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Sportstätten finanziell auf gesunde Beine stellen

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Sie wollen die Sportstättenförderung auf finanziell gesunde Beine stellen (von links): Traunsteins Landrat Siegfried Walch, Parlamentarischer Staatssekretär Stephan Mayer, Ministerialdirigentin Beate Lohmann, die Bundestagsabgeordneten Artur Auernhammer und Peter Ramsauer sowie Berchtesgadens Landrat Georg Grabner. (Foto: Wittenzellner)

Sportlich läuft es in den großen heimischen Wintersportstätten in Inzell, Ruhpolding, Götschen und am Königssee gut. Auch die Begeisterung der Sportfans ist ungebrochen, wie beispielsweise wieder beim anstehenden Biathlon-Weltcup im Januar in der Chiemgau-Arena erwartet werden darf. Sportler verfügen über perfekte Bedingungen in den Sportstätten. Anders verhält es sich mit der finanziellen Ausstattung mit Bundes- und Landesmittel für die betroffenen Gemeinden. Hier klagen die Gemeinden und Kommunen seit Jahren über steigende Kosten und zu geringe öffentliche Zuschüsse für Investitionen und Betriebskosten.


Schon seit Jahren dringt der heimische Bundestagsabgeordnete Peter Ramsauer auf eine Erhöhung der Bundeszuschüsse, auf dessen Initiative sich im Februar 2017 die Mitglieder des Sportausschusses des Deutschen Bundestags ein Bild vor Ort machten und sich die Sorgen und Forderungen der heimischen Kommunalpolitiker und Leistungssportverantwortlichen anhörten.

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Neue Strategie für die Sportanlagen

Ein Besuch, der nun offensichtlich Früchte trägt. Im Koalitionsvertrag wurde von der Bundesregierung eine langfristige Strategie für Sportgroßveranstaltungen beschlossen. Darüber hinaus soll dem Modernisierungs- und Sanierungsstau bei den Sportanlagen entgegengewirkt werden. Man wolle sich an den Unterhaltskosten der Anlagen, die in kommunaler Trägerschaft liegen, beteiligen.

Für die betroffenen heimischen Gemeinden und die Verantwortlichen der Bundesstützpunkte und Trainingsstätten besteht weiterhin große Unsicherheit, wie auflaufende Defizite aufgefangen werden können. Auf Initiative Ramsauers trafen sich am Montag Vertreter der betroffenen Gemeinden, des Leistungssports sowie der Bundespolitik und des Bundesinnenministeriums in der Chiemgau-Arena in Ruhpolding. Er attestierte den heimischen Wintersportstätten ein Niveau, in denen »aus dem Stand Weltmeisterschaften, aber auch Olympische Spiele möglich wären. Sie sind das Tor zur großen weiten Welt.«

Stephan Mayer, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren für Bau und Heimat, gab die künftige Richtung vor: »Es gibt mehr Geld für die Kommunen.« Zudem sollen die Kommunen mehr Planungssicherheit bekommen. Die Betroffenen kritisieren, dass bis heute weder Informationen hinsichtlich der Finanzplanung für das kommende Jahr zur Verfügung stehen, noch die Berechnungsgrundlage transparent sei. Auch monierte man die Förderung auf Grundlage von Kaderzahlen, da sich die Betriebskosten bei differierender Anzahl der zugewiesenen Athleten nicht veränderten.

Dass die finanziellen Anforderungen für die Gemeinden kaum zu stemmen seien, machte beispielsweise Inzells Bürgermeister Hans Egger deutlich: »Inzell zahlt mehr als Bund und Land gemeinsam. Wir brauchen deutlich mehr.« Auch Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler machte vor dem Hintergrund von bis zu neun Millionen Euro an zukünftig geplanten Investitionen in der Chiemgau-Arena in den kommenden drei Jahren deutlich, dass sich Bund und Länder mehr bewegen müssten. Der Regelfördersatz des Bunds in Höhe von 30 Prozent sei »völlig unrealistisch«.

Staatssekretär Mayer betonte, dass der Sporthaushalt um 70 Millionen Euro auf 235 Millionen Euro aufgestockt worden sei, inklusive einer von acht Millionen Euro auf 23 Millionen Euro Erhöhung für die Trainingsstättenförderung. Damit einhergehend sei ein Konzentrationsprozess mit weniger Stützpunkten. »Die hier jedoch sind in keiner Weise in Gefahr. Hier wird unter erschwerten Bedingungen hervorragend gearbeitet.«

MdB Artur Auernhammer, Mitglied des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, wies auf die Bedeutung der Ausschussreise in die Region hin: »Es hat die Kollegen wachgerüttelt.« Es werde hier »unheimlich viel geleistet«, würdigte er das haupt- und ehrenamtliche Engagement in und um die heimischen Wintersportleistungszentren. Es müsse auch mit dem Freistaat gesprochen werden. Bayern hatte im vergangenen Jahr in Ruhpolding eine einmalige Zuwendung in Höhe von 84 400 Euro gewährt (wir berichteten). Für das laufende Jahr gibt es jedoch keine Aussagen über die Höhe und den Auszahlungszeitpunkt.

Dass die Zuordnung der Kaderathleten eine nicht unproblematische Folgewirkung haben könne, betonte Ministerialdirigentin Beate Lohmann. Man wolle keine Fehlanreize geben: »Jeder soll da trainieren, wo er am Besten aufgehoben ist.« Gleichzeitig machte sie deutlich, dass man – bundesweit gesehen – nicht alle Stützpunkte brauche.

»Stresstest« mit heimischen Gemeinden

Die Anwesenden regten an, nach entsprechender Ausarbeitung einen »Stresstest« mit den heimischen Gemeinden durchzuführen, da Unsicherheiten bestünden, wie sich die Mittelverteilung, Methodik und Verschlüsselung auswirkten. Das Ergebnis wolle man im Dialog mit den heimischen Gemeinden besprechen. Betont wurde: »Die Standorte sind nicht gefährdet. Wir sorgen für eine Bestandsgarantie«, zeigten sich die drei Bundespolitiker einig.

Staatssekretär Mayer machte deutlich, dass er sich sehr gut mit einer künftigen bundesdeutschen Olympiabewerbung anfreunden könne. Nach fünf gescheiterten Bewerbungen »blutet mir das Herz.« Er hoffe auf eine neue Bewerbung. »Am einfachsten wären Winterspiele.« Wichtig sei, die Bevölkerung hier frühzeitig mitzunehmen. Es müsse sich der Wunsch durchsetzen, »dies sind unsere Spiele.« awi

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