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Die Fridolfingerin Cindy Friebel vom RSC Götzing feierte beim Linz Triathlon über die Mitteldistanz einen überlegenen Sieg. (Foto: Wolfgang Simlinger/cityfoto)

Spontaner Start und ein überlegener Sieg

Die Vorbereitung auf die neue Triathlon-Saison ist für Cindy Friebel zuletzt alles andere als rund gelaufen: Die Sportlerin des RSC Götzing verletzte sich im Februar beim Sprinttraining und zog sich dabei einen Muskelfaserriss zu – ihre Vorbereitung auf die Ironman-WM auf Hawaii im Oktober war damit jäh unterbrochen worden. »Ich konnte zehn Wochen gar nicht laufen«, erzählt die 32-Jährige. »Zumindest das Schwimmen und Radfahren war schneller wieder möglich«, ergänzt sie. 


Mittlerweile läuft es aber wieder bei der Fridolfingerin – und wie! Spontan meldete sie sich beim Linz Triathlon an und gewann dabei das Rennen über die Mitteldistanz (1,9 km Schwimmen, 84 km Radfahren und 21 km Laufen) in starken 4:24 Stunden. »Das war der Test, ob mein Bein hält«, lacht sie. »Und das schaut gut aus. Ich bin jetzt wieder guter Dinge«, freut sie sich. »Linz war auf jeden Fall ein guter Vorgeschmack.«

Dabei war's beim Schwimmen im Pleschinger See noch alles andere als gut – zumindest mental. »Ich habe mich da wirklich erst einmal gefragt, was das werden soll?« Doch am Ende war die erste Disziplin »gar nicht mal so schlecht«, freut sie sich.

Und bei ihrer Paradedisziplin, dem Radfahren, fuhr die ehrgeizige Friebel die Konkurrenz dann wieder einmal in Grund und Boden. Spätestens da hatte die Ausnahmesportlerin »wieder ihr gutes Gefühl und es hat mir auch wieder richtig viel Spaß gemacht«. Sie übernahm bereits in der ersten der beiden Runden die Führung bei den Frauen. »Der Kurs war wirklich schön«, berichtet sie. »Aber es war so windig, dass gerade die Abfahrten echt schwierig gewesen sind.« Es sei teilweise sogar grenzwertig gewesen, ergänzt sie. »Das war echt richtig anstrengend, denn man musste sich richtig am Lenker festhalten.«

Aber Cindy Friebel nahm auch diese Hürde wieder einmal mit Bravour – und ging mit über sechs Minuten Vorsprung auf die Laufstrecke. Auch dort war's windig, aber der Fridolfingerin machte das nun herzlich wenig aus. »Ich hatte zum ersten Mal bei einem Wettkampf ein Führungsfahrrad bei mir«, berichtet sie stolz. »Das war cool und hat mich auch gepusht.« Am Ende siegte Friebel in einer Top-Zeit und mit einem gewaltigen Vorsprung. Beim Laufen hätte sie sogar noch mehr Gas geben können, sagt sie. »Aber ich hatte keinen Druck von hinten, da ist das dann schwer.« Die Zweitplatzierte Babsi Gerngroß aus Österreich (Pewag Racing Team) kam nämlich erst nach 4:35 Stunden ins Ziel – also elf Minuten später als die Siegerin!

Ihr nächstes Rennen hat Cindy Friebel nun beim Trumer Triathlon am 17. Juli geplant. Auch dort wird sie über die Mitteldistanz starten. Dann ist sie auch noch für den Ironman70.3 Dresden am 31. Juli angemeldet. Das Rennen in Sachsen wird wohl die Generalprobe für ihren ersten Hawaii-Auftritt werden. »Ich überlege aber noch, eventuell irgendwo bei einer Olympischen Distanz zu starten«, hält sie sich ihre weitere Saisonplanung etwas offen.

Die Vorfreude auf die Ironman-WM – sie holte sich ja den Slot für die legendäre Langdistanz-WM im September mit einem überlegenen Altersklassensieg beim Ironman Klagenfurt – steigt bei ihr mittlerweile auch von Tag zu Tag. »Es ist bereits alles gebucht«, erzählt Cindy Friebel. Sie wird dabei übrigens zusammen mit Hans Mühlbacher reisen. Der Ainringer Triathlet startete bereits öfters bei der Ironman-WM und hat sich erneut einen Startplatz dafür gesichert. »Das ist gut, denn Hans kann mir so auch ein paar wertvolle Tipps geben«, ist Friebel dankbar.

Mühlbacher (Be the Chance Team) war übrigens auch in Linz am Start und belegte beim Sieg des Österreichers Peter Müllner (3:52 Stunden/Esin Racing, SV Cobra) in 4:12 Stunden am Ende den neunten Gesamtplatz. Er wurde damit Zweiter seiner Altersklasse.

Cindy Friebel hat auf jeden Fall das Zeug dazu, auch auf Hawaii in ihrer Altersklasse weit vorne mitmischen zu können. Doch sie stapelt lieber etwas tief. »Man weiß ja nie, wie an dem Tag dann die Form sein wird«, betont sie. Zudem wisse sie nicht, wie sie mit der extremen Hitze auf Hawaii zurecht kommen werde. Jetzt wolle sie weiterhin gut trainieren für ihr großes Saisonhighlight. »Und dann will ich am Renntag gar nicht viel nachdenken und es einfach auch genießen.«

SB

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