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Er machte mit seinem Sieg beim Continentalcup in Goms nachdrücklich auf sich aufmerksam: Skilangläufer Albert Kuchler. (Foto: DSV)

»So ein Sieg ist schon einzigartig«

Der erste Continentalcup der Skilangläufer ist beendet – und sowohl die Gesamtbilanz aus deutscher Sicht als auch die Bilanz speziell des Stützpunkts Ruhpolding fallen insgesamt positiv aus. Denn in Goms (Schweiz) gab es einige Höhepunkte aus heimischer Sicht.


Dies galt insbesondere für das 15-km-Rennen der Männer in klassischer Technik: Hier holte sich Albert Kuchler (SpVgg Lam) vom Stützpunkt Ruhpolding in 39:35,6 Minuten den Sieg. Der 23-Jährige verwies Martin Collet (Frankreich/+ 25,9 Sekunden) und Martin Coradazzi (Italien/+ 38,5) auf die Plätze zwei und drei. Vierter wurde Stützpunkt-Routinier Andreas Katz (SV Baiersbronn/+ 39,8). »Das war richtig stark. Albert Kuchler hatte das im Training schon angedeutet. Einen Platz unter den Top Sechs hatte ich ihm zugetraut – aber so ein Sieg ist schon einzigartig«, ist Stützpunkt-Trainer Frank Nitsch begeistert. »Er hat sich das sehr gut eingeteilt und auf der letzten Runde nochmal aufgedreht«, lobt er die Taktik des 23-Jährigen. Auch die Vorstellung von Katz sei sehr positiv zu werten, zumal dieser kein Klassik-Spezialist sei »und die Strecke sehr schublastig war.«

Der Lohn: Theoretisch wäre Kuchler nun beim nächsten Weltcup in Davos (Schweiz) startberechtigt gewesen. Er verzichtet darauf aber zugunsten seiner Anwartschaft für die Tour de Ski. Zwar hat er dort einen Startplatz noch nicht ganz fix, aber die Chancen stehen gut, »und er kann jetzt noch weiter im Training aufbauen.« Dafür darf nun Katz in Davos antreten, wo am kommenden Sonntag ein 15-km-Lauf in seiner bevorzugten Skating-Technik stattfindet.

Drittbester Deutscher im Feld der 74 gewerteten Teilnehmer war Friedrich Doerks (SWV Goldlauter/+ 51,0) als Neunter. Florian Knopf (SLV Bernau/+ 1:25,0 Minuten)) aus dem Stützpunkt kam auf den 14. Platz. »Er hat etwas sehr schnell angefangen und ist dann zwischen Kilometer 12 und 13 gestürzt, da hat er zu viel Kraft gelassen«, bilanziert sein Trainer.

Über 15 km Freistil, die im Massenstart ausgetragen wurden, gab es einen französischen Fünffachsieg, angeführt von Tom Mancini (37:19,1). Hier überzeugten Knopf als Siebter (+ 8,7), Kuchler (10./+ 10,7) und Katz (14./+ 17,5). Das Stützpunkt-Trio hatte sogar das sehr hektische Rennen bis zum letzten Anstieg mitbestimmt. »Dann ist Andi gestürzt, und die Franzosen haben am schnellsten geschaltet und sind davongezogen«, bedauert Nitsch. Dennoch: »Es war ein couragiertes Rennen von allen dreien.« Die weiteren Platzierungen: 26. Doerks + 47,8; 34. Anian Sossau, SC Eisenärzt + 1:12,5; 36. Jan Stölben, SK Wunderthausen + 1:19,8; 63. Maxim Cervinka, Bertsdorfer SV + 3:12,6.

Im Sprint (1,5 km/Skating) hatte Knopf mit der viertbesten Zeit im Prolog überzeugt, in den Heats reichte es nicht mehr für ganz nach vorn. Wohl auch, »weil er einer von wenigen war, die alle drei Wettkämpfe bestritten haben.«

Letztlich ging der Sieg an Francesco Manzoni vor Giovanni Ticco (beide Italien) und Sabin Coupat (Frankreich). Knopf wurde 16. vor Sossau. Bei den Junioren überzeugte Elias Keck (TSV Buchenberg) als Zweiter über 10 km in klassischer Technik sowie als Sechster des Sprints. Beide Distanzrennen entschied der Franzose Mathis Desloges zu seinen Gunsten.

Bei den Frauen war das deutsche Team ebenfalls sehr erfolgreich, wobei auch Kim Hager (SC/TV Gefrees) und Alexandra Danner (SC Lenggries) vom Stützpunkt Ruhpolding im Vorderfeld dabei waren. Den Sieg in beiden Distanzrennen – 10 km klassisch sowie 10 km Skating mit Massenstart – sicherte sich jeweils Katharine Sauerbrey.

Dabei hatte die 24-Jährige vom SC Steinbach-Hallenberg (29:10,9 Minuten) in der klassischen Technik einen beeindruckenden Vorsprung von 1:30,4 Minuten auf die Französin Coralie Bentz. »Besser geht's fast nicht, das war richtig stark«, zeigt sich Nitsch beeindruckt. Dritte wurde hier Lisa Lohmann (WSV Oberhof/+ 1:37,3), Neunte Amelie Hofmann (WSV Isny/+ 2,21,99. Kim Hager kam mit 2:47,7 Minuten Rückstand auf den 14. Platz, Jessica Löschke (TSV Leuna/+ 3:59,7) erreichte Rang 28.

Im Freistil lag Sauerbrey (27:31,8) ganz knapp vor Bentz (+ 2,1) und Cristina Pittin (Italien/+ 4,0). Siebte wurde Lohmann (+ 34,6), Elfte Hager (+ 40,3). »Das war richtig gut von Kim«, freut sich Nitsch, zumal sie in diesem Rennen drittbeste U-23-Sportlerin war. »Auch in der klassischen Technik war das für ihre Verhältnisse gut. Sie hat sich richtig festgebissen«, lobt er. Hager lag im Skating sogar noch vor Hofmann (16./+ 1:14,9), Danner (18./+ 1:35,1), Lena Keck (TSV Buchenberg/23./+ 1:52,8) und Anne Winkler (SSV Sayda/33./+ 2:26,4).

Im Sprint setzte sich Lisa Unterweger aus Ramsau am Dachstein vor Lisa Lohmann durch. Dritte wurde Barbara Walchhofer vom USC Altenmarkt-Zauchensee-Salzburg, Keck Sechste. Neunte wurde Löschke, Elfte Winkler (4. Prolog). Alexandra Danner (14.) hatte im Prolog Rang 9 erreicht. »Im Sprint konnte Alexandra zwar nicht ganz überzeugen, aber sie setzt sich auch etwas stark unter Druck. Und sie arbeitet hart dafür, ihre Bestform zu erreichen. Das kann aber etwas dauern«, mahnt Nitsch zu Geduld.

Bei den Juniorinnen wurde Germana Thannheimer (SC Oberstdorf) über 5 km in klassischer Technik gemeinsame Zweite (+ 2,3) mit der Italienerin Iris de Martin Pinter – nur deren Landsfrau Nadine Laurent war noch schneller. Laurent gewann auch den Freistil-Sprint, in dem sich Thannheimer den 7. Platz sicherte. Dafür gewann Helen Hofmann (WSV Oberhof) den Massenstart über 5 km Freistil.

Im Weltcup in Lillehammer (Norwegen) konnten die deutschen Langläufer nicht ganz an ihre hervorragenden Leistungen vom Saisonauftakt anknüpfen, »aber von Jonas Dobler (SC Traunstein, d. Red.) war das Rennen über 15 km Freistil voll in Ordnung, und in der Staffel haben er und Lucas Bögl (SC Gaißach) sich auch gut präsentiert«, lobt Nitsch.

Bei Nadine Herrmann (Bockauer SV) klappte es im Sprint (51. Prolog) nicht ganz so wie erhofft, »aber ich hoffe, dass sie bei den Weltcups in Davos oder Dresden einen Top-Tag mit Top-Material erwischt.« Denn wenn die 25-Jährige erst einmal in den Top 30 des Prologs landet und damit in die Finalläufe einzieht, ist ihr dort einiges zuzutrauen. Dass sie in den Distanzrennen deutliche Fortschritte gemacht hat, bestätigte auch ihr Einsatz in der Staffel Deutschland II beim Weltcup: »Dort hat sie sich wirklich gut verkauft.«

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