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Sport im Landkreis trauert um Willi Weinl

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Erst kürzlich war er zum 1. Vorsitzendes des BLSV-Kreises wiedergewählt worden, nun ist er verstorben: Willi Weinl. (Foto: Mergenthal)

Der Sport im Landkreis Traunstein trauert um Willi Weinl: der Vorsitzende des BLSV-Kreises, der erst vor wenigen Tagen wieder in diesem Amt bestätigt worden war, starb nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 66 Jahren. Weinl hatte den Kreisverband, dem über 70 000 Sportler in 166 Vereinen angehören, seit 1991 geführt.


Doch er war nicht nur »Chef« des Landkreises, sondern auch in doppelter Führungsfunktion bei »seinem« SC Vachendorf tätig: Bereits seit 1970 hatte er die dortige Skiabteilung geführt, seit 1989 war er auch Vorsitzender des Gesamtvereins.

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Und in dieser Zeit bewegte und erlebte er viel und durfte sich jüngst darüber freuen, dass die Halle nun energetisch saniert wurde und damit auch die laufenden Kosten gesenkt werden konnten.

Dass sein Neffe Tobias Angerer im Skilanglauf für den Verein antrat und dabei zweimal den Gesamtweltcup erkämpft und auch Olympiamedaillen gewonnen hatte, freute ihn natürlich gleich doppelt. Gerade in »seinem« Skisport (Weinl war jahrelang auch für den Skiverband Chiemgau als Funktionär tätig) durfte er beim SC Vachendorf viele erstklassige Platzierungen seiner Athleten bei nationalen und internationalen Meisterschaften bejubeln.

Ebenso freute ihn das Gedeihen des Gesamtvereins. In den vielen Abteilungen des SC Vachendorf findet sich ein großes Angebot vom Leistungs- bis zum Breitensport, das den gut 1000 Mitgliedern zur Verfügung steht.

Offen war er immer auch für Neues. Er förderte die Cheerleader, die in den vergangen Jahren bei vielen internationalen Veranstaltungen auftraten, ebenso wie zuletzt die Abteilung Einrad, die sogar in diesem Jahr schon WM-Teilnehmer stellte. Vorrangiges Ziel Weinls war es aber immer, die Sparten im Verein möglichst gleich und gerecht zu behandeln.

Ausgleichend wirkte er oft im Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV), wobei ihm dies gelegentlich schwer fiel: Dass nämlich die Verbandsoberen – ebenso wie teilweise die Politik – immer wieder den Blick zu sehr auf die Großvereine und zu wenig auf die Basis gerade im ländlichen Raum legten, ärgerte ihn. So kämpfte er für die kleineren Vereine – und ärgerte sich zudem immer wieder darüber, dass »ein Wust an Bürokratie« oft deren Arbeit erschwere.

Ebenso »kämpfte« der gelernte Kfz-Meister für diejenigen, die an seiner Tankstelle mit kaputtem Auto Hilfe suchten – und fanden.

Weinl hatte seine Karriere als Sportler im Fußball begonnen und machte dort zunächst als Torwart, dann als Feldspieler eine gute Figur. Als Langläufer war er (bis 1970) für den SC Bergen angetreten, weil es im SCV zunächst keine Wettkampfabteilung bei den Skisportlern gab. Das änderte sich dann, und an den vielen Erfolgen der Abteilung hatte Weinl großen Anteil. Besonders wichtig dabei war, dass er für die Sportler immer ansprechbar war und versuchte, sie so weit wie möglich zu unterstüzten.

Willi Weinl war aber nicht nur der Kämpfer für seine Sportler und Vereine, sondern auch ein Mensch mit viel Herz und feinem Humor. Daran werden sich alle erinnern, die ihn kennenlernen durften. Nik Diener, Ehrenvorsitzender des SC Vachendorf und jahrzehntelang Weggefährte Weinls im Verein, bringt es auf den Punkt: »So einen Menschen wie ihn muss man suchen, er war ein guter Kerl durch und durch.«

Das Mitgefühl aller gilt seiner Familie, die ihm immer wichtig war.

Die Beerdigung erfolgte im engsten Familien- und Freundeskreis Ein Trauergottesdienst für die Allgemeinheit findet am Samstag um 11 Uhr in der Pfarrkirche in Vachendorf statt. Zudem wurde von seiner Familie ein Spendenkonto (Nr. 207210990, BLZ 710 900 00, Jugendvereinskonto SC Vachendorf 1929 e.V., Verwendungszweck »Willi Weinl«) eingerichtet. who