss von jährlich maximal 5000 Euro

Nach langer und kontroverser Diskussion beauftragte die Mitgliederversammlung den Vorsitzenden, bei den Verhandlungen mit der Gemeinde einen Betriebskostenzuschuss von jährlich maximal 5000 Euro zu verhandeln. Sechs von 37 Mitgliedern stimmten gegen diesen Beschluss.

Vorsitzender Markus Putze würdigte zu Beginn seines Rückblicks auf das letzte Vereinsjahr alle Mitglieder, die durch umfangreiche ehrenamtliche Arbeit für den Verein tätig sind. Mit 22 500 Euro wurde der Sportverein dadurch unterstützt, dass Trainer, Übungsleiter und Funktionäre auf die Auszahlung von Aufwandsentschädigung verzichtet hatten.

Notwendig sei in diesem Jahr eine Sanierung des Fußballfeldes. Dafür rechnet der Vorsitzende mit Kosten von rund 7000 Euro. Auch will der Verein im Bereich der Sportanlagen einen »Freifunk« einrichten. Schriftführer Martin Pelz berichtete, dass dem Verein 879 Mitglieder angehören, so viele wie nie zuvor in der Geschichte des Sportvereins. Franz Purzeller informierte über den Stand der Vereinsfinanzen.

Bürgermeister Hans Gnadl würdigte die hervorragende ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder des Sportvereins und vor allem die Integration von Flüchtlingen. Abgerundet wurde die Jahreshauptversammlung mit den Berichten aus den Abteilungen, vom Fußball und der Skiabteilung über Tennis, Tischtennis und Kinderturnen bis hin zu den Stockschützen und der Damengymnastik. pv