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»So viele Fehler wie seit langem nicht mehr«

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Sie hatten diesmal viel zu tun: Kirchanschörings Torwart Dennis Kracker und sein Teamkollege Albert Eder. (Foto: Butzhammer)

SV Kirchanschöring: Kracker, Eder, Schmidhuber, Willinger, Höller (59. Waritschlager), Omelanowsky (66. Vogl), Gürcan, Söll (46. Heinrich), Eimannsberger, Schild, Sturm.


TSV Bogen: Seidl, Köglmeier, Meyer Stefan, Nutz, Tremml, Rainer, Sauerer (57. Albrecht), Meyer Andreas (74. Beigang), Fuchs (66. Ulmer), Jordan, Müller.

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Schiedsrichter: Zacher (Nußdorf).

Zuschauer: 667.

Tore: 0:1 Nutz (59.).

Im Nachholspiel der Fußball-Bayernliga Süd des SV Kirchanschöring gegen den TSV Bogen sahen 667 Zuschauer eine verdiente 0:1-Niederlage der Heimelf. Die Niederlage hätte dabei durchaus höher ausfallen können.

Der Trainer der Gelb-Schwarzen, Patrick Mölzl, war nach dem Spiel bedient: »So viele Fehler haben wir seit eineinhalb Jahren nicht mehr gemacht.« In Mölzls Augen gab es keinen Zweifel »wer hier heute verdient gewonnen hat.« Mit dem 0:1 sei seine Mannschaft noch »sehr gut bedient« gewesen. Den SVK-Trainer ärgerte dabei, dass »durch einfachste Fehler, Stockfehler ohne Ende«, die er sich selbst nicht erklären konnte, dem Gegner 90 Prozent der Großchancen und das Gegentor ermöglicht wurden. Mölzl blickte aber auch gleich wieder nach vorn: »Wir werden wieder aufstehen und am Samstag (15 Uhr bei der DJK Vilzing/d. Red.) zeigen, dass das heute gegen Bogen nicht der SV Kirchanschöring war, wie man ihn kennt.«

Bogens Trainer Andreas Wagner war hingegen angetan, von der Leistung seiner Elf nach diesen schwierigen 14 Tagen mit dem Todesfall eines 24-jährigen TSV-Spielers. Er habe von seiner Mannschaft eine Reaktion erwartet, nach dem »sehr schwachen Auswärtsspiel am Samstag.« Diesmal sei diese Reaktion erfolgt.

In der fünften Spielminute holte der Kirchanschöringer Anhang erstmals tief Luft, als Andreas Meyer aus 18 Meter knapp links am SVK-Gehäuse vorbeischoss. In der 21. Minute rettete SVK-Kapitän Albert Eder nach einem Eckball von rechts auf der Torlinie. Kurz darauf brannte es abermals lichterloh im SVK-Strafraum, wieder war es Andreas Meyer, der den Ball im Mittelfeld eroberte, auf links ablegte, per Doppelpass im Sechzehner mustergültig bedient wurde, aber mit links nur den rechten Innenpfosten des SVK-Gehäuses traf. Doch damit war die Situation nicht vorüber: Der Ball sprang zurück in den Fünfmeterraum, dem folgte ein Gewusel. Raunen auf der Tribüne, der SVK-Anhang geschockt. Danach kamen die Hausherren etwas besser ins Spiel, zwingende Torchancen gab es bis zum Pausenpfiff allerdings auf beiden Seiten keine mehr.

Nach dem Seitenwechsel versuchten die Gelb-Schwarzen, das Spiel an sich zu reißen. Doch Torchancen blieben Mangelware. Bogen blieb hingegen bei Kontern brandgefährlich. In der 58. Spielminute wohl die größte Chance für die Hausherren: Freistoß von Stephan Schmidhuber aus 20 Metern Entfernung von rechts, doch »Schmidi« zirkelte mit links das Leder zwar über die Mauer, aber auch knapp am rechten Pfosten vorbei.

Kurz darauf das kuriose 0:1: Fataler Fehler im Spielaufbau des SVK, Andreas Meyer sprang der Ball in der Mitte der SVK-Hälfte vor die Füße, legte rechts quer zu Daniel Nutz. Nutz sah Stefan Meyer, der völlig frei zum Schuss kam, aber nur an den linken Außenpfosten schoss. Von dort prallte der Ball zurück zum Schützen, der den wiederum völlig freistehenden Nutz bediente und der schob den Ball unbedrängt über die Torlinie. Ein kurioses, aber sehenswertes Tor, zum Entsetzen des SVK-Anhangs. Da wirkte die Heimabwehr etwas desorientiert.

Der SVK war danach bemüht, aber ohne zwingende Tormöglichkeiten. In der 80. Minute narrte Tobias Schild auf der linken Außenbahn zwei Bogener Spieler, flankte in die Mitte auf Christian Heinrich, doch dessen Kopfball flog über die Querlatte. So sehr sich der SVK mühte, aufmachte und vorne das Abwehrbollwerk knacken wollte, am Ende feierten die Gäste aus Niederbayern einen verdienten Sieg bei den Gelb-Schwarzen. mw