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Skicrosser auf Abwegen

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Die französische Skicross-Nationalmannschaft mit Sylvain Miaillier (von links), Sebastian Lepage und Arnaud Bovolenta trainierte zuletzt in Inzell. (Foto: Wukits)

Etwas ungewohnt sah das schon aus, was die elf Sportler auf der 400-Meter-Bahn in der Inzeller Max-Aicher-Arena zeigten. Vor allem Experten waren sich sicher, dass das keine professionellen Eisschnellläufer im Rahmen des Sommereises sind. Des Rätsels Lösung: Die französische Skicross-Nationalmannschaft hatte sich zum Sommertraining einen Abstecher aufs Eis gegönnt.


Cheftrainer Michel Lacatelli hatte mit zwei Damen und neun Herren neue Wege bestreiten wollen. Deswegen hatten sie ihren geplanten Rad-Lehrgang diesmal nicht gemacht. Nachdem der Skicrosser Jonas Devouassoux eine Mutter mit deutschen Wurzeln hat, kam man auf Inzell. »Eisschnelllauf ist in manchen Bereichen der Technik mit dem Skicross zu vergleichen«, so Cheftrainer Michel Lacatelli.

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»Die Kanten sind auch auf dem Eis ein wichtiger Punkt für Druck und Geschwindigkeit. Die Positionskämpfe Mann gegen Mann spielen hier eine wesentliche Rolle.«

Immerhin sind die Franzosen im Skicross-Weltcup eine der dominierenden Nationen. Oft müssen im Finale vier aus der Mannschaft fahren. »Da kann man hier in Inzell die entsprechende Härte trainieren«, freute sich der Coach. So standen neben dem Spaß, das Gleiten, die Position und das Gleichgewichtsgefühl auf dem Trainingsplan. Immer wieder wurden auch kurze Sprints von einer Runde mit Positionskämpfen im Zwei- und Vierkampf durchgeführt.

Begeistert vom Interesse der Eisschnellläufer

»Sie hatten sichtlich Spaß, weil auch die Eisschnellläufer von ihnen Notiz nahmen und erstaunt waren, mit welchem Einsatz die Crosser am Werk waren«, beobachtete Hubert Kreutz vom Eisstadion. Neben dem Training auf dem Eis standen für die französischen Sportler auch Bergtouren auf den Gamskogel und den Rauschberg, Tennis und Krafttraining auf dem Programm.

Die Saisonvorbereitung der Franzosen ist diesmal auf die Skicross-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr ausgerichtet, die in der Sierra Nevada stattfindet. In den vergangenen vier Jahren waren die Franzosen die dominierende Nation im Weltcup. Genau das möchten sie wieder erreichen, gibt Cheftrainer Lacatelli als Ziel aus. »Wir haben uns hier in Inzell sehr wohlgefühlt. Perfekte Bedingungen, alles ist sehr nah und zentral. Wir haben einen Super-Komfort gehabt«, freute sich der Trainer.

Eine Woche Erholung vor dem Freestyle-Training

Er gönnt seinem Team nun eine Woche Erholung. Dann wird auf Inlineskates Freestyle trainiert. Das heißt, es wird an einer Rampe Schwung genommen und über eine Freestyle-Schanze gesprungen.

Das ist das perfekte Training für den Winter, wo oft bis zu 60 Meter weit gesprungen wird. »Es hat ihnen sehr gut ins Programm gepasst und für die Olympiaplanung würden sie gerne im nächsten Jahr wieder nach Inzell kommen«, meinte Hubert Kreutz nach einem Gespräch mit den Franzosen vor ihrer Abreise. SHu