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Sportlich erfolgreich, finanziell drücken die Hallenkosten

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Für langjährige Vereinstreue vom Ersten Vorsitzenden Rudolf Belser (links) und dem Ehrenvorsitzenden Dieter Gätzschmann (rechts) geehrt: Brigitte Hell (Zweite von links) und Luitgard Thußbas (Zweite von rechts) brachten es beide auf je 60 Jahre Vereinszugehörigkeit, Hans Osenstätter (Mitte) kommt sogar auf 65 Jahre. (Foto: Wittenzellner)

Es gibt viel Gutes zu berichten über den Turnverein Traunstein. Das machte Erster Vorsitzender Rudolf Belser bei der Hauptversammlung des Vereins in der vereinseigenen Franz-Eyrich-Halle deutlich.


Ein Jahr vor der großen geplanten Feier zum 150-jährigen Vereinsbestehen im Mai 2014 steht der Verein mit 1265 Mitgliedern (700 Erwachsene, 565 Kinder und Jugendliche) gut da. Auch der sportliche Erfolg einiger Abteilungen sei beachtlich, wie Belser am Beispiel der Abteilungen Ringen und der Rhythmischen Sportgymnastik deutlich machte.

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Was unverändert Sorgen bereitet, sind die hohen Kosten für den Hallenunterhalt. Durch den Neubau einiger Turnhallen in der Stadt (zum Beispiel der landkreiseigenen Halle des Sonderpädagogischen Förderzentrums) gingen die Vermietungseinnahmen zurück, und es herrscht Unsicherheit über das erhoffte Hallenprojekt des Annette-Kolb-Gymnasiums, an dem sich der Turnverein gerne beteiligen möchte.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke – im Verein selbst als Übungsleiter in der Abteilung Basketball tätig – betonte, dass der TVT der größte Traunsteiner Verein im Stadtverband der Sportvereine ist. Dass beim TVT sportlich erfolgreich gearbeitet werde, werde auch wieder bei der im April stattfindenden Sportlerehrung der Stadt deutlich, bei der der Verein regelmäßig mit die meisten zu Ehrenden stellt. Die Stadt Traunstein bezuschusse den Verein, neben der »normalen Förderung« über den Stadtverband inzwischen mit jährlich rund 40 000 Euro. »Die Partnerschaft zwischen Verein und Stadt soll so bleiben«, sagte der Oberbürgermeister. Er erhoffe sich auch in dem Zusammenwirken zwischen Verein, Landkreis und der Stadt »mittelfristig eine neue Dreifachturnhalle.« Wann, könne er allerdings nicht sagen: »Versprechungen dieser Art werden nicht einmal in einem Wahljahr gemacht«, sagte er.

»Leben von der Substanz«

Erster Vorsitzender Belser lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Traunstein. Neben praktischen Hilfen, wie beispielsweise den Winterdienst auf dem Hallenparkplatz, habe die Stadt auch einen Einnahmerückgang von rund 50 000 Euro durch einen Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro ausgeglichen.

Zur finanziellen Lage sagte er: »Wir erwirtschaften nach wie vor unsere Abschreibungen bei weitem nicht, der Verein lebt von der Substanz.« Investitionen würden auf das Notwendigste beschränkt. Allerdings wolle er keine Einschränkungen für sportlich erfolgreiche Mitglieder machen. Sportler, die sich für Meisterschaften qualifizieren würden, müssten auch die Möglichkeit haben, dort hinzufahren. In seinen Ausführungen drehte sich viel um die Frage nach der geplanten AKG-Turnhalle. Von Seiten des Landratsamtes »gibt es die Zahl 2017«, so Belser: »Wir sind nie abgewiesen worden, aber es zieht sich.« Der Verein plane, sich bei Realisierung des AKG-Hallenbaus mit einer Million Euro zu beteiligen. Nach Abzug von städtischen Zuschüssen und Fördergeldern des BLSV würde der Finanzbedarf des Vereins bei rund 600 000 Euro liegen, der aus der dann vorzunehmenden Veräußerung des Vereinsareals beziehungsweise aus vorhandenen liquiden Mitteln kommen solle.

Geschäftsführer Christian Ausfelder lobte die Übungsleiter und Helfer in den Abteilungen. Im Verein seien derzeit 40 lizensierte Übungsleiter beschäftigt, wobei die Anzahl rückläufig sei, der Verein gleichzeitig aber die Übungsleiterkosten für die Aus- und Weiterbildung übernehme.

Schatzmeister Dr. Georg Thurmayr machte deutlich, dass der Verein zwar noch immer über ein bilanziertes Eigenkapital von knapp einer Million Euro verfüge, dieses jedoch durch Verluste in den vergangenen sechs Jahren um eine knappe Viertelmillion Euro geschrumpft sei. Die Einnahmen in Höhe von rund 200 000 Euro im Berichtsjahr setzen sich zu etwa gleichen Teilen aus Mitgliedsbeiträgen, Vermietungen und Zuschüssen zusammen. Gebäudeaufwendungen und Aufwendungen für den Sportbetrieb (jeweils rund 70 000 Euro) sind die größten Kostenblöcke. Das Vereinsvermögen umfasst neben den vereinseigenen Immobilien insbesondere auch Bankguthaben in Höhe von rund 360 000 Euro.

Der einstimmig beschlossene Haushaltsplan für das laufende Jahr sieht bei Einnahmen von rund 186 000 Euro mit über 39 000 Euro einen deutlichen Verlust vor. Alleine die Aufwendungen für Strom, Gas und Wasser betragen nach Abzug der Zuschüsse durch den Stadtverband rund 35 000 Euro. Mit Blick auf die Energiekosten sagte Thurmayr: »Wir sind guter Kunde bei den Stadtwerken.«

Beitragserhöhungen ab 2014

Einstimmig beschlossen die Mitglieder eine Erhöhung der seit dem Jahr 2009 stabil gehaltenen Beiträge ab dem kommenden Jahr. Diese steigen teilweise um rund 10 Prozent, gleichzeitig gibt es leichte Ermäßigungen beim Familientarif (von 144 Euro auf 140 Euro). Der Beitrag von Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 17 Jahren steigt auf 50 Euro. Trotz zuvor aus der Versammlung geäußerter Kritik, dass die Erhöhungen vor dem Hintergrund der jährlichen Vereinsdefizite stärker ausfallen müssten, wurden die Erhöhungen einstimmig beschlossen. Dr. Thurmayr betonte, dass man hier von Mehreinnahmen in Höhe von 6500 Euro ausgehe. Daneben sehe man diese Erhöhung als ein »sichtbares Zeichen an den Landkreis. Wir sind im Verein bereit, unseren Teil zu leisten.«

Mitglieder geehrt

Traditionell wurden im Rahmen der Jahreshauptversammlung wieder eine Reihe von Vereinsmitgliedern geehrt. Bettina Klauser (25 Jahre), Fritz Rausch (40 Jahre), Werner Reith, Christian Krauss, Walter Müller (alle 50 Jahre) wurden vom Ersten Vorsitzenden Belser ebenso geehrt wie Hermann Geiselmann, Brigitte Hell und Luitgard Thußbas, deren über 60-jährige Vereinstreue gewürdigt wurde. Hans Osenstätter brachte es als »Spitzenreiter« gar auf 65 Jahre Mitgliedschaft im Turnverein. awi

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