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Sieg in der Mitropa-Cup-Wertung trotz eines Reifenschadens

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Auch in Slowenien überzeugten sie: Hermann Gaßner/Karin Thannhäuser wurden Zweite der Gesamtwertung und holten sich den Sieg in der Mitropa-Cup-Wertung. (Foto: Andrea Rastowsky)

Es war ein Risiko, aber letztendlich die richtige Entscheidung von Hermann Gaßner, den vierten Lauf zum ADAC-Rallye-Masters zugunsten der 31. Fuchs-Rallye Velenje auszulassen. Der Surheimer und seine Beifahrerin Karin Thannhäuser (Ufering) konnten die Mitropa-Rallye-Cup-Wertung für sich entscheiden und wurden Zweite in der Gesamtwertung hinter der kroatischen Mitsubishi-Besatzung Jurai Sebalj/Maja Sabol.


Aktuell steht der amtierende Mitropa-Cup-Champion Gaßner nach dem vierten Lauf wieder auf dem zweiten Tabellenplatz. Zuletzt hatte er den dritten Lauf in Kroatien (Opatija Rallye) auslassen müssen, um in Sulingen (ADAC-Rallye-Masters) antreten zu können. »In diesem Jahr ist eine Titelverteidigung in beiden Meisterschaften extrem schwierig«, bedauert der Mitsubishi-Pilot, »denn es gibt leider viele Terminüberschneidungen.«

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150 Kilometer in 11 Wertungsprüfungen

Der vierte Lauf zu dieser mitteleuropäischen Rallye-Meisterschaft führte die 59 Teams rund um die im Nordosten Sloweniens gelegene Stadt Velenje. Kurze Verbindungsetappen (130 Km) und über 150 Kilometer auf Bestzeit, verteilt auf 11 Wertungsprüfungen, waren die Grundlage für eine Top-Veranstaltung. Die Herausforderung auf den extrem anspruchsvollen, teilweise mit Schotterabschnitten versehenen WPs war riesengroß. Nach den ersten beiden Prüfungen zogen – wie jedes Jahr – dunkle Wolken am Himmel auf. Dazwischen blitzte immer mal wieder blauer Himmel hervor.

In dieser Situation war die Reifenwahl reines Pokerspiel. Optimistisch setzten Gaßner/Thannhäuser auf trockene bis feuchte Bedingungen und die entsprechenden Pneus. Auf der nur vier Kilometer langen Anfahrt zur WP 3 »Skorno« ließen die schnell abtrocknenden Straßen die Stimmung im Auto steigen. Das änderte sich schlagartig kurz nach dem Start, sorgte für einige »Aha-Erlebnisse« und »angepasste Fahrweise«.

Danach war, zumindest reifen- und wettertechnisch, wieder alles perfekt. »Das ist eine unserer Lieblingsprüfungen«, erzählte Beifahrerin Karin Thannhäuser im Anschluss, »da haben wir schon immer gute Zeiten erzielt. Leider lag ca. zwei Kilometer vor dem Ziel nach einer schnellen Rechtskurve ein großer Stein auf der Ideallinie. Hermann hatte absolut keine Chance mehr zum Ausweichen. Mit platten Reifen und zerstörter Felge schleppten wir uns noch bis zur Lichtschranke.«

Fünfter Gesamtrang vor der Übernachtungspause

Enttäuscht fuhr das Duo zur letzten Wertungsprüfung der ersten Etappe, ein Zuschauerrundkurs, der von unglaublich vielen Fans besucht wurde. Mit der versöhnlichen zweitschnellsten Gesamtzeit und auf dem fünften Gesamtrang ging es in die Übernachtungspause.

Der nächste Morgen begann mit strahlendem Sonnenschein. Auf die verbliebenen 53 Teams warteten drei verschiedene Wertungsprüfungen mit zwei Durchgängen und knapp 100 Kilometer Länge. Nach der zweitschnellsten Zeit in »Vinska Gora«, einem 20 Kilometer langen Rundkurs, standen Gaßner/Thannhäuser zur Halbzeit der zweiten Etappe bereits auf dem dritten Gesamtrang.

Nach einer halbstündigen Servicepause wurden mittags die letzten drei Prüfungen, also noch einmal knapp 50 Kilometer in Angriff genommen. Mittlerweile war das Thermometer auf sommerliche 27 Grad Celsius angestiegen, im Auto war es gefühlt doppelt so viel. Es war ein harter, kräftezehrender Sekundenkampf mit den ungarischen Mitropa-Cup-Tabellenführern Krisztian Hideg/Isvan Kerek, die in ihrem Mitsubishi mit kroatischer Lizenz unterwegs sind.

Auf der letzten WP war Gaßner mit 14:08,7 Minuten noch einmal um zwei Sekunden schneller als im ersten Durchgang und holte sich mit dieser Bestzeit auch den zweiten Gesamtrang sowie den Sieg in der Mitropa-Rallye-Cup-Wertung. Die sehr anspruchsvollen und selektiven Wertungsprüfungen forderten ihren Tribut: Nur 37 Fahrzeuge konnten über die Zielrampe im Stadtpark von Velenje fahren. kartha